29/04/2012von 428 Views – 0 Kommentare

Unsere Lieblingsbücher vom April

Liebe LeserInnen,

von den im April vorgestellten Büchern haben uns folgende am besten gefallen:


BuchcoverSibylle Knauss: Fremdling

Roman

Hoffmann & Campe

Inhalt: Vor dreißigtausend Jahren hat er schon einmal ein Leben gehabt, der Mann, mit dem Jo genetisch identisch ist. Ausgesetzt in die Gegenwart, findet er sich nur in Marias Obhut zurecht. Als die nicht mehr in der Lage ist, ihre schützende Hand über ihn zu halten, macht er sich in den unberührten Natur reser vaten Europas auf die Suche nach seiner ursprünglichen Welt. Doch bald wird der geborene Jäger zum Gejagten. Nicht nur die Polizei sucht ihn, auch Forscher, die eine wissenschaftliche Sensation wittern, sind ihm auf der Spur. Da beschließt Maria, ihn ein letztes Mal zu treffen, um ihm zu sagen, wer er wirklich ist.

Das sagen die Eselsohren: Was wäre, wenn man einen Neandertaler in die Gegenwart verfrachten könnte? Wie würde dieser zurechtkommen? Wie würden die Menschen reagieren? Diesen Fragen geht Sibylle Knauss in ihrem Roman nach.

Sie hat keinen Fantasy-Roman geschrieben, sondern ein Gedankenexperiment unternommen, ohne alle Fragen, die dabei auftauchen, beantworten zu können und zu wollen. „Fremdling“ ist ein aufwühlendes Buch, das zum Weiterdenken anregt.

Zur Besprechung.

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BuchcoverTom Rachman: Die Unperfekten

Roman

dtv

Inhalt: Was, wenn ein Zeitungserbe seinem Basset mehr Interesse entgegenbringt als dem Schicksal seines Blattes? Was wird aus der unglückseligen Ruby (alleinstehend, immer auf der Suche nach dem Mann fürs Leben)? Aus Ed, der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin (alleinerziehend, drei Kinder und keine Zeit für die Liebe) rächt? Aus der Chefredakteurin Kathleen (verheiratet mit einem Weichei und verliebt in einen anderen)? Und aus Lloyd, der, einsam wie ein Straßenhund, aus Not eine Story erfindet und auffliegt?

Das sagen die Eselsohren: Kaum zu glauben, dass wir es hier mit einem Debüt zu tun haben. Mit sicherer und anscheinend leichter Hand hat Tom Rachman in „Die Unperfekten“ faszinierende Alltags-Charaktere in die stimmige Story einer fiktiven Zeitschrift gebettet – von den Anfängen bis zum Untergang.

Das alles kommt so mühelos rüber, als ob das jede/r könnte: aus einer im Grunde simplen Idee eine unaufdringlich reichhaltige Romanhandlung zu machen, in diesem Fall auch noch mit sicherem Gestaltungswillen und einer spürbaren Lust am Fabulieren und Formulieren.

„Die Unperfekten“ liest man, so glaube ich, auch gerne, selbst wenn einen Zeitungsredaktionen gar nicht interessieren.

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BuchcoverNina Bußmann: Große Ferien

Roman

Suhrkamp

Inhalt: Bereits seit Monaten unterrichtet Schramm nicht mehr; etwas soll vorgefallen sein zwischen ihm und einem Schüler. Die Kollegen haben es schon immer gewußt, hinter seinem Rücken zerrissen sie sich über ihn, der immer korrekt war, die Mäuler. Zeit hat er jetzt genug, sollte man meinen, aber die Sache ist längst nicht ausgestanden. Und so wendet Schramm sich widerwillig an den einzigen Menschen, den er noch hat, seinen Bruder.

Das sagen die Eselsohren: „Große Ferien“ ist ein faszinierender und ein mehr oder weniger unheimlicher Roman. Faszinierend, weil wir diesen – vage bleibenden – Schramm besser kennenlernen wollen, unheimlich, weil wir zur Not auch etwas in ihn hineininterpretieren, das wahrscheinlich mehr über uns aussagt als über ihn. Es sagt jedenfalls viel über unseren Medienkonsum aus: über die kleinen und großen Verbrechen, mit denen wir tagtäglich aus zweiter Hand konfrontiert sind, im Fernsehen, in Zeitungen, in Büchern und Filmen.

Denn eigentlich wartet man ja auf die Enthüllung eines Verbrechens oder zumindest einer Schandtat, Schramms Garten kann doch nur die Idylle sein, vor der sich das Böse gut abhebt, oder?

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