22/07/2013von 518 Views – 0 Kommentare

Lewis, Roy: Edward

Wie ich zum Menschen wurde

Roman
Broschiert
219 Seiten
Erschienen 2012 bei
Aus dem Englischen von Viky Ceballos
Originalausgabe: „What We Did To Father”, 1960

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Inhalt:

Einfallsreich, spannend und witzig erzählt der englische Autor Roy Lewis von der Entwicklung des Menschengeschlechts, und zwar am Beispiel des Sippenoberhauptes Edward. Edward, in Afrika beheimatet, klug und geschickt, behauptet sich im Kampf gegen die Tücken der Evolution. Er lernt, das Feuer der Vulkane zu nutzen, entwickelt handwerkliche Fertigkeiten, die Kochkunst, die Malerei, die Liebe – kurz alles, was unser Leben heute angenehm macht. (Pressetext)

Kurzkritik:

Es tut gut, sich an die Anfänge zu erinnern. Während wir gerade draufkommen, wie sehr das Internet unser Denken verändert, nachdem wir Fitness entdeckt haben, weil wir uns in der Arbeit nicht mehr oder ungesund bewegen, tut es gut, sich zu besinnen, wie das alles begann und wo wir herkommen. – Von den Bäumen.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Wir wir zu Menschen wurden

Es tut gut, sich an die Anfänge zu erinnern. Während wir gerade draufkommen, wie sehr das Internet unser Denken verändert, nachdem wir Fitness entdeckt haben, weil wir uns in der Arbeit nicht mehr oder ungesund bewegen, tut es gut, sich zu besinnen, wie das alles begann und wo wir herkommen.

Der Unionsverlag hat Roy Lewis‘ „Edward – Wie ich zum Menschen wurde“ aus dem Jahre 1960 wieder aufgelegt. Irgendwie, irgendwo wissen wir das alles natürlich: Dass wir von der Bäumen herabgeklettert sind und den aufrechten Gang gelernt haben, dass wir entdeckt haben, wie das Feuer zu beherrschen ist, dass wir uns zu Fleischfressern entwickelt haben, dass wir Werkzeuge erfunden haben und dass wir uns von Anfang an genetisch gut durchgemischt haben.

Warum man sich das von Lewis gerne noch einmal erzählen lässt, beruht auf einem Trick: Lewis lässt unsere Vorfahren in gewählter heutiger Sprache reden.

Woher wir kommen

„Ihr erinnert euch alle“, sagte Vater, machte es sich bequem und nahm einen Stock zum Anspitzen in die Hand, denn man sah ihn nie untätig, „ihr erinnert euch alle, wie schlecht wir damals dran waren. Wir wurden gejagt und geradewegs in die Ausrottung gehetzt. Ihr habt in dem Massaker Onkeln, Tanten Brüder und Schwestern verloren. Die Karnivoren hatten es auf uns abgesehen, weil in der Gegend Mangel an Hufwild herrschte. Ich weiß nicht genau, wie es dazu gekommen war. Vielleicht waren die aufeinanderfolgenden Dürreperioden daran schuld, die das Weidland versengt hatten. Vielleicht hatte eine neue Rinderseuche die Herden dezimiert … Wie auch immer, nachdem die Raubkatzen einmal begonnen hatten, uns in rauen Mengen zu verspeisen, kamen sie schnelle auf den Geschmack. Unsereinen zu hetzen war natürlich viel einfacher.“

Das erzählt das vom Forscherdrang und Fortschrittsglauben gepackte Sippenoberhaupt Edward seinen Leuten am Lagerfeuer, vor dem sich die Tiere fürchten.

Wohin wir gehen

Onkel Wanja hingegen ist konservativ. Er will zurück auf die Bäume – auch wenn er gegen Entdeckungen wie gekochtes Fleisch nichts einzuwenden hat. Und er sieht sich im Recht, als Edward das Feuer ja doch nicht beherrscht, die Umgebung seines Wohnsitzes (einer Höhle) abfackelt und deshalb gezwungen ist, sich eine andere Bleibe zu suchen.

Nun, Edward hat sich durchgesetzt. Roy Lewis hat dieses vergnügliche Buch über unser aller Herkunft zu einer Zeit geschrieben, da einige von uns draufkamen, dass der Fortschritt unsere Lebensgrundlagen bedroht. Die Edwards unserer Zeit machen weiter und weiter, die Wanjas warnen immer noch, und wir wissen nicht, wohin wir gehen.

Aber dank Roy Lewis können wir uns darauf besinnen, woher wir kommen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Roy Lewis wurde nach eigener Aussage in »prähistorischer Zeit«, genauer 1913, in Birmingham geboren. Nach einem Studium in Oxford besuchte er die London School of Economics und arbeitete als Anthropologe und Journalist. Mehr als zwanzig Jahre war er als Auslandskorrespondent der Zeitungen The Economist und The Times tätig, unter anderem in Afrika. Später lebte er in London, wo er einen kleinen Lyrikverlag besaß. Roy Lewis starb 1996.

Mehr über Roy Lewis bei Wikipedia.

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