19/10/2010von 1.140 Views – 0 Kommentare

Trummer, Paul: Pizza globale

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Buchcover

  • Ein Lieblingsessen erklärt die Weltwirtschaft
  • Broschiert
  • Erschienen 2010 bei Econ (Ullstein)


Inhalt:

Jeder liebt Pizza. Doch nur die wenigsten wissen, welche globalen Probleme in unserem Lieblingsgericht stecken. Anhand der einzelnen Pizzazutaten erklärt der Wirtschaftsjournalist Paul Trummer beispielhaft die Welt der Nahrungsmittelhersteller. „Pizza Globale“ bietet umfassend und anschaulich Einblick in die moderne Lebensmittelindustrie und leistet wichtige Verbraucheraufklärung. (Pressetext)

Kurzkritik:

Nichts an diesem Buch ist neu. Es ist allerdings – im Gegensatz zu den vielen anderen Publikationen zum Thema – herrlich objektiv (soweit dies halt möglich ist) und angenehm sachlich, ohne deswegen trocken oder ungenießbar zu sein.

Werner gibt  ★★★★☆  (4 von 5 Eselsohren)

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schlechthalbwegsmittelgutsehr gut – 9 Leser/in/nen geben Ø 3,11 von 5 Punkten
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Besprechung:

Sie wollten es wissen?

Wer sich dieses Buch gekauft hat, wollte es wissen. Und er oder sie erfährt es auch. Paul Trummer erklärt tatsächlich anhand einer Tiefkühlpizza die Weltwirtschaft.

Anfangs führt er in die Geschichte der (Tiefkühl-)Pizza selbst ein, dann berichtet er über deren Zubereitung. Schließlich macht er uns damit bekannt, woher die Zutaten kommen und wie sie angebaut und hergestellt werden.

Ohne zu beschönigen, ohne zu verdammen

Nun gibt es genug Bücher, welche die zum Großteil schrecklichen Zustände in unserem und rund um unser Essen anprangern. Trummer macht das nicht. Er hat gründlichst recherchiert und führt uns in die oftmals komplizierte Materie ein, ohne zu beschönigen, aber auch, ohne alles zu verdammen.

Das liest sich dann zum Beispiel so:

Die erbitterten Preiskämpfe der Supermärkte setzen eine Spirale an problematischen Folgen in Gang: Lebensmittelproduzenten, die aufgrund des Preisdrucks verzweifelt versuchen, mit Imitaten und chemischen Zusätzen Kosten zu senken; Milchbauern, für die einige Cent weniger pro Liter Milch die Existenz bedrohen; die EU, die mit Milliardensubventionen die europäischen Bauern zu retten versucht – und mit ihren subventionierten Exporten Landwirte in Entwicklungsländern gefährdet. Der Profiteur all dessen ist der Konsument, der immer billiger einkauft. Doch was er mit den Lebensmitteln? Er wirft einen nicht kleinen Teil der billigen Nahrungsmittel einfach in den Müll.

Und nachdem er uns (nahezu) alles über den Teig, die Tomatensauce, das Fleisch, den Käse und die Gewürze erzählt hat, widmet sich Trummer dem Transport und der Gegenbewegung (Bio, Slow Food, etc.), wagt einen Ausblick in die Zukunft – und gibt auch noch Tipps für eine bessere Ernährung.

Die sind nicht neu. Nichts an diesem Buch ist neu. Es ist allerdings überhaupt nicht polemisch, sondern herrlich objektiv (soweit dies halt möglich ist) und sehr sachlich, ohne deswegen trocken oder ungenießbar zu sein.

Wärmste Empfehlung für die, die es wirklich wissen wollen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Paul Trummer lebt als Wirtschaftsjournalist in Wien. Er hat Betriebswirtschaft und Journalismus studiert. Nach Stationen bei sueddeutsche.de und Financial Times Deutschland kehrte er 2007 nach Österreich zurück und schreibt nun für die Wiener Tageszeitung Kurier.

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