23/01/2022von 11 Views – 0 Kommentare

Wie man Bücher kauft (Essays)

Es liegen gewiss genügend Bücher auf dem Stapel der ungelesenen und derer, die ich gerade lese, aber irgendwie „beißt“ gerade keines so richtig. Die André-Heller-Biografie ist im Stadium von „schon wieder ein tolles Projekt mit namhaften Leuten“, von „Alan Bennett geht ins Museum“ bin ich ein bisschen enttäuscht, für Modicks „Konzert ohne Dichter“ fehlt mir derzeit die Muße und Kronauers „Das Schöne, Schäbige, Schwankende“ kann man sowieso nur häppchenweise lesen.

Und dann hatte ich von mir selbst den Eindruck, dass zu meinem Zustand Essays am besten passen würden. Aber bis auf welche von Borges liegen hier keine herum (und die verstehe ich meistens nur ansatzweise).

Also bin ich gestern in den Pausen des Snooker-Shoot-Out-Turniers herumgesurft und schließlich beim Perlentaucher gelandet, wo es über 150 Seiten mit Essays gibt. – Ich bin sie bis Seite 94 durchgegangen und habe Lesezeichen erstellt von den Büchern, die in Frage kommen. Aus diesen Lesezeichen habe ich eine Listeangefertigt und die (derzeit) interessanteren Bücher mit einem Sternchen versehen.

Heute habe ich nachgesehen, was die ausgewählten Bücher bei Thalia kosten, – und nicht nur entdeckt, dass der Droschl-Verlag eine Essay-Reihe herausgibt, sondern auch, dass die Thalia-Website in gewissen Punkten gar nicht so schlecht ist. So kann man zB nach „Essays“ suchen und findet tatsächlich um die 1.000. (Dass zur Zeit die Suche auf thalia.at spinnt, steht auf einem anderen Blatt: wenn man auf die Suchmaske klickt, geht ein Pop-Up auf, aber man kann keine Buchstaben eingeben. Man kann aber ein paar Mal auf eine alte Suche klicken, bis kein Pop-Up mehr aufgeht, diese löschen und dann endlich einen neue Suche reintippen.)

Ergebnis: meine Browser-Lesezeichen und die daraus erstellte „vielleicht“-Liste wurde etwas lang. Also habe ich mehr Sternchen eingesetzt (0 bis 3) und die 3- und 2-Sternchen-Bücher in eine eigene Liste kopiert, deren Bücher ich Zusatzsternchen vergab, bis ich ca zehn Essay-Bücher übrig geblieben waren.

Und von denen habe ich jetzt mal vier gekauft:

  • „Brüchige Gegenwart“ von Hans Ulrich Gumbrecht
  • „Bluescreen“ von Mark Greif
  • „Über das Vergnügen zu hassen“ von William Hazlitt
  • „Neulich in Amerika“ von Eliot Weinberger

Ein bisschen aus der Entscheidungs-Bahn geworfen hatte mich der Umstand, dass es von „Über das Vergnügen zu hassen“ zwei erhältliche Ausgaben gibt; ich habe mich schließlich für die entschieden, die es als E-Book gibt. Dass keine Autorin in der Auswahl ist, entschuldige ich damit, dass meine letzten Essay-Bücher nur von Autorinnen geschrieben worden sind. Außerdem hat „Die Unsterblichen“ von Anne Boyer das Rennen ganz knapp nicht gemacht (ist aber für den nächsten Anfall vorgemerkt).

Warum es genau diese vier geworden sind?  Von Weinberger kannte ich bisher nur ungewöhnliche Zusammenstellungen seltsamer Recherchen und nicht Meinungen zu aktuellen Geschehnissen, was „Neulich in Amerika“ beinhalten soll. Gumbrecht und Greif schreiben ebenfalls über unsere Zeit, und Letzterer hat angeblich einen frischen Zugang zum Essay-Format. Und natürlich will ich wissen, wie jemand anderer Vergnügen beim Hassen hat. Ich zum Beispiel hasse Hundertwasser dafür, dass er Autobahn-Raststationen behübscht hat, und das Mozart-Denkmal am Mozart-Platz.)

Jetzt habe ich noch 1,75 Stunden Zeit, um in meinen neuen Errungenschaften zu stöbern. Dann steigt das Achtel-Finale des Shoot-Outs. Bier ist schon eingekühlt.

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