04/06/2008von 465 Views – 0 Kommentare

Donlon, Helen: David Lynch Talking

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Buchcover
Biografie
Aus dem Englischen von Thorsten Wortmann
Hardcover: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2008
(Artnik, 2008)
Inhalt:

Das Buch versammelt Originalzitate des wohl eigenwilligsten Regisseurs Hollywoods. Aus den Originaltönen entsteht eine spannende Biographie, beginnend mit David Lynchs Aufwachsen im Amerika der fünfziger und frühen sechziger Jahre. Diese Phase hat sein Schaffen nachhaltig geprägt – beschwört er die dunkle Seite der amerikanischen Kleinstadt in den Fünfzigern doch immer wieder in seinen Filmen herauf. Aus dem Alltäglichen bezieht er seine Inspiration, lässt es in Horror und Gewalt umschlagen und hebt mit seiner Erzählweise die Einheit von Raum und Zeit auf. (Pressetext)

Kurzkritik:

Die Herausgeberin Helen Donlon tut nicht, als wüsste sie über David Lynch Bescheid, was mir nicht nur sympathisch ist, weil das gerade bei Lynch anmaßend wäre.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Lynch-Stechen

Ich bin jetzt nicht der absolute David-Lynch-Fan, kann mich an Wild at Heart kaum erinnern, konnte mit Blue Velvet wenig anfangen und war allerdings von Eraserhead angetan. Da ich jedoch vor kurzem die komplette Twin Peaks-Serie genossen habe {bis auf die letzte Folge, die mir eher frustriert-pubertär vorkam (die Serie war vom Sender abgesetzt worden)}, kam dieses (Geburtstags-)Geschenk gerade recht: Es ist keine Biografie, sondern eine Zusammenstellung von Zitaten von David Lynch aus Interviews zwischen 1976 und 2007.

Die Herausgeberin Helen Donlon tut nicht, als wüsste sie über David Lynch Bescheid, was mir nicht nur sympathisch ist, weil das gerade bei Lynch anmaßend wäre.

Manche Dinge auf der Welt kann man nicht gerade begreifen. Aber wenn es in Filmen Dinge gibt, die man nicht begreifen kann, regen sich die Leute auf. (1996)

Folgerichtig wäre es auch falsch, hier jetzt das zusammenzufassen, was für mich typisch (oder ungefähr) Lynch ist. Also gehe ich nach der Methode Bibelstechen vor und versuche so einen Einblick in das Buch zu geben.

Es ist sozusagen zu einer Freizeitbeschäftigung geworden – Laura Dern und ich sitzen am Set herum und versuchen herauszufinden, worum es eigentlich geht. (Justin Theroux, 2006)

Ich arbeitete gerade an einem Gemälde eines Gartens bei Nacht. Die Pflanzen in dem dunkler Gemälde fingen an sich zu bewegen, und ich hörte Wind. Ich dachte: “Oh, das ist aber interessant. Ein Gemälde, das sich bewegt.” Das war der Gedanke, mit dem alles anfing. (2007)

Ich habe „Eraserhead“ gefühlt, ich habe nicht darüber nachgedacht. Das war ein stiller Prozess, der Weg aus meinem Inneren heraus auf die Kinoleinwand. Ich filme etwas, verleihe dem Geschehen eine gewisse Geschwindigkeit, füge die richtigen Geräusche hinzu, und dann erst kann ich sagen, ob es funktioniert oder nicht. (1996)

Ich meditiere am Morgen und am Abend, jedes Mal eine halbe Stunde. Ich weiß nicht, wie mein Leben ohne Meditation aussehen würde, und ich habe noch nie eine Sitzung verpasst. Es reinigt das Nervensystem, das Instrument des Bewusstseins. (1997)

Ich hasse aalglatte und schöne Dinge. Ich bevorzuge Fehler und Zufälle. (1993)

Von Werner Schuster

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Infos:

Über David Lynch auf seiner Homepage und bei Wikipedia.

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