19/04/2013von 218 Views – 0 Kommentare

Medienschau 19/04

Blauer Esel für Links

Neues im Streit um Pixi-Format – Sachbuch „Gelassenheit“ – „Mörikes Schlüsselbein“ der Bachmann-Preisträgerin Martynova – und weitere ausgewählte Literatur-News, empfohlene Storys & Buchbesprechungen von heute aus Zeit, Welt, taz, Süddeutsche, Frankfurter Rundschau, FAZ, Standard, Presse, Wiener Zeitung, NZZ, Spiegel u.a.


Storys:

Streit um Pixi-Format
Verkaufte Freiheit im Kulturbetrieb
Der Unsichtbar Verlag wurde per Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, die „Edition Kleinlaut“ einzustampfen. Carlsen sieht seinen exklusiven Anspruch auf das quadratische Pixi-Format gefährdet.
Seit knapp 60 Jahren veröffentlicht Carlsen Minibücher im Format 10 x 10 cm, pro Jahr verkaufen die Hamburger 15 Mio Pixi-Bücher. Eine Marktposition, die Carlsen immer wieder verteidigen muss. So auch gegen den Unsichtbar Verlag, der mit der „Edition Kleinlaut“ eine Buchreihe im Format 9,5 x 9,5 cm herausgegeben hat.
Nun stellt sich Unsichtbar-Verleger Andreas Köglowitz auf buchreport.de zwei grundlegende Fragen:
1. Darf man überhaupt irgendein Buchformat schützen?
2. Wir teuer ist es, sein Recht durchzusetzen oder verliert immer der mit weniger Geld?
Buchreport →

Rezensionen:

Sachbuch „Gelassenheit“
Die Philosophie des Zurücklehnens
Sie ist der Begriff der Stunde: Nachdem Magazine, Zeitungen und Fernsehsender seit Jahren über das Zeitgeistphänomen Burn-out und seine gesellschaftlichen Folgen berichten, ist Gelassenheit die angemessene Reaktion auf das ubiquitäre Übel – und auf die Berichterstattung darüber. Diese innere Befindlichkeit, nur von wenigen beherrscht, glauben wir zwar zu kennen. Beginnen wir jedoch darüber nachzudenken, was Gelassenheit ist und wie wir diesen seelischen Aggregatzustand erreichen, wird es schwierig. Die Vielschichtigkeit des Begriffs zeigt sich schon darin, dass kein fremdsprachiges Wort existiert, das der deutschen Gelassenheit entspricht. Das Englische kennt zwar calmness oder coolness, das Französische placidité oder flegme, das Spanische tranquilidad. Wie schön ist es da, dass es jetzt ein kleines, unaufgeregtes Buch zu diesem Thema gibt, aus der Werkstatt des Schweizer Literaturwissenschaftlers Thomas Strässle.
Die Zeit →

Imagepolitik
Monarchien unterwerfen nicht, sondern umwerben
Deutschland ist stolz auf seine Demokratie. Aber bunter, dramatischer, exzentrischer geht es in Monarchien zu. Ein Schweizer zeigt, was Royals tun, um die Herzen ihrer Untertanen zu gewinnen.
Die Welt →

Literaturkolumne
Vier Tage wach
Einmal in der Woche versorgt uns die Kolumne “Lesen mit Links” mit Buchbesprechungen und -tipps und den aktuellsten Neuigkeiten aus der Literaturszene. Heute geht es um chemisches Heilfasten, Bon Iver und Technoacts, um ein Bücher-Spotify und den Welttag des Buches in München.
Süddeutsche →

Ismet Prcićs experimenteller Roman über Krieg und Emigration
Lost in Emigration
In seinem Debütroman „Scherben“ erzählt der 1977 in Tuzla geborene und 1996 in die USA ausgewanderte Ismet Prcić seine autobiografischen Erfahrungen von Krieg und Emigration. An die Stelle einer Zentralperspektive setzt er eine Collage aus mehreren Erzählsträngen, was überraschend neue Perspektiven schafft.
NZZ →

Martynova, Olga: Mörikes Schlüsselbein
Falsche Fährten, ewige Formen
Die aus Sibirien stammende und in Frankfurt am Main lebende Autorin Olga Martynova verfasst eine Hommage an die Literatur – mit immenser Sprachkraft und galligem Humor.
Ein Kapitel dieses Romans, es liegt knapp vor seiner Mitte, ist in sogenannten literarischen Zirkeln wohlbekannt, denn es gewann 2012 den Bachmannpreis. Es heißt “Ich werde sagen: ,Hi!‘” und schildert vordergründig, wie ein angehender Schriftsteller, der am Land bei Tante und Onkel die Ferien genießt, sich in eine Eisverkäuferin aus einer muslimischen Familie verschaut.
Wiener Zeitung →

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