20/06/2010von 583 Views – 1 Kommentar

So etwas mache ich gern wieder

Liebe Eltern,

auch wenn ich schon auf mehreren Open-Air-Festival gewesen bin, so hatte ich doch leichte Bedenken, mit meiner 12-jährigen Tochter zu Nova Rock zu fahren. Als sich nämlich mein vor etwa 15 Jahren ungefähr gleich alter Sohn für Fußball begeisterte, bin ich mit ihm ein Mal im Fanbus zu einem Auswärtsspiel von Rapid gefahren.

Da hat mich ein Ultra (laut Wikipedia: „Von den Medien werden die Ultras Rapid auch gelegentlich mit Gewalt in Verbindung gebracht, sie selbst zeigen sich hiervon nicht abgeneigt“) fast geschlagen, nur weil ich ihn fragte, ob wir für seinen Bus reserviert hätten, und dann mussten wir bis Graz auf 275 Kilometern ca. 8 Pinkelpausen machen, weil die Fans aus unserem Bus so viel Bier tranken. Bei der Heimfahrt haben sich dann zwei im Bus geprügelt und sich kurz darauf via Bordmikrofon wieder veröhnt („Ich weiß, man soll seinen besten Freund nicht schlagen!“).

Ben wollte dann so etwas nicht mehr machen, und ich hab mir gedacht, bei Rockfestivals ginge es ähnlich zu.

Tut es überhaupt nicht.

Ich hatte in (inklusive An- und Rückreise) 16 Stunden kein einziges negatives Erlebnis. Vielmehr waren ausnahmslos alle (denen ich begegnet bin) gut drauf, freundlich und rücksichtsvoll – selbst diejenigen, die schon ein paar Bier zu viel intus hatten.

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es den Kids eher darum, sich zu auszutoben und zu vergnügen. Das kann bedeuten, dass man in einem Bananenkostüm herumläuft oder in Schottenröcken oder dass man tanzt und springt und brüllt, wenn einem die Musik gefällt.

Auch war die Musik jetzt nicht so, dass sie mich und andere aggressiv gemacht hätte (wobei wir die Metal-Bands auf Bühne Zwei nicht besucht haben). Aber wenn die Polizei bis zum zweiten Tag bloß 13 Diebstähle, drei Führerscheinabnahmen und drei Körperverletzungen zu verzeichnen hatte, spricht das doch eh schon für sich. (Insgesamt waren an drei Tagen 150.000 BesucherInnen bei Nova Rock.)

Ich bin auf jeden Fall hingefahren, damit Flora ihre „Green Day“ erleben kann, – und habe so nebenbei „The Hives“ für mich entdeckt. Ich habe viel Staub mit heimgebracht – und die Erinnerung an ein angenehm ausgelassenes Festival.

Lassen Sie also ihre Kinder ohne Bedenken zu so einem Festival fahren, auch wenn Sie Rock in seinen diversen Ausformungen nichts abgewinnen können. Ihre Eltern haben Ihre Musik vielleicht auch nicht gemocht.

Werner Schuster


Infos

Nova Rock
Green Day
The Hives


1 Kommentar zu "So etwas mache ich gern wieder"

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  1. Karin sagt:

    Respekt Herr Schuster – mit The Hives zeigen sie einen, aus meiner Sicht, guten Musikgeschmack! :-)

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