26/11/2010von 7.909 Views – 8 Kommentare

Nizon: Das Jahr der Liebe – Inhalt

Vorbemerkung: Dies ist nicht der Versuch, den deutschen AbiturientInnen 2011 Arbeit abzunehmen, sondern als kleine Hilfestellung gedacht. Gerade bei diesem Buch kann eine Inhaltsangabe nicht die Lektüre ersetzen.

Inhalt kurz: Der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, lebt nach der Trennung von seiner Frau alleine in Paris. Dort versucht er, mit seiner neuen Situation zurechtzukommen und darüber zu schreiben.

Zur Info: Am Schreiben gehen (Poetikvorlesungen über „Das Jahr der Liebe“)


Versuch einer Inhaltsangabe

{Die Seitenzahlen beziehen sich auf Band 5 der siebenbändigen Taschenbuchausgabe „Gesammelte Werke“, 1999}

Anmerkung: Es ist nicht leicht, eine Inhaltsangabe dieses Buches zu erstellen, weil es keine eigentliche Geschichte widergibt, sondern gleichermaßen eine Reflektion über das Schreiben und über das Lieben ist. Außerdem könnte man glauben, „Hier versucht jemand das letztlich Unmögliche: sich selbst, seine Erfahrungen unmittelbar zu Papier zu bringen, ohne den Umweg über den schönen Schwindel von erfundenen Geschichten“ (Reinhard Baumgart über Herbert Achternbusch), doch Nizons Werke sind nach musikalischen Prinzipien konzipiert und komponiert, mit verschiedenen Tempi, Auftakten und wiederkehrenden Motiven. An „Das Jahr der Liebe“ hat er vier Jahre gearbeitet. (Nizons hat seine Arbeitsmethode selbst in seinen Frankfurter Poetikvorlesungen „Am Schreiben gehen“ beschrieben.)
Des weiteren wäre es nicht korrekt, das Buch für rein autobiografisch zu halten. Nizon nennt sich selbst „Autobiographie-Fiktionär“, das könnte bedeuten, dass er zwar über sich selbst schreibt, dass wir es hier aber weder mit einer tatsächlichen Autobiografie noch mit Bekenntnisliteratur zu tun haben. Zumindest ist das Autobiografische künstlerisch erhöht.

Erster Abschnitt

– Der Erzähler berichtet über seine Situation, seine Umgebung und porträtiert Mitmeschen.

Zu Beginn schreibt der Ich-Erzähler einen Traum „übungsmäßig nieder“, führt die wiederkehrenden Motive „Schachtelzimmer“ und „Taubenmann“ ein und beschreibt die Geräusche, welche aus seiner Umgebung in dieses Schachtelzimmer eindringen {7}.

In diesem Traum erinnert er sich an „Livia aus meinem Stipendiatenjahr“ (in Rom 1960, beschrieben in „Canto“; Anm.), zu der er sagt, „ich sei nun wirklich längst ein ausschließlich und professionell Bücher schreibender Autor“ {8–10}.

Dann denkt er an Dorothée aus einem Pariser Bordell (Prostituierte sind ein weiteres wiederkehrendes Motiv; Abm.) und schreibt, „das ist doch Liebe …“ {10–14}.

Ortswechsel: ein Café. Er trifft Beat (wiederkehrende Figur; Anm.) und sagt, „„ich bin ja so froh, Beat, dass ich das geschafft habe, mich endlich abzunabeln und überzusetzen, …, es ist wie ein Lebensneubeginn, mit bald fünfzig“ {15}. Sie spazieren durch Paris, kommen an Straßenmusikanten vorbei {18f}, später kauft der Erzähler ein Geschenk für seine Mutter ein (wiederkehrende Figur). Er beschreibt diese Mutter in ihrer „Alterswohnung“ {21–24}.

