06/11/2011von 477 Views – 0 Kommentare

Spielend scheitern

Meinungs-EselIch bin so manisch, dass ich nicht zum depressiv Sein komme.

Neulich wollte ich mir *hysterisch-lach* Arbeit ersparen. Sobald nämlich eine neue Besprechung erscheint, „muss“ ich den Link dazu händisch unter AutorInnen und Verlage abspeichern.

Das geht so (falls Sie es so genau auch wieder nicht wissen wollen, können Sie dies hier überspringen):

Ich öffne, ich kopiere, ich füge ein, ich speichere

Ich öffne die Besprechung (damit ich sicher bin, bei welchem Verlag das Buch erschienen ist), öffne das CMS in einem zweiten Tab, gehe auf „Seiten“, suche die vom entsprechenden Verlag, dupliziere einen alten Link und gebe dann den neuen sowie AutorIn und Buchtitel ein.

Das kopiere ich dann wieder, gehe zu den „AutorInnen“ mit dem richtigen Anfangsbuchstaben, füge den Link dort ein. Falls es über den/die jeweilige AutorIn noch keine Besprechung gibt, gebe ich einen sog. „Anker“ ein, gehe dann zu „alle AutorInnen“ und trage dort die/den neue/n mit einem Verweis ein.

Fertig! – Und das 3- bis 4-mal die Woche.

(Fall Sie gleich zu meiner Schlussfolgerung kommen wollen, dann klicken Sie bitte hier.)

Wolf oder Haas?

Und nachdem es mir gelungen war, den täglichen Haiku (siehe rechts oben) automatisch erscheinen zu lassen, habe ich mir gedacht: das will ich mit dem Index (den Indices) auch tun. (Falls Sie es so genau auch wieder nicht wissen wollen, können Sie dies hier überspringen.)

Also habe ich einen entsprechenden System gesucht. Ein paar davon habe ich gefunden, und alle brauchen – wollen sie denn alphabetisch sein – logischerweise Anfangsbuchstaben. Nun habe ich zwar die Titel seit jeher mit „AutorIn: Buchtitel“ eingegeben, nur halt leider mit den Vornamen begonnen. Und wer sucht z.B. Wolf Haas unter „Wolf“?

Bloß die Titel zu ändern, wäre jetzt nicht weiter schlimm gewesen. Arbeitsaufwand: eine Stunde.

Geschätzter Arbeitsaufwand: keine Ahnung

Jetzt wollte ich aber die Artikel auch gleich gut kategorisieren und verschlagworten. Dazu musste ich mir ein sinnvolles System überlegen. Geschätzter Arbeitsaufwand: keine Ahnung. (Falls Sie es so genau auch wieder nicht wissen wollen, können Sie dies hier überspringen.)

Und dann dachte ich mir, wenn ich jeden Artikel schon zum Bearbeiten geöffnet habe, dann kann ich auch gleich „putzen“, sprich: Dinge, die nicht mehr benötigt werden, löschen (farblich unterschiedlich gestaltete Links zum Beispiel), und Dinge, die im Laufe der Jahre hinzugekommen sind (etwa die LeserInnen-Buchbewertung), einfügen.

Ich machte mich froh an Werk. Über 1.200 Besprechungen.

Nachdem ich das Kategorie-/Schlagwort-System ein paar Mal adaptiert hatte, stoppte ich den Zeitaufwand für die Änderung von zehn – und kam auf einen geschätzten Arbeitsaufwand von knapp 60 Stunden.

*Schluck* – Aber wie viel Zeit ich mir später dann ersparen würde!

Es funktioniert nicht

Nach ca. 50 Besprechungen überprüfte ich, ob die kleinen Index-Programme nach 60 Stunden auch das leisten würden, was sie verprechen.

Taten sie nicht. F*ck!

Ich übersprang die Trauerarbeit und setzte mein Werk fort. Schließlich ist es sicher fein, dass die Buchbesprechungen alle halbwegs gleich aussehen. Und es hat dann doch keine 60 Stunden gedauert, sondern … ich weiß es nicht mehr; sagen wir: von Freitag bis Mittwoch. Nebenher.

Ich war aber … nunja, nicht direkt glücklich, aber doch zufrieden und heiter.

Errors are a man‘s best friend

Denn ich bin ein Freund von Fehlern. Schauen Sie sich dieses Büro an. Besser gesagt: wie ich hier was geschaffen habe. Ich habe vieles bestimmt „falsch“ gemacht, aber erstens ist doch etwas Brauchbares dabei herausgekommen und zweitens sieht es hier sehr nach mir aus. So ein Büro gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.

Klar wüsste ich mir mit meiner Zeit auch „Besseres“ anzufangen als Ziegeln von der Wand zu klopfen oder vergeblich einen „sich selbst erstellenden“ Index zu erstellen zu versuchen. Ich bin nicht immer ruhig und gelassen bei solchen teils aberwitzigen Aktionen.

Irgendwann werde ich mir viel Zeit ersparen

Und natürlich ist es mir lieber, wenn etwas klappt. Es muss ja nicht so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe. (Manchmal entdeckt man durch „Fehler“ etwas viel Besseres als das Gewünschte oder Herkömmliche.)

Jedenfalls habe ich mich am Tag nach Beendung des Rezensionen-Putzens auf die Suche nach einem Index-Programm gemacht, das meinen Vorstellungen möglichst nahe kommt: von der Funktion und vom späteren Aussehen her.

Ob es klappt, werden Sie vielleicht nie mitbekommen, aber ich werde mir viel Zeit ersparen. Oder so.

Von Werner Schuster

P.S.: Der Titel „Spielend scheitern“ ist von Luisa Francia geborgt. Die hat 1990 einen – leider vergriffenen – „Leidfaden (für Frauen) mit 13 Tips zum Misserfolg“ veröffentlicht.


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