26/04/2013von 226 Views – 0 Kommentare

Medienschau 26/04

Blauer Esel für Links

Statistik des Bücher-Piraten Spiegelbest – Thatcher-Biograph Moore im Interview – Kindercomics mit Anspruch, Houellebecqs Lyrik-Band, P. D. James‘ Schauerroman – und weitere ausgewählte Literatur-News, empfohlene Storys & Buchbesprechungen von heute aus Zeit, Welt, taz, Süddeutsche, Frankfurter Rundschau, FAZ, Standard, Presse, Wiener Zeitung, Falter, Spiegel u.a.


News:

Bücher-Pirat Spiegelbest
800.000 Downloads im Monat
Am Tag des Urheberrechts (23. April) hat mit Spiegelbest einer der womöglich größten Bücher-Piraten in Deutschland Zugriffs- und Download-Statistik seines Portals veröffentlicht. Der Blick auf die Zahlen und auf das Titelangebot ist für Verlage und Autoren erschreckend.
Nach eigenen Angaben verzeichnete Spiegelbest auf seinem E-Book-Piraterie-Portal b***.to allein im März 2013 über 4 Mio Zugriffe. Die Zugriffe auf seine E-Book-Plattform sind seit Januar (868.990 Zugriffe) deutlich gestiegen. Für den April rechnet der Bücher-Pirat bereits mit über 5 Mio Zugriffen.
Eine Zahl, die besonders im Vergleich mit dem E-Book-Kaufmarkt erschreckend ist. Nach Angaben der GfK hat die Buchbranche im vergangenen Jahr insgesamt 13,2 Mio E-Books verkauft. Rechnet man die März-Zahlen von Spiegelbest auf ein Jahr hoch, ergeben das 8 Mio Titel.
Buchreport →

Storys:

Thatcher-Biograph Moore im Interview
Sie liebte es, schockiert zu werden
Ihre einzige Bedingung war, dass sein Buch nicht zu ihren Lebzeiten erscheinen durfte: Margaret Thatcher erwählte Charles Moore schon früh zu ihrem Biographen. Jetzt liegt der erste Band vor. Ein Interview.
FAZ →

Nach dem Brand im Bücherlager
Die große Kleinverlagskatastrophe
Kaum jemanden regt es auf: Kürzlich wurden bei einem Brand in der Nähe Leipzigs fünf Millionen Bücher zerstört. Vor allem kleinere Verlage trifft der Verlust sehr hart. Ein Verleger berichtet.
FAZ →

Jenny Erpenbeck erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2013
„Epikerin des Augenblicks“
Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck wird mit dem Joseph-Breitbach-Preis 2013 geehrt. Sie wird für ihr literarisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und der Stiftung Joseph-Breitbach vergeben.
Börsenblatt →
Erpenbeck-Rezensionen bei den Eselsohren

Giwi Margwelaschwili erntet den Italo Svevo Preis 2013
„Ein weiser Anarchist“
Giwi Margwelaschwilis „ästhetischer Eigensinn“ gab den Ausschlag: Mit der Auszeichnung wollen die Juroren das literarisches Lebenswerk des deutsch-georgischen Autors “ehren und fördern, dessen Rang sich bereits abzeichnet, dem es jedoch vorerst am breiten Zuspruch der Zeit mangelt.“
Börsenblatt →
Über Giwi Margwelaschwili bei Wikipedia

Rezensionen:

Kindercomics mit Anspruch
Monster im Blumenmeer
Eine sprechende Kiste, ein Mitternachtsriese und schluffige Tierfiguren: Der Comicverlag Reprodukt startet eine anspruchsvolle Serie für Nachwuchsleser.
taz →

Michel Houellebecq
Ich bin dabei zu krepieren
In seinem neuen Gedichtband formuliert Michel Houellebecq seinen Weltekel. Frankreich feiert ihn bereits als den großen Autor unserer Epoche. Die Gedichte, die den Band eröffnen, sind sehr kurz, sechs, sieben Wörter pro Zeile. Dafür sind sie gereimt. Einfache, kinderleichte Reime, die – ob gekreuzt oder gepaart, ist ihm, wie er sagt, wurscht – pur auf obscur und secondes auf monde stapeln. Aber eines der Geheimnisse von Houellebecq ist ja, dass er meistens ausgerechnet da, wo er besonders platt und besonders banal zu sein scheint, ziemlich kompliziert ist. Oder jedenfalls auf ziemlich komplizierte Weise platt und banal ist.
Die Zeit →

P. D. James
Es fließt Blut in Pemberley
Endlich gibt es eine Fortsetzung von „Stolz und Vorurteil“, von P. D. James einer großen Dame des Krimis. Es ist ein Schauerroman, in dem Blut fließt. Jane Austen hätte das nie so hinbekommen.
Die Welt →
Zur Eselsohren-Rezension Gespreizt und langatmig

Sachbücher der Woche
Wer kann sagen,
wie sich die Welt einem Wal darbietet?
Philip Hoare spürt den Walen nach, Barbara Coudenhove-Kalergi schreibt bewegende Lebenserinnerungen und Navid Kermani erklärt die Krisenherde der Welt. Dies und mehr in den Sachbüchern der Woche.
FAZ →

„Die drei Kühe“
Schreib das auf, Kisch!
Im Juni 1937 macht sich ein Tiroler auf, um im Spanischen Bürgerkrieg aufseiten der Republikaner zu kämpfen. Egon Erwin Kisch hat seine Geschichte einst aufgeschrieben, jetzt liegt sie wieder vor. „Die drei Kühe“: ein Autor und sein Held – und kluge Anmerkungen zu beiden.
Die Presse →

Nordkoreaner in Texas
Ein Strahlungsmesser für den „Geliebten Führer“
Ein Held Nordkoreas auf heimlicher Mission: In „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, einem Spannungsroman mit satirischen Zügen, erzählt Adam Johnson die bizarre Geschichte einer Karriere unter Kim Jong Il – und wurde dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Spiegel →

Mehr bei den Eselsohren

 
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