11/12/2011von 441 Views – 0 Kommentare

Aus meinem Tagebuch

5. Dezember: Vor einer Woche oder so wurde versucht, in meinem Büro einzubrechen, während ich darin arbeitete. Seither verrammle ich die Tür zum Stiegenhaus, wenn ich das Büro verlasse.

Doch heute berichtet mein Nachbar, dass man bei ihm in der Nacht auf Samstag tatsächlich ein- und den Tresor aufgebrochen habe (es war nicht viel drinnen). Von der Straße aus.

Seither verbarrikadiere ich die Eingangstür mit dem Metallgitter, das von einem Vormieter stammt. Sieht hässlich aus. Ist Schutz an sich hässlich? Sperrt man sich nicht irgwendwie selber ein, wenn man andere aussperrt?

Auf jeden Fall bemühe ich mich, nichts mehr im Büro zu vergessen, wenn ich gehe. Sonst muss ich das Gitter aufschließen, die Tür aufschließen, rein, raus, die Tür abschließen, das Gitter abschließen. Und habe ich schon gesagt, dass es hässlich aussieht?

Fantas „Puschnig“ habe ich jedenfalls nicht vergessen und freue mich schon darauf, wie mir dabei wieder das Lachen vergehen wird.

6. Dezember: Der Nikolaus hat mir die erste Werbeeinnahme mit den Eselsohren gebracht. Muss ich mit der nächsten bis zum Christkind warten?

Und verhält es sich tatsächlich so, dass große Verlage zumindest zurückschreiben („Wollen Sie bei mir werben?“ – „Danke, nein“), während man von den meisten kleine(re)n nicht einmal ignoriert wird?

7. Dezember: Das wollte ich nicht! In der Nacht hätte ich beinahe einen Stammgast verloren, weil ich versucht habe, Gewinnspiel-Spammer loszuwerden.

Da gibt es nämlich einzelne Leute, die vorgeben, eine Großfamilie zu sein, und mit verschiedenen E-Mail-Adressen bis zu Zehnmal an Gewinnspielen teilnehmen. Nun kann ich mittels der (IP-)Adressen herausfinden, ob jemand so unfair ist, und habe diese Leute gestern von der Teilnahme ausgeschlossen.

Wie ich anhand einer erzürnten Mail feststellen konnte, können aber zwei Menschen durchaus einen Computer benutzen. Ein Marketing-Consulter hätte mich für mein gutes Krisenmanagement gelobt, ich aber habe es ganz persönlich bedauert, jemandem Unrecht getan zu haben.

8. Dezember: Einkaufsstraßen meiden, Verlagsprogramme (Frühjahr 2012) durchstöbern, Buch (Theurillats „Rütlischwur“) fertiglesen.

Nach dem „Rütlischwur“ mag ich jetzt wieder einen „unspannenden“ Roman lesen, der nicht nach Schema F gebaut ist. – Und wieso können manche (wie Le Carré) dieses Schema benutzen, ohne dass man‘s merkt? Theurillat kann das leider nicht.

9. Dezember: 9.50 Uhr und ich habe immer noch nicht mit dem Kulturjournal begonnen, das ich für ein Magazin fülle. Elf Seiten bis 20. 12. – jetzt mach aber hin! Du musst ja zwischendurch auch mal Geld verdienen!!

16.45 Uhr: Fühle mich etwas angeschlagen, aber die montägliche Albert-Knorr-Besprechung muss ich noch vorbereiten, und damit das auch erledigt ist, erstelle ich gleich darauf die Bestsellerliste für nächsten Mittwoch.

20.10 Uhr: Lese Fleming „Barrow‘ Boys“ und bin angetan von der Mischung aus Heldenmut und Scheitern, Historie und Politik.

10. Dezember: Bin ich ein Cyborg? Ich bin nicht ganz gesund und die Eselsohren sind heute total langsam. Sollte dies zusammenhängen? Aber wie?

Jedenfalls wurden die Beiträge für heute nicht automatisch freigeschaltet und die Site braucht ewig zum Laden.

Viele lassen sich dennoch nicht davon abschrecken und nehmen am Gewinnspiel teil. Und es sind keine SpammerInnen darunter 😉

11. Dezember: Morgengedanken: Gibt es schon lange so viele Online-Adventskalender oder bekommt man das erst mit, seit alle auf Facebook angekündigt und beworben werden? Jedenfalls muss ich mir für nächstes Jahr etwas anderes einfallen lassen.

Oder soll ich mich von gewissen Kreisen nicht beeinflussen lassen, in denen man über noch einen Adventskalender die Nase rümpft? Schließlich werden die Eselsohren seit 1. Dezember 1,5 Mal so viel besucht wie sonst (1.500 statt 1.000 Visits täglich) und bisher haben fast 200 Menschen beim Gewinnspiel mitgemacht.

Sogar am Sonntag um 5.40 Uhr hat jemand eine Antwort eingeschickt! – Wieso ich das weiß? Weil ich, wenn ich um 7 Uhr aufmache, doch sofort nachsehen muss, was mit den Eselsohren los ist.

Werner Schuster


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