Ein neuer Unterabschnitt beginnt mit dem Satz „Warmschreiben nenne ich dieses Notieren, mein tägliches Geschäft, …“ {25}. Denn beschreibt er den Hof, auf den das Schachtelzimmer hinausgeht, und schließlich den Taubenmann. Dieser füttert Tauben, aber „er will nur die eine, seine Lieblingstaube, füttern“ {29}, die anderen vertreibt er.

Der Erzähler beschreibt seine Schreibsituation – „Dieses Warten, ein Belagern meiner selbst“ {31f} –, dann, dass er es liebt, mit der Metro zu fahren – „… weil ich vor lauter Mitlaufen, Mitgehen ganz von mir absehen kann, ganz von mir frei komme“ {35}.

Er erinnert sich an einen Ausspruch des mit ihm befreundeten Arztes und „auch ein bisschen Psychotherapeuten“ Lemm: „Wenn man sich über einen Mitmenschen ohne ersichtlichen Anlaß … aufregege …, deute das darauf, daß man sich über eine eigene Schwäche errege, eine Schwäche, die man nicht wahrhaben möchte“ {37f}. – Der Erzähler fragt sich, ob sein Hass auf den Taubenmann Selbsthass sein könnte.

Dann notiert er: „Etwas schreiben oder an Land ziehen, …, sonst wirst du krank in dieser Freiheit“ {41}. Er setzt fort: „Als ich noch in Zürich war, wie habe ich mich nach Freiheit gesehnt“ {42}. Er erinnert sich an den Hund, den er damals hatte {42ff}, dann an „früher, als ich in Bern und Museumsassistent war“ {45} und an den technischen Zeichner Oleg, der ihm einst eine Liebesgeschichte erzählt hat {46f}.

Schließlich beschreibt er wieder den Taubenmann {50ff}. Er erinnert sich an seinen ehemaligen Zürcher Hausgenossen Florian, einen ihm unsympathischen Menschen, der an einem Buch schrieb (– worüber sich der Erzähler aufregte; Anm.). „Das Problem meines Hausgenossen bestand darin, dass er nicht einfach freien Tisch schaffen konnte, er hätte das Wichtige vom Unwichtigen scheiden und peinliche Ordnung machen müssen, …“ {54–70}.

Und auch ein anderer ehemaliger, ihm ebenfalls nicht sympathischer Hausgenosse, ein Lateinlehrer, schrieb an einem Buch {70–75}!

In jenem Haus in Zürich wohnte auch eine siebzigjährige, ehemalige Putzfrau „und hatte nun … eine Art Gnadenbrot“. Auch von ihr fühlt sich der Erzähler belästigt {77–86}.

Er fragt sich, „kann ich nicht genügend Abstand halten? Reibe ich mich an allem und jedem, weil es mir zu nahe kommt?“ {86}, wendet sich wieder Paris zu: „Erst fand ich es exotisch, in einem Viertel zu leben, das zu großen, wenn nicht überwiegenden Teilen von Arabern bevölkert ist, auch von Schwarzen {87}“ und erwähnt einen gewissen Said und sein Lokal {87–95}.

Dann erklärt er, dass seine jetzige Wohnung einmal seiner Tante gehört hat, die hier ihren Lebensabend verbrachte und die er oft besucht hat {96–102}. Er beschreibt die trostlose Straße, in der diese Wohnung liegt, und die ihm unangenehmen Geräusche der Hausgenossen {102f}.

Er erinnert sich an seine Zugreise nach Paris {104f} und schreibt dann erstmals den später öfter wiederkehrenden Satz „Nimm mich an, bring mich hervor!“ {107}, und denkt dann an seinen früheren Besuch bei seiner Tante, als diese ihm Geld für ein Auto geborgt hat {110–114}.

Zweiter Abschnitt

– Der Erzähler berichtet von Prostituierten und anderen Frauen, mit denen er verkehrt.

„Jetzt bin ich so leicht wie eine Taubenfeder, sagte ich mir manchmal in meinem Schachtelzimmer in meiner ersten Zeit in Paris“, fängt dieser Abschnitt an {115}.

