04/10/2009von 261 Views – 0 Kommentare

Herr Schuster, überheben Sie sich mal nicht!

Nachdem ich den Kulturbegriff die letzten Male schon sehr ausgeweitet habe (Stichwort „Alltagskultur“), kann ich in einer Kolumne, in der es nicht ums Lesen geht, auch gleich über Bücher schreiben, besser gesagt: übers Bücherstemmen.

Das hat jetzt nichts mit der Hirschengasse zu tun (zur Erinnerung), nahm seinen Ursprung jedoch in der nicht weit davon entfernten Kirchengasse. Dort gibt es ein Billardlokal, wo ich vor Kurzem ein English-Billiards-Wochenend-Trainingscamp besucht habe (– English Billiards ist was schön Perverses: Der Tisch ist doppelt so groß wie ein Pooltisch, und man spielt mit nur drei Bällen).

Werner, dein Arm zittert

Jedenfalls sagte der Trainer am zweiten Tag – wir trainierten schon die insgesamt zehnte Stunde – zu mir: „Werner, dein Arm zittert.”

Ich verkniff mir ein „Nona“ (Österreichisch für: ohnehin klar; was denkst du denn?) und fragte ihn statt dessen: „Was kann ich dagegen tun?“

Und er antwortete knapp: „Hanteltraining“.

Nun bin ich ein Schreibtischhengst (Schreibtisch stimmt auf jeden Fall), der Superbücher über Wirbelsäulentraining sowie einen Heimtrainer und diverse entsprechende Gerätschaften sein Eigen nennt. Aber selten benutzt.

Im nächsten Leben

Da trifft es sich gut, dass ich Flora zur Zeit Walter Moers‘ „Die 13  Leben des Käpt‘n Blaubär“ vorlese (ca. 700 Seiten; Besprechung folgt im nächsten Leben). Denn als Eva und ich, was selten vorkommt (= Scherz), nebeneinander saßen und lasen, schnappte ich mir mit einem Mal den Moers und begann Armbeugen zu machen.

Evas Gesichtsausdruck ließ mich innehalten (– so sehen auch Menschen aus, die das erste Mal beim English Billiards zusehen; Anm.). Doch weil sie mich kennt, konnte ich nach einer kurzen Erklärung mit meinen Tätigkeiten fortfahren, ohne unsere Beziehung zu gefährden.

Und: Schon am nächsten Tag spürte ich was (d.i. Muskelkater)! Was aber tun, wenn mir die 1,2 Kilogramm (– Sie können ruhig lachen) nicht mehr schwer fallen?

Fit With Books

Kein Problem: Dicke Wälzer liegen derzeit voll im Trend: Laut orf.at gibt es drei lesenswerte Bücher, die zusammengenommen über 4.300 Seiten umfassen.

Es handelt sich um:
– Roberto Bolano: 2666 (1.096 Seiten)
– Thomas Pynchon: Gegen den Tag (1.600 Seiten)
– David Foster Wallace: Unendlicher Spaß (1.648 Seiten)

Das bedeutet: Sollten Sie untrainiert sein, beginnen Sie mit einem 500-Seiten-Buch Ihrer Wahl (aber Hardcover!), das interpolierte 0,87 kg haben müsste, wechseln später zum Bolano (1,7 kg) und schließlich zu Pynchon oder Wallace (jeweils ca. 2,75 kg).

Kaufen Sie beide und lesen Sie während des beidarmigen Trainings meinen bis dahin veröffentlichten Ratgeber „Schwache Arme müssen nicht sein!“!!

Ich wünsche: Fröhliches Trainieren!

Ihr Coach
Werner Schuster

P.S.: Sie können die Bücher natürlich auch lesen. Zusätzlich.

Buchcover Die 13 Leben des Käpitn Blaubär von Moers


Infos

English Billiards (Wikipedia)
Über 1.600 Seiten „Unendlicher Spaß“ (ORF-Beitrag)

Roberto Bolanos „2666“ ist erhältlich bei amazon.de // buecher.de // buch24.de // libri.de.
Thomas Pynchons „Gegen den Tag“ ist erhältlich bei amazon.de // buecher.de // buch24.de // libri.de.
David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ ist erhältlich bei amazon.de // buecher.de // buch24.de // libri.de.
Und Walter Moers‘ „Die 13  Leben des Käpt‘n Blaubär“ ist {leider nur mehr als Taschenbuch (Goldmann)}
erhältlich bei amazon.de // buecher.de // buch24.de // libri.de.

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