19/11/2008von 423 Views – 0 Kommentare

Wagner, E. J.: Wissenschaft bei Sherlock Holmes …

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Buchcover
… und die Anfänge der Gerichtsmedizin

Sachbuch
Softcover: Wiley-VCH, 2008
(„The Science of Sherlock Holmes“, Wiley, 2006)
Inhalt:

Sherlock Holmes ist nicht einfach nur ein Klassiker, mit seinen rationalen und wissenschafltichen Methoden ist er der Urvater der heute so beliebten Serien über Forensiker und Gerichtsmediziner (CSI, Der letzte Zeuge, Crossing Jordan). Da liegt es nahe, dass E.J. Wagner die Sherlock Holmes Geschichte gemeinsam mit den Anfängen der Kriminaltechnik unter die Lupe nimmt. Die Autorin beschreibt, mit welchen Aberglauben sich die Kriminalisten im 19. Jahrhundert noch herumschlagen mussten und mit welchen Tricks sie den Schurken auf die Schliche kamen. Elementar, wenn Sie sich für Forsensik, ihre Geschichte und den wohl berühmtesten Detektiven aller Zeiten interessieren. (Pressetext)

Kurzkritik:

Wie reserviert oder aufgeschlossen die damaligen Ärzte der Autopsie gegenüberstanden, welche Legenden die Fantasie der Ermittler in die falsche Richtung zu lenken vermochten, wer wie geschickt welches Gift zu mischen verstand (und erwischt wurde oder nicht), wie Schlampigkeit und schlechtes Licht Tatortermittlungen behindern können, welche Rolle damals Fingerabdrücke, ballistische Untersuchungen und Blutgruppenanalysen spielten und ob sich berühmte Wissenschaftler überhaupt irren konnten, das und noch viel mehr liest sich trotz teils makabren Inhalts und wegen der äußerst eleganten Sprache höchst vergnüglich und steckt voll überraschender Informationen.

Eva gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Legenden, Gift und schlechtes Licht

Sir Arthur Conan Doyles berühmte Detektiv-Figur Sherlock Holmes begeisterte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – und wohl noch bis heute – eine breite Leserschaft mit einer bis dato neuartigen Arbeitsmethode zur Aufklärung von Verbrechen, die ausschließlich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung beruht und sich weder auf Mutmaßungen stützt noch sich von Vorurteilen und Aberglauben leiten lässt.

Holmes, der fiktive Pionier der Forensik (das ist die Zusammenfassung aller Arbeitsgebiete, die sich systematisch mit dem Aufklären, Rekonstruieren und Analysieren von kriminellen Handlungen beschäftigen), gilt damit als Vorreiter aller in Romanen, Fernsehserien und Filmen heutzutage so beliebten ErmittlerInnen.

Souveräner Holmes

Das viktorianische Zeitalter war im Wandel begriffen, als Doyle seine 56 Kurzgeschichten und 4 Sherlock-Holmes-Romane schrieb, und ebenso wie in der Fiktion veränderten sich auch in der Realität die Methoden zur Verbrechensaufklärung. E. J. Wagner verflicht diese beiden Ebenen geschickt, indem sie Verbrechen der damaligen Zeit hinsichtlich der forensischen Methoden untersucht und gleichzeitig Holmes und seinen Freund und Chronisten Dr. Watson anhand der von ihnen aufgeklärten Fälle zu Wort kommen lässt. Holmes allerdings wirkt souverän im Vergleich zu so manchen damaligen Ermittlern.

Makaber

Wie reserviert oder aufgeschlossen die damaligen Ärzte der Autopsie gegenüberstanden, welche Legenden die Fantasie der Ermittler in die falsche Richtung zu lenken vermochten, wer wie geschickt welches Gift zu mischen verstand (und erwischt wurde oder nicht), wie Schlampigkeit und schlechtes Licht Tatortermittlungen behindern können, welche Rolle damals Fingerabdrücke, ballistische Untersuchungen und Blutgruppenanalysen spielten und ob sich berühmte Wissenschaftler überhaupt irren konnten, das und noch viel mehr liest sich trotz teils makabren Inhalts und wegen der äußerst eleganten Sprache höchst vergnüglich und steckt voll überraschender Informationen.

„Es macht sich in mir etwas Künstlerisches bemerkbar und verlangt beharrlich nach einer guten Inszenierung.“ (Sherlock Holmes in „Das Tal der Angst“) – So könnte man es auch sagen.

Von Eva Schuster

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