08/05/2012von 330 Views – 0 Kommentare

Auch neu im Mai (1)

Liebe LeserInnen,

die Zeit reicht einfach nicht für alle vielversprechenden Neuerscheinungen.

Im Mai hätten wir gerne gelesen:


Antje Schendel: Die Tatortreinigerin

Ich komme, wenn das Leben geht
Sachbuch
Taschenbuch
227 Seiten
Knaur

Inhalt: Antje Schendel ist Tatortreinigerin. Ihr Job ist es, Zimmer zu reinigen, in denen Gewaltverbrechen begangen wurden, Wohnungen wieder herzurichten, in denen Leichen über einen langen Zeitraum unentdeckt blieben, und aufzuräumen, wenn Messies vor ihrem Unrat kapitulieren – damit schließlich alles wieder so aussieht, als wäre nie etwas passiert. Dabei haben Diskretion, Respekt und Professionalität höchsten Stellenwert. Bei ihrer Arbeit begegnen Antje Schendel so dramatische wie ergreifende Schicksale, fassungslose Hinterbliebene, deren erste Ansprechpartnerin sie ist, und kuriose Fundstücke. Immer wieder stößt sie auch auf Geheimnisse der Verstorbenen, die sie lieber nie gesehen hätte.

Die Autorin: Antje Schendel arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Informatikerin als Model. Durch Zufall erfuhr sie, dass es normale Reinigungsunternehmen ablehnen, Tatorte sauberzumachen. Antje Schendel erkannte die Marktlücke und gründete nach vielen Recherchen und Experimenten mit Reinigungsmitteln ihre Firma “Schendel Tatortreinigung”. Mittlerweile ist sie eine gefragte Expertin in ganz Deutschland. Shirley Michaela Seul, ist eine erfolgreiche Belletristik- und Sachbuchautorin. Sie lebt im Fünfseenland bei München.

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Amara Lakhous: Scheidung auf islamisch in der Via Marconi

Roman
Taschenbuch
256 Seiten
Wagenbach

Inhalt: Der italienische Geheimdienst erfährt von einer Gruppe muslimischer Einwanderer, die sich in Rom in der Gegend um die Via Marconi trifft und einen größeren terroristischen Anschlag plant. Als verdeckter Ermittler kommt Christian Mazzari ins Spiel, ein Sizilianer, der dann als vermeintlicher tunesischer Immigrant Issa in die Via Marconi zieht. Im Internetcafé Little Cairo begegnet er den jungen Männern des Viertels und Safia, einer zarten Ägypterin, die ihn die islamische Kultur mit den Augen einer jungen Frau sehen lässt. Issa und Safia erzählen abwechselnd aus ihrem Leben und von der geheimen Sympathie, die sie verbindet. Wieder durchleuchtet Amara Lakhous die italienische Gesellschaft ursprüngliche und zugezogene Einwohner mit feiner Ironie und unbestechlichem Blick für die alltäglichen Missverständnisse. Währenddessen gehen Issas Ermittlungen voran, und auch die Anzeichen drohender Gefahr verdichten sich, bis zu einem überraschenden Ende, nach dem der Leser den Fall garantiert noch einmal von vorne aufrollt.

Der Autor: Amara Lakhous, geboren 1970 in Algier, lebt und schreibt seit 1995 in Rom. Bei Wagenbach erschien sein Roman „Krach der Kulturen um einen Fahrstuhl an der Piazza Vittorio“.

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Andreas Franz: Todesmelodie

Ein neuer Fall für Julia Durant
Thriller
432 Seiten
Knaur

Inhalt: Gleich der erste Fall nach ihrer Rückkehr in den aktiven Dienst verlangt Julia Durant, die immer noch unter dem Trauma ihrer Entführung leidet, wieder alles ab: In einem WG-Zimmer wird eine Studentin aufgefunden. Sie wurde grausam gequält und schließlich getötet, am Tatort läuft der Song „Stairway to Heaven“. Verbissen ermittelt das K11 die mutmaßlichen Verdächtigen, und das Gericht verurteilt sie zu hohen Haftstrafen. Zwei Jahre lang wähnen sich alle in dem Glauben, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. Doch dann taucht ein weiterer toter Student auf, und wieder spielt dasselbe Lied …

Der Autor: Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman “Jung, blond, tot” gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgt Bestseller auf Bestseller, die ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Krimiautor machten. Seinen ausgezeichneten Kontakten zu Polizei und anderen Dienststellen ist die große Authentizität seiner Kriminalromane zu verdanken. Andreas Franz starb im März 2011. Er war verheiratet und hatte fünf Kinder.

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Imre Kertész: Fiasko

Roman
Fotografien von Janet Riedel & Katja Pratschke
Übersetzt von Peter Torberg
144 Seiten
Corso

Inhalt: Fiasko beschreibt den Versuch eines Neubeginns, nach Auschwitz, nach Buchenwald, in einem menschenverachtenden totalitären System, so wie es Kertész selbst erlebt hat. Die seriellen Fotografien, die entlang des Romans im heutigen Budapest entstanden, erzeugen die Atmosphäre der Entfremdung und des Orientierungsverlusts auf andere Art. Zugleich sind sie von einem hintergrundigen, bisweilen grotesken Humor.
Dem Fotoessay geht es nicht um Illustration, sondern um die visuelle Adaption von Kertész eigener literarischen Methode: den Versuch, bruchstuckartige Indizien, Gegenwartsfragmente und Déjà-vus zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Die Montage von Textauszügen aus dem Roman und Bildern lässt eine Überlagerung von Zeiten entstehen, eine spannende Doppeldeutigkeit, ein Vexierbild. Janet Riedel und Katja Pratschke gelingt eine ganz eigenständige, originelle Bildpoesie, die ebenso schlüssig wie rätselhaft ist.

Der Autor: Imre Kertesz, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Er gilt seit dem späten Erfolg seines “Roman eines Schicksallosen” als einer der großen europäischen Schriftsteller. Die jahrelange Arbeit an diesem Roman, der 1975 in Ungarn erschien, finanzierte er durch Musicals und Unterhaltungsstücke. Er betätigte sich als Übersetzer von Freud, Nietzsche, Hofmannsthal, Canetti, Wittgenstein und anderen. 2000 erhielt er den “Welt”-Literaturpreis, 2002 den Nobelpreis für Literatur und 2004 den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten und den Corine – Internationaler Buchpreis 2004 für sein Lebenswerk. 2009 wurde Imre Kertesz mit dem Jean Améry-Preis für Essayistik geehrt.

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