04/01/2013von 247 Views – 0 Kommentare

04/01/13: Ich habe den Scheiß-Job frei gewählt

13.30h

*Umpf!* Jedes Halbjahr dasselbe! Ich ackere Verlagsprogramme durch, um eine Auswahl für die Eselsohren zu treffen.

Sagen wir, das ist ein A4-Broschüren-Stapel mit einer Höhe von 75cm. Wie viele Neuerscheinungen das wohl sein mögen?

Daraus habe ich in einem ersten Durchlauf 170 Bücher ausgewählt. Doch selbst wenn wir noch drei Bücher pro Woche besprechen würden, kämen wir im Halbjahr auf knapp 80.

Nun kommen meine ehrenamtlichen MitarbeiterInnen auf ca. 30 Buchbesprechungen in sechs Monaten. Ich habe bisher etwa 50 geschrieben und möchte auf mindestens 2/3 reduzieren. Da ich auch immer wieder Bücher übersehe oder mir weitere zum Rezensieren angeboten werden und da ich nicht nur Neuerscheinungen lesen will, möchte ich für mich vorläufig 15–20 bestellen.

Es ist ja schon anstrengend genug, die Kataloge durchzuackern, aber dann eine immer feinere Auswahl zu treffen, ist echt hart. Doch ich will nicht länger jammern. Und so wende ich eine von M. B. Rosenbergs* Methoden an:

1.) So ein Scheiß-Job, all die Neuerscheinungen durchzuackern!!

2.) Ich habe frei gewählt, all die Neuerscheinungen durchzuackern.

3.) Ich habe frei gewählt, all die Neuerscheinungen durchzuackern, denn ich möchte die vielversprechendsten Bücher der Saison lesen und diese dann den Eselsohren-BesucherInnen präsentieren.

Ja, genau, deshalb mache ich das.

Und damit am Ende besagte 15–20 Bücher übrig bleiben, vergebe ich 1–5 Sterne (in meinem Fall: Rauten). Bücher mit 3–5 Rauten werden in die nächste Liste übertragen. – Da waren‘s nur noch 70.

Ich kopiere zu jedem Buch die Inhaltsangabe dazu und versehe es mit einem Stichwort (Kriminalkomödie, Dystopie, etc.), bewerte es neu und übernehme nur noch die mit vier oder fünf Rauten. – 36.

Zehn abgezogen {weil mir die Eva und Sabine abnehmen (Albert und Daniel sind Selbstversorger)}, und ich bin mal auf 26.

Eine Nacht drüber geschlafen, die gestrichenen Bücher nochmals durchgesehen, ob mir da nicht ein „Fehler“ unterlaufen ist, und von den jetzt 30 Büchern wieder zehn streichen. Fertig ist die Liste.

Die Bücher werden dann bestellt. – Und bis die ersten zugestellt worden sind, kann ich jene Bücher vom letzten Halbjahr hernehmen, die zu lesen die Zeit einfach nicht gereicht hat.

* „Gewaltfreie Kommunikation“



22.00h

Die Kriterien? Ja, ich habe vermieden, über die Auswahl-Kriterien zu schreiben. Grundsätzlich ist Bestseller-Potenzial kein Thema. Oder Literaturpreis-Verdacht.

Die erste Auswahl (75cm auf 170 Bücher) ging intuitiv vonstatten: Cover, Titel, AutorIn, teils angelesener Ankündigungstext.

Für die zweite wurden alle 170 Bücher nachgeschlagen (bei Amazon, dort stehen in der Regel dieselben Texte wie in den Verlagsvorschauen, nur gekürzt). Zu den vorhin genannten Kriterien kam also Inhalt dazu. Die Bewertung geschah aber wieder intuitiv. Was drei bis fünf Rauten (#) hatte, blieb drin.

In der Excel-Liste der verbliebenen 70 Bücher wurden nun die Inhaltsangaben kopiert, anhand deren die Bewertungen revidiert wurden. Was vier bis fünf Rauten (#) hatte, blieb drin; es wurde aber auch eine Kategorie ###+ eingeführt, um manchen Büchern für die nächste Runde noch eine Chance zu geben.

Machte 26 (plus zehn „Startplätze“ für MitarbeiterInnen-Bücher). Nach einem vorletzten Check wurden ein paar Bücher zusätzlich aufgenommen, um schließlich bei ca. 20 zu landen. In dieser Phase wurden alle Rücksichtnahmen aufgegeben (wie: kein Buch von diesem Verlag? Aber drei Bücher von jenem? Dieses Buch wollte ich immer schon mal lesen, aber muss das jetzt sein? Von diesem Autor sollte man unbedingt etwas gelesen haben!) und nur mehr „Must-reads“ übrig gelassen.

Vor allem, weil es zusätzlich eine Liste von Nicht-Neuerscheinungen gibt, die ich bald einmal lesen möchte (und u.U. wieder nicht dazu kommen werde).

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