07/04/2010von 605 Views – 0 Kommentare

Albath, Maike: Der Geist von Turin

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Buchcover
Sachbuch
Erschienen 2010 bei Berenberg
Inhalt:

In Mussolinis Italien, im Schatten der Fabriken von Fiat und Olivetti, begegneten sich in den Dreißiger Jahren in Turin ein paar gebildete junge Leute. Sie gründeten Zeitschriften und Verlage, schrieben kritische Artikel, nahmen Verbannung und Gefängnis auf sich und fühlten sich als Avantgarde. Und das waren sie: Aus dem Kreis um Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg und den Verlag Einaudi kam jener Geist, der nach 1945 das Klima intellektueller Freiheit in Italien wesentlich geprägt hat. (Pressetext)

Kurzkritik:

Ein kenntnisreich und anschaulich geschriebenes Sachbuch über Italien vor, während und nach Mussolini.

Wer nie daran gedacht hätte, Turin einmal einen Besuch abzustatten, wird es nach der Lektüre tun. Wer noch nichts von Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg und Italo Calvino gelesen hat, wird dies nachholen wollen. Und wer nur oberflächlich über Mussolini Bescheid wusste, wird Italien von nun an mit anderen Augen sehen.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Als wäre sie dabei gewesen

Selbst wer sich nicht brennend für die Geschichte Italiens im letzten Jahrhundert interessiert, sollte dieses Buch lesen. „Der Geist von Turin“ ist der seltene Fall eines Sachbuches, das kenntnisreich geschrieben, umwerfend aufgebaut und von großer schriftstellerischer Qualität ist.

Maike Albath informiert uns nicht nur über den Verlag Einaudi und seine Protagonisten, sie lässt Menschen und ihre Zeit lebendig werden – und sie demonstriert, welchen Einfluss Intellektuelle auf einen Staat, seine Politik und seine Bewohner haben können.

Neues Reiseziel Turin

Wer nie daran gedacht hätte, Turin einmal einen Besuch abzustatten, wird es nach der Lektüre tun. Wer noch nichts von Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg und Italo Calvino gelesen hat, wird dies nachholen wollen. Und wer nur oberflächlich über Mussolini Bescheid wusste, wird Italien von nun an mit anderen Augen sehen.

Albath handelt dies alles nur bedingt chronologisch ab, viel eher geht sie in den Kapiteln von jeweils einem Zentrum – etwa Turins Aufstieg oder Paveses Selbstmord – aus, um welches sie ein Netz an (Hintergrund-)Informationen spinnt. Und dies so anschaulich, dass man meinen könnte, sie wäre dabei gewesen bei den Verlagssitzungen unter Giulio Einaudi oder beim in ein kleines Bergdorf verbannten „Ausländer jüdischer Rasse“ Ginzburg.

Jetzt bei Mondadori

Am Schluss hat man begriffen, dass „das Italien der Nachkriegszeit ohne Einaudi anders ausgesehen“ hätte und dass sich „die Entwicklung Einaudis auch als eine Parabel auf den Niedergang der italienischen Linken insgesamt verstehen“ ließe. Zumindest irritiert wird man zur Kenntnis nehmen, dass bei Einaudi manche Bücher nicht mehr erscheinen können, seit der Verlag 1994 in Berlusconis Verlagsgruppe Mondadori einverleibt wurde.

Von Werner Schuster

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