20/09/2009von 356 Views – 0 Kommentare

Wir können auch anders, –

– aber es nützt uns nichts.

In der Nacht zum 4. September war ich nahe daran, die Fäuste sprechen zu lassen. Doch als alter Sublimierer hab ich dann bloß einen Beschwerdebrief verfasst (– was auch nicht meine Art ist; ich mach‘s eigentlich lieber persönlich).

Ergebnis? Kann sein, dass bald die Fäuste sprechen –


Wien, 4. September 2009

An die Hausverwaltung P., Wien

Beschwerde über Herrn J.

Sehr geehrter Herr P.,

ich fühle mich von Herrn J., Mieter im von Ihnen verwalteten Wohnhaus in (Postleitzahl) Wien, (Straße, Hausnummer, Türnummer), in meinen Mietrechten beeinträchtigt.

Zum Beispiel dreht er sein Fernsehgerät so laut auf, dass ich – im Haus vis-a-vis – bei meinem Fernseher beim selben Programm den Ton abdrehen kann und dennoch jedes Wort verstehe.

Vor allem aber öffnet Herr J. immer wieder in betrunkenem Zustand nach Mitternacht die Fenster seiner ebenerdigen Wohnung, dreht seine Musikanlage auf hohe, wenn nicht höchste Lautstärke und setzt sich grölend in den Hof. – Meine Familie kann deswegen nicht schlafen.

Auf meine Bitten, die Musik leiser zu stellen, hat Herr J. stets höhnisch reagiert und die Musik nicht leiser gedreht. Und die Polizei zu rufen, haben die von Herrn J. belästigten Mieter aufgegeben. Er hat die Musik stets kurz abgedreht, wenn die Polizei kam, doch kaum war sie weg, hat er sie wieder aufgedreht.

Ich und meine Familie sind nicht die einzigen, die unter Herrn Js. unsozialem Verhalten leiden. Ich ersuche Sie, Herrn J. darauf hinzuweisen, dass er seine Anrainer in ihren Mietrechten beeinträchtigt.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schuster


Wien, 18. September 2009

An den Fachverband Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Fachgruppe Wien

Beschwerde über die Hausverwaltung P.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen einen zumindest sorglosen Umgang mit meinen persönlichen Daten seitens einer Hausverwaltung zur Kenntnis bringen.

Ich habe mich Anfang September bei der Hausverwaltung P. schriftlich über einen ihrer Mieter beschwert (- der immer wieder nächtens Lärm macht; ich wohne nicht im selben Haus, aber wir haben denselben Hof).

Und vor Kurzem hat betreffender Mieter im Hof laut meinen Namen gebrüllt.

Ich wollte wissen, wieso er diesen kennt, und bei der Hausverwaltung P. hat man mir mitgeteilt, dass diese meinen Brief mit meinem Namen und meiner Anschrift an den betreffenden Mieter weitergeleitet hat.

Da man nicht verstanden hat, dass ich das nicht o.k. finde, habe ich mich bei einer Datenschutzexpertin bei der WKO erkundigt. Diese meinte, es wären zwar keine sensiblen Daten weitergegeben worden, dennoch gelte der Geheimhaltungsgrundsatz. Außerdem könne mir, so die Meinung der Expertin, durch die Vorgehensweise der Hausverwaltung P. ein Schaden erwachsen (– betreffender Mieter könnte sich an mir rächen wollen).

Da man bei der Hausverwaltung P. zu mir sehr unhöflich war, ersuche ich Sie, genannte Hausverwaltung über die Auskunft der Datenschutzexpertin zu informieren.

Danke & beste Grüße
Werner Schuster

bildschirmfoto des briefes

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