08/06/2009von 467 Views – 0 Kommentare

McDermid, Val: Nacht unter Tag

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Buchcover Nacht unter Tag von McDermid
Krimi
Aus dem Englischen von Doris Styron
Hardcover: Droemer, 2009
Taschenbuch: Droemer, 2010
(„A Darker Domain“, 2008)
Inhalt:

Das Verschwinden von Mick Prentice gibt Detective Inspector Karen Pirie Rätsel auf: Micks Tochter meldet ihn erst nach über zwanzig Jahren vermisst – doch aus der Familie des Bergarbeiters ist nicht viel herauszukriegen. Und auch bei dem steinreichen Sir Brodie, dessen Tochter damals zur selben Zeit zusammen mit ihrem Neugeborenen entführt wurde, stößt Karen auf eine Mauer des Schweigens. Allmählich kommt ihr der Verdacht, dass dies kein Zufall ist … (Pressetext)

Kurzkritik:

Mich als Hobby-Ethnologen hat Schottland sehr interessiert, das für mich eher ein weißer Fleck auf der Weltkarte gewesen ist, bis ich „Nacht unter Tag“ verschlungen habe. Der Schottin McDermid gelingt es, ihren LeserInnen Eigenarten und Besonderheiten des ehemaligen Königreichs anschaulich zu vermitteln – und auch die Umstände des für das Buch wichtigen Bergarbeiterstreiks 1984/1985.

Das gibt natürlich nur den Hintergrund für die dichte, spannende und psychologisch einwandfreie Story ab.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Vermisst seit 1985

Mein erster Krimi von McDermid – und es wird bestimmt nicht der letzte sein. Mit den ersten 50 Seiten hatte ich zwar meine Schwierigkeiten – die Autorin springt in ihren Kurzkapiteln in der Zeit vor und zurück –, doch sobald mir klar wurde, dass McDermid dadurch die Vorgeschichte(n) auf elegante Weise erzählt (nämlich aus der Perspektive der Betroffenen), stand meiner gespannten Lektüre nichts mehr im Weg.

Die junge Misha meldet ihren Vater bei der Polizei als vermisst. Das ist der schon seit über 20 Jahren, nur jetzt bedeutet er für Misha die letzte Hoffnung, dass ihr an Leukämie erkrankter Sohn vielleicht doch noch zu retten.

Streikbrecher

Ihr Vater war Bergmann und verschwand während des einjährigen britischen Bergarbeiterstreiks der Jahre 1984/1985. Man glaubt, dass er zum Streikbrecher wurde, was für ihn und seine Familie Ächtung bedeutete – und im Jahr 2007 immer noch bedeutet.

Die kluge und aufmüpfige Karen Pirie leitet die Abteilung für unaufgeklärte Verbrechen bei der schottischen Polizei und nimmt sich des Falles an, obwohl sie eigentlich den Enkel des reichen Unternehmers Sir Brodie Grant, Adam, suchen sollte, der 1985 entführt worden und seither wie Mishas Vater verschwunden ist.

Den Fall Adam hat die ehrgeizige Journalistin Annabel Richmond wieder ins Rollen gebracht, als sie in einer verlassenen Villa in der Toskana ein Plakat gefunden hat, die bei der Entführung verwendet worden sind.

Schottenröcke

Doch mich als Hobby-Ethnologen hat Schottland mehr interessiert, das – ich muss gestehen, bis auf Geiz, Schottenröcke, Sean Connery und Unabhängigkeitsbestrebungen – für mich eher ein weißer Fleck auf der Weltkarte gewesen ist, bis ich „Nacht unter Tag“ verschlungen habe. Der Schottin McDermid gelingt es, ihren LeserInnen Eigenarten und Besonderheiten des ehemaligen Königreichs anschaulich zu vermitteln – und auch die Umstände des oben erwähnten Bergarbeiterstreiks (dessen Ende laut Wikipedia den wirtschaftlichen Kurs der Regierung Margaret Thatcher bestätigte und das Selbstbewusstsein der Arbeiterbewegung nachhaltig beschädigte).

Das gibt natürlich nur den Hintergrund für die dichte, spannende und psychologisch einwandfreie Story ab. Geübte KrimileserInnen werden augenblicklich „wissen“, dass diese beiden Fälle miteinander zu tun haben, sie werden jedoch nicht dahinter kommen, auf welche Weise. Zumindest bis etwa 50 Seiten vor dem Schluss. Und da sind die mörderischen Verwicklungen selbstverständlich längst noch nicht zu Ende …

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Val McDermid bei Wikipedia.

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