03/09/2010von 642 Views – 0 Kommentare

Scholder, Christoph: Oktoberfest

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Buchcover

  • Hardcover
  • Erschienen 2010 bei Droemer


Inhalt:

Der zweite Wiesn-Sonntag. Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag in einem Höllenszenario endet: Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, lässt in einem Bierzelt ein Betäubungsgas freisetzen. 70.000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod –

Kurzkritik:

Was dieses Buch außerordentlich macht, sind seine in der Regel realistisch gezeichneten Figuren, vom „kleinen“ Polizisten über den Wiesn-Sicherheits-Chef, von den Politikern über die Terroristen bis zu den Geheimdienstlern mit ihren ziemlich lebensechten Dialogen, und die vielen technischen Einzelheiten wie zum Beispiel über Waffen- und Kryptotechnik wirken hervorragend recherchiert.

Außerdem gibt es keine Handlungsstränge, die ins Leere laufen, am Ende ist nicht plötzlich alles wieder gut – und sehr spannend ist dieses Buch natürlich auch.

Wenn es noch einer Bestätigung bedurft hätte, dass „die Deutschen” Thriller amerikanischen Zuschnitts schreiben können, dann wäre diese Scholders „Oktoberfest“.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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schlechthalbwegsmittelgutsehr gut – 8 Leser/in/nen geben Ø 3,75 von 5 Punkten
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Besprechung:

70.000 Geiseln

Wie kann der erste Thriller eines Autors dermaßen gelingen? Zwar gibt es ja bestimmt einige „How to write a thriller“-Anleitungen, aber es wird wohl nicht genügen, die brauchbarsten zu befolgen. Man sollte meinen, dass auch neben Talent auch Erfahrung dazu gehören müsste, um daraus einen plausiblen Pageturner zu machen.

Nun, was soll‘s. Christoph Scholder hat einen großartigen Erstling geschrieben. Die grundlegende Idee – Terroristen bringen die Gäste des Münchner Oktoberfests in ihre Gewalt und fordern hohes Lösegeld – ist schon mal hervorragend, und das Ganze ist auch noch spannend und stimmig ausgeführt.

Die Details stimmen

Und soweit ich das beurteilen kann, stimmen auch die Details. Seien es bloß die über ein Logistik-Unternehmen, welches das Oktoberfest beliefert, oder jene über den (unter anderem) Wiesnzelt-Besitzer, dem man seine illegalen Machenschaften nicht beweisen kann, oder die über das Oktoberfest selbst.

Auch die logistische und technische Organisation des Großverbrechens (beim dem über 2.000 Menschen umkommen), dessen Hintergründe (russische Elitesoldaten) und die Auswirkungen auf die Münchner und gesamtdeutsche Politik und Exekutive sind ebenso glaubwürdig wie die Geheimdienstakiviäten.

Er hat den Überblick

Ja, „natürlich“ muss es ein Love-Interest geben (die Geliebte eines unserer Logistik-Unternehmer, der in einem Bierzelt gefangen ist, wird auch von einem der Terroristen begehrt) und der „deutsche James Bond“ Wolfgang Härter kann nichts anderes sein ein ganz großer Held, der die Lage mehr als alle anderen überblickt, wiewohl er sich um alle möglichen Einzelheiten kümmert, und außer Marineschwimmer auch Shaolinkämpfer ist. – Na und? Seien wir doch ehrlich: Wer keine Helden „braucht“, liest auch keine Thriller.

Ziemlich lebensecht

Was diesen außerordentlich macht, sind seine in der Regel realistisch gezeichneten Figuren, vom „kleinen“ Polizisten über den Wiesn-Sicherheits-Chef, von den Politikern über die Terroristen bis zu den Geheimdienstlern mit ihren ziemlich lebensechten Dialogen, und die vielen technischen Einzelheiten wie zum Beispiel über Waffen- und Kryptotechnik wirken hervorragend recherchiert.

Sehr spannend

Außerdem gibt es keine Handlungsstränge, die ins Leere laufen, am Ende ist nicht plötzlich alles wieder gut – und sehr spannend ist dieses Buch natürlich auch.

Wenn es noch einer Bestätigung bedurft hätte, dass „die Deutschen” Thriller amerikanischen Zuschnitts schreiben können, dann wäre diese Scholders „Oktoberfest“.

Von Werner Schuster

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Infos:

Ein Interview mit dem Autor.

Christoph Scholder wurde 1967 in Tübingen geboren. Seinen ersten Krimi schrieb er im Alter von acht Jahren. Nach dem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie lehrte er an verschiedenen Universitäten. „Oktoberfest“ ist sein erster Roman. Er lebt in München.

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