12/11/2008von 590 Views – 0 Kommentare

Duff, Alan: Warriors

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Buchcover
Roman
Aus dem Englischen von Gabriele Pauer
Taschenbuch: Unionsverlag, 2008 (1995)
(„Once Were Warriors“, Tandem Press, 1990)
Inhalt:

Mit größter Intensität erzählt Duff, selbst Maori, vom Leben im Maori-Ghetto von Pine Block. Von Jake, dem arbeitslosen Hünen, der sich auf nichts verlassen kann als auf seine Muskeln und seinen linken Haken. Von Beth, die, selbstbewußt und stark im Nehmen, versucht, ihre zerfallende Familie durchzubringen und zusammenzuhalten. Von den fünf Kindern, die selbst in den Strudel geraten, bis Beths Kraft und Vision doch noch einen Ausweg zeigen.Duffs Roman ist mit Zorn und Anteilnahme geschrieben. Er verschweigt nichts, bricht Tabus und begegnet doch all seinen Figuren mit dem Verständnis, das ihnen im Leben verwehrt ist. (Pressetext)

Kurzkritik:

In „Warriors“ beschreibt Alan Duff die Situation von Ausgegrenzten ohne Chance auf Aufstieg oder Integration. Eine der Hauptfiguren, der Muskelprotz Jake, prügelt sich den Frust von der Seele, er schlägt seine Frau Beth und jeden, der ihm zu nahe kommt. Und Alkohol ist immer im Spiel.

Ein großartiges, aufwühlendes und berührendes Buch.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Traurige Kopien

In jenem Teil von Wien, in dem ich aufgewachsen bin, gab es etliche Schlägertypen, und seit ich dieses Buch gelesen habe, verstehe ich besser, wie Menschen ticken, die in ein Lokal gehen und fragen, wer „eine in die Gosch‘n“ will, und dann steht einer auf, und dann prügeln sich zwei, die eigentlich gar nicht wütend sind, zumindest nicht aufeinander.

In „Warriors“ beschreibt Alan Duff die Situation von Ausgegrenzten ohne Chance auf Aufstieg oder Integration. Eine der Hauptfiguren, der Muskelprotz Jake, prügelt sich den Frust von der Seele, er schlägt seine Frau Beth und jeden, der ihm zu nahe kommt. Und Alkohol ist immer im Spiel.

Alkohol ist an allem schuld

Und Alkohol ist an allem schuld in jenem Maori-Ghetto: Dass man keinen Job (und keine (Aus-)Bildung) hat oder bekommt, an ausgelassenen Parties (samt Streitereien und Schlägereien) in Pubs oder daheim, und dass man seine Kinder vernachlässigt und ihnen so die Chance nimmt, anders zu werden als ihre Eltern.

Aber eigentlich saufen die Menschen, weil sie wurzellos sind. Und Duff beschreibt mit kalter Wut, wer und was Maoris einmal gewesen sind und was aus ihnen geworden ist. Er zeigt auch – ohne kitschig zu werden – auf, wie jene erstarken, die sich ihrer Wurzeln besinnen (– Beth nimmt sich der verwahrlosten Kinder an und ruft so eine Maori-Bewegung hervor).

Schlägerkönig Jake

Was passiert, wenn man seine vergrabene Wesensart nur oberflächlich kopiert, zeigt Duff auch: Jene jungen Männer, die Maori-Kriegerbanden bilden, geben sich vielleicht stark, sie sind es aber nicht. So wie Schlägerkönig Jake, der – von Beth verlassen – verwahrlost.

Ein großartiges, aufwühlendes und berührendes Buch.

Von Werner Schuster

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Infos:

Über Alan Duff bei Wikipedia.

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