14/03/2013von 362 Views – 0 Kommentare

Preis der Leipziger Buchmesse an David Wagner

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Der Preis der Leipziger Buchmesse 2013 geht an David Wagner (Belletristik), Helmut Böttiger (Sachbuch/Essayistik) und Eva Hesse (Übersetzung).

Kategorie Belletristik

David Wagner:

Leben

Gebunden, 288 Seiten
Rowohlt Berlin


Jurybegründung: «Wann passiert es schon, daß einem die Verlängerung des eigenen Lebens angeboten wird?» Der Anruf kommt um kurz nach zwei. Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon, und eine Stimme sagt: Wir haben ein passendes Spenderorgan für Sie. Auf diesen Anruf hat er gewartet, diesen Anruf hat er gefürchtet. Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und läßt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren. Von der Geschichte und Vorgeschichte dieser Organtransplantation handelt «Leben»: von den langen Tagen und Nächten im Kosmos Krankenhaus neben den wechselnden Bettnachbarn mit ihren Schicksalen und Beichten – einem Getränkehändler etwa, der heimlich seine Geliebte besucht, oder einem libanesischen Fleischer, der im Bürgerkrieg beide Brüder verlor. Beim Zuhören bemerkt er zum ersten Mal, daß auch er schon ein Leben hinter sich hat. Und da, in seinem weißen Raumschiff Krankenbett, unterwegs auf einer Reise durch Erinnerungs- und Sehnsuchtsräume, kreisen die Gedanken: Wen hat er geliebt? Für wen lohnt es sich zu leben? Und welcher Mensch ist gestorben, so daß er weiter leben kann, möglicherweise als ein anderer als zuvor? David Wagner hat ein berührendes, nachdenklich stimmendes, lebenskluges Buch über einen existentiellen Drahtseilakt geschrieben. Ohne Pathos und mit stilistischer Brillanz erzählt er vom Lieben und Sterben, von Verantwortung und Glück – vom Leben, das der Derwisch eine Reise nennt.

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Kategorie Sachbuch/Essayistik

Helmut Böttiger:

Die Gruppe 47: Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb

Gebunden, 480 Seiten
Deutsche Verlags-Anstalt DVA


Jurybegründung: Die Gruppe 47 ist zu einem Markenzeichen geworden. Jeder nimmt Bezug auf diese von Hans Werner Richter 1947 ins Leben gerufene lose Schriftstellervereinigung. Jeder hat eine Vorstellung von ihrer Wirkung. Helmut Böttiger legt nun den ersten umfassenden Überblick über die Geschichte dieser Institution vor, die unseren Literaturbetrieb erfunden und die politische Öffentlichkeit Nachkriegsdeutschlands mitgeprägt hat. Bei näherer Betrachtung wird aber klar: Vieles von dem, was man zu wissen glaubt, verkehrt sich ins Gegenteil. Die Gruppe 47 war erstaunlich pluralistisch; Paul Celan hatte ihr seinen Erfolg zu verdanken; und wenn es eine Symbolfigur für die Mechanismen der Gruppe 47 gibt, heißt sie viel eher Hans Magnus Enzensberger als Günter Grass. Durch die Auswertung vieler bisher unbekannter Dokumente und Gespräche mit Zeitzeugen entsteht ein lebendiges Bild der Frühgeschichte der BRD: von den Schwierigkeiten, die Prägungen durch den Nationalsozialismus abzustreifen, bis zu einem neuen, prekären Wechselspiel zwischen Literatur, Markt und Mediengesellschaft, das bis heute anhält. Es ist an der Zeit, die Ursprünge kennenzulernen.

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Kategorie Übersetzung

Eva Hesse:

Die Cantos

Aus dem Englischen, von Ezra Pound

Gebunden, 1500 Seiten
Arche Verlag


Jurybegründung: Das Jahrhundertwerk erstmals vollständig auf Deutsch: Von der einzigartigen Pound-Spezialistin Eva Hesse übertragen und von den Literaturwissenschaftlern Heinz Ickstadt und Manfred Pfister sorgfältig ediert und kommentiert, ist diese zweisprachige Ausgabe eine publizistische Sensation. »Ich halte die Cantos für komisch, aufregend, aufreizend, zart bis an die Grenze des Erträglichen, dogmatisch über alle Maßen, herausgeschrieen, gemurmelt, geflüstert, gesungen, wahr, falsch und querköpfig, schön, hässlich, handgefertigt, zuversichtlich, widersprüchlich, am Rande des Zusammenbruchs – kurz, für ganz und gar menschlich, lebendig und relevant.«, schreibt die englische Autorin und Kritikerin Christine Brooke-Rose. »In meinem Urteil ist Ezra Pound einer der größten Dichter, die je gelebt haben.« Ernest Hemingway

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Die Nominierten

Für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 waren je fünf AutorInnen in den Kategorien Belletristik und Sachbuch/Essayistik sowie fünf ÜbersetzerInnen in der Kategorie Übersetzung nominiert.

