13/09/2007von 512 Views – 0 Kommentare

Glass, Neil: Die große Abzocke

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BuchcoverDie skandalösen Praktiken der Unternehmensberater

Sachbuch
Aus dem Englischen von Petra Pyka
Campus 2006
(2005)
Inhalt:

Unter der scheinbar weißen Weste vieler Berater sieht es düster aus: Gefälschte Spesenabrechnungen, überhöhte Honorare, fiktive Arbeitsstunden, nichtexistente Mitarbeiter, doppelte und dreifache Berechnung von Leistungen – das sind nur einige der verbreiteten Praktiken der Branche. Wichtigstes Ziel ist oftmals, die Beratung so zu steuern, dass Folgeaufträge entstehen. Echte Problemlösung für den Kunden tritt dabei in den Hintergrund. Mit spannenden Insiderberichten gibt Unternehmensberater Neil Glass aufschlussreiche Einblicke in die tägliche Arbeit und die Strategien der Branche. (Pressetext)

Kurzkritik:

Leider entspricht die Welt manchmal den Vorurteilen, die man unhinterfragt übernommen hat. Umso schlimmer ist es, wenn sich diese Vorurteile als zu harmlos herausstellen wie im Falle der – vom Insider Neil Glass beschriebenen – Unternehmensberater.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

800 Prozent Gewinnspanne

Leider entspricht die Welt manchmal den Vorurteilen, die man unhinterfragt übernommen hat. Umso schlimmer ist es, wenn sich diese Vorurteile als zu harmlos herausstellen wie im Falle der – vom Insider Neil Glass beschriebenen – Unternehmensberater.

Glass hat während seiner 20-jährigen Tätigkeit für internationale Consulting-Firmen erlebt, wie Berater Großartiges bewirkten, … aber es sind mir auch mäßige Leistungen untergekommen – und viel zu viele Lügen, Unregelmäßigkeiten und Betrügereien. Zum Beispiel verrechnen Beraterfirmen Reiserabatte nicht weiter, versetzen ihr Personal auf Kosten der Auftraggeber, lassen sich von diesen Expansionen ins Ausland oder auch nur einen Teil der Gemeinkosten finanzieren und stellen darüber hinaus noch erhöhte Rechnungen.

Nur 30 Prozent erfolgreich

Laut Glass sind nur etwa 30 Prozent der Beratungen erfolgreich – im IT-Bereich noch weniger (u.a. weil dort oft das Rad neu erfunden wird). Trotzdem kassieren manche Beraterfirmen zwischen 10.000 und 4 Millionen Euro – in der Woche. Glass verrät aber nicht nur, mit welchen Tricks Aufträge mitunter abgewickelt werden, sondern auch, wie man Berater findet, die tatsächlich Werte schaffen.

Beraterkompetenz?

Dazu muss ein Unternehmen zuerst einmal ein Problem haben, das die eigenen Leute tatsächlich nicht lösen können, und dann eine Beraterfirma, die genau dieses Problem angeht und nicht nur das verkauft, was sie am besten kann. Die Mitarbeiter der Beraterfirma sollten über entsprechende Kompetenzen verfügen und dem jeweiligen Projekt auch zur Verfügung stehen. – Das klingt alles eigentlich selbstverständlich? Schön wär’s. Und billiger, denn: Wenn Ihre Beratungsfirma einem Junior Consultant etwas mehr als 1.000 Euro pro Woche bezahlt und Ihnen offensichtlich 8.000 Euro pro Woche für seine Zeit in Rechnung stellt, so ist meiner unmaßgeblichen Ansicht nach die Bruttogewinnspanne von 800 Prozent womöglich übertrieben hoch.

Managementkompetenz?

Und überhaupt: Liegt das Problem Ihrer Organisation in Ihrer eigenen Managementkompetenz und glauben Sie dennoch, dass der Einkauf einer angesagten neuen Organisationsstruktur oder eines teuren neuen Computersystems all Ihre Schwierigkeiten beseitigen wird – dann verschwenden Sie Ihre Zeit und das Geld Ihres Unternehmens. Oder – im Falle von Behörden und Regierungen – auch das der Steuerzahler.

Von Werner Schuster

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Infos:

Neil Glass ist Unternehmensberater und Management-Autor. Nach fast 20 Jahren im internationalen Management-Consulting-Geschäft arbeitet Neil Glass heute für eine kleine europäische Unternehmensberatung.

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