14/04/2011von 654 Views – 0 Kommentare

Oates, Joyce Carol: Die Lästigen

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Buchcover Oates Die Lästigen

  • Gebunden
  • 384 Seiten
  • Erschienen 2011 bei Eichborn
  • Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Röckel
  • Herausgegeben von Gabriela Jaskulla


Inhalt:

Die versammelten Geschichten von Joyce Carol Oates sind Entdeckungen: alle sind sie hierzulande noch unveröffentlicht. Von der Autorin und der Herausgeberin ausgewählte Momentaufnahmen vom amerikanischen Alltag. (Pressetext)

Kurzkritik:

Gewalt, Vernachlässigung, unterdrückte Geheimnisse: In diesen 19 Erzählungen zeichnet Joyce Carol Oates düstere Bilder der amerikanischen Unter- und Mittelschicht.

Insgesamt eine sorgfältige Auswahl aus Oates‘ über 400 Erzählungen, die einen guten Einblick in die Kurzprosa der vor allem als Romanautorin bekannten Autorin gibt und dem Anspruch des Untertitels, „eine amerikanische Chronik in Erzählungen“ zu präsentierten, gerecht wird.

Sabine gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Düstere Bilder

Gewalt, Vernachlässigung, unterdrückte Geheimnisse: In diesen 19 Erzählungen zeichnet Joyce Carol Oates düstere Bilder der amerikanischen Unter- und Mittelschicht. In wechselnden Perspektiven und mit unterschiedlicher Distanz zu den Figuren erzählt sie etwa in „Nackt“ bedrohlich nahe von einer weißen Frau, die von einer Gruppe schwarzer Kinder überfallen, geschlagen und ausgezogen wird; die Protagonistin in „White Trash“ dagegen spricht über sich selbst in der dritten Person und erzählt so von Melanie, die ein Verhältnis zu einem heruntergekommenen Jazzpianisten beginnt.

Zentrales Motiv Gewalt

Im ausführlichen Vorwort der Herausgeberin zeigt sich schon, dass Gewalt das zentrale Motiv vieler Geschichten Oates‘ ist, was sich auch in diesem Band wiederspiegelt. Gewalt kann sich auch gegen Tiere richten, wie in „Ihr habt mich gestreichelt, und ich lief euch nach“, wo ein Ehepaar über einen Straßenhund zu streiten beginnt, der ihnen bis vor die Haustür gefolgt ist. Oder sie kann buchstäblich vergraben sein, wie in „Gib Daddy einen Kuss“, wo im Garten ein Kinderskelett ausgegraben wird – und der Finder die noch intakte Halskette des Kindes an seine Stieftochter verschenkt.

Eine sorgfältige Auswahl

Während die meisten Geschichten durch ihre Dichte und ihre eindringlichen Bilder bestechen – so bleibt etwa die hellhaarige, reglose Mutterfigur, die am Ende der Brücke in „Todesmutter“ wartet, im Gedächtnis – fallen einzelne aus dem Konzept, etwa „Ewige Liebe“, die durch ihre Kürze oberflächlich wirkt, oder „Der Sammler der Herzen“, die im Vergleich zu den anderen eigenwillig symbolisch verrätselt ist.

Insgesamt dennoch eine sorgfältige Auswahl aus Oates‘ über 400 Erzählungen, die einen guten Einblick in die Kurzprosa der vor allem als Romanautorin bekannten Autorin gibt und dem Anspruch des Untertitels, „eine amerikanische Chronik in Erzählungen“ zu präsentierten, gerecht wird.

Von Sabine Schönfellner

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Das meinen andere (Perlentaucher-Rezensionsnotizen).

Joyce Carol Oates, geboren 1938 in Lockport, New York studierte Literatur und Philosophie und lehrt seit 1978 an der Universität von Princeton. Für ihre Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den National Book Award, mehrmals den O.-Henry-Preis sowie den Lotus Club Award of Merit. 1990 wurden ihr der Bobst Lifetime Achievement Award und der Rea Award verliehen.

Mehr über Joyce Carol Oates bei Wikipedia.

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