Insgesamt haben in diesem Jahr 141 Verlage 430 Titel eingereicht, die bis zur Leipziger Buchmesse 2013 (14.–17. März) erscheinen werden.

Nominierte Belletristik

  • Ralph Dohrmann: „Kronhardt” (Ullstein Verlag)
  • Lisa Kränzler: „Nachhinein” (Verbrecher Verlag)
  • Birk Meinhardt: „Brüder und Schwestern” (Carl Hanser Verlag)
  • Anna Weidenholzer: „Der Winter tut den Fischen gut” (Residenz Verlag)

Nach unten zu den Belletristik-Büchern mit Inhaltsangaben, Cover etc.

Nominierte Sachbuch/Essayistik:

  • Götz Aly: „Die Belasteten: ,Euthanasie‘ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte” (S. Fischer Verlag)
  • Kurt Bayertz: „Der aufrechte Gang: Eine Geschichte des anthropologischen Denkens” (C.H. Beck)
  • Hans Belting: „Faces: Eine Geschichte des Gesichts” (C.H. Beck)
  • Wolfgang Streeck: „Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus” (Suhrkamp Verlag)

Nach unten zu den Sachbüchern mit Inhaltsangaben, Cover etc.

Nominierte Übersetzung:

  • Maralde Meyer-Minnemann: „Der Archipel der Schlaflosigkeit”, aus dem Portugiesischen, von António Lobo Antunes (Luchterhand Literaturverlag)
  • Alexander Nitzberg: „Meister und Margarita”, aus dem Russischen, von Michail Bulgakow (Galiani Berlin)
  • Claudia Ott: „101 Nacht” aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragen nach einer Handschrift des Aga Khan Museums (Manesse Verlag)
  • Andreas Tretner: „Briefsteller”, aus dem Russischen, von Michail Schischkin (Deutsche Verlags-Anstalt DVA)

Nach unten zu den übersetzten Büchern mit Inhaltsangaben, Cover etc.

Nominierte Belletristik

Ralph Dohrmann:

Kronhardt

Gebunden, 928 Seiten
Ullstein Verlag


Lisa Kränzler:

Nachhinein

Gebunden, 300 Seiten
Verbrecher Verlag


Birk Meinhardt:

Brüder und Schwestern

Gebunden, 704 Seiten
Carl Hanser Verlag


Anna Weidenholzer:

Der Winter tut den Fischen gut

Gebunden, 250 Seiten
Residenz Verlag



Nominierte Sachbuch/Essayistik

Götz Aly:

Die Belasteten: „Euthanasie“ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte

Gebunden, 352 Seiten
S. Fischer Verlag


Kurt Bayertz:

Der aufrechte Gang: Eine Geschichte des anthropologischen Denkens

Gebunden, 415 Seiten
C.H. Beck


Hans Belting:

Faces: Eine Geschichte des Gesichts

Gebunden, 343 Seiten
C.H. Beck


Wolfgang Streeck:

Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus

Gebunden, 271 Seiten
Suhrkamp Verlag



Nominierte Übersetzung

Maralde Meyer-Minnemann:

Der Archipel der Schlaflosigkeit
Aus dem Portugiesischen, von António Lobo Antunes

Gebunden, 320 Seiten
Luchterhand Literaturverlag


Alexander Nitzberg:

Meister und Margarita
Aus dem Russischen, von Michail Bulgakow

Gebunden, 608 Seiten
Galiani Berlin


Claudia Ott:

101 Nacht
Aus dem Arabischen erstmals ins Deutsche übertragen nach einer Handschrift des Aga Khan Museums

Gebunden, 336 Seiten
Manesse Verlag


Andreas Tretner:

Briefsteller
Aus dem Russischen, von Michail Schischkin

Gebunden, 384 Seiten
Deutsche Verlags-Anstalt DVA


Der Jury gehören an: der Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels, Lothar Müller, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung; René Aguigah, Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft beim Deutschlandradio Kultur; Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien, sowie Ursula März, freie Literaturkritikerin und Journalistin. Weiterhin dabei sind Eberhard Falcke, freier Literaturkritiker, sowie Martin Ebel vom Tages-Anzeiger Zürich.

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