Der Erzähler erinnert sich an das Callgirl Brisa, das ihm die Adresse des Bordells „maisons de rendez-vous“ gibt {116–121}. Er schildert seine „Zimmerbesuche“ {121–126} und gesteht dann, „ich weiß nicht mehr, wann das anfing, dieses unbedingte Begehren, das Laufen nach Frauen {127}, … , ob es mit der Mutter zu tun hat oder mit dem Vater, aber sicher hat es mit dem Verschlossenen zu tun, mit Ausgeschlossenheit, Einzelsein, Starre und Einsamkeit, Todesangst, Tod {128}“.

„Arbeit hätte Schreiben bedeutet, aber was sollte ich schreiben in meinem Schachtelzimmer, diesem Ausnahmezustand“, notiert er wenig später {128}. Er geht in eine Bar und verlangt dort nach Cathy („Ich mag das Konfidentielle in derlei Beziehungen“) {135–137}.

„Ich war immer von Frauen umgeben, ich wuchs in einem Frauenhaus auf“ {137}. Dazu fallen ihm zwei Untermieter ein: Gerhard Kummer ein, der wegen Voyeurismus aus dem Haus geworfen wird, und die sexuell freigiebige Colette, der sich der damalige Gymnasiast ungeschickt näherte {138–146}. – „Mit der kleinen Oila hatte ich mehr Glück“ {146f}.

Wenig später schreibt er, „Dichten. Ich glaube, dass bei mir das erotische Lebensgefühl oder besser, dessen Erwachen mit dem Erwachen des dichterischen Zwangs eins war“ {149}.

Er erinnert sich an sein Rad, mit dem er durch die Gegen flitzte {150–156} und an die Jugendfreundin Lara – „Ich wollte mit ihr nur die LIEBE erleben und schloß sie als Person aus.“ {156–164}.

Er denkt an jenen Paris-Aufenthalt, bei dem er erstmals „vom Nachtleben überwältigt“ wurde {164–169}.

Er zitiert Cassius Clay: „Viele Männer hätten sich selbst umbringen können aus Lust an Frauen, wenn es keine Prostituierten gäbe.“ {169f}.

Sein Freund Beat rät ihm, sich eine Freundin zu suchen, aber der Erzähler will nicht („Ich bin ja noch ganz wund“). Beat sagt: „du bist es ja, der die Ehe zerstört hat, …, du wolltest weg. Du hast dich in dieses andere Mädchen vernarrt, das dich verrückt macht, aber nicht erhört“ {170f} (Diese „Vorgeschichte“ ist Thema von Nizons Buch „Untertauchen“; Anm.)

Der Erzähler beschreibt die Erinnerungen an seine Frau als „Heimsuchungen“ {172f}. Beat meint, „Du steckst in einer Mittwochskrise, stürz dich ins Schreiben“. Er antwortet, „Ich werde von diesen verdammten zwei Feuern versengt“, und Beat meint, „Da hast du deinen Stoff: zwischen zwei Feuern. Schreib dich frei.“ Und der Erzähler notiert: „Noch besser wäre: Das Jahr der Liebe. Aber: ich sehe nicht durch“ {175f}.

Er wendet sich wieder dem „krakeelenden“ Taubenalten zu {176–182}.

Dann erzählt er Beat von seinem Onkel Alois, „der mir in meiner Kindheit imponierte“ {182}, „der beste Ehemann auf Erden“ war {185}, aber „in eine lange Reihe enttäuschender Vaterfiguren“ gehörte {189}.

Der Erzähler beschreibt Beat als „Triebmensch“, als „Glühstrumpf“ {193}, erinnert sich an seine Ex-Geliebte und an einige Prostituierte aus dem „maisons de rendez-vous“, vor allem an Laurence, die ihn auch bei sich zu Hause empfing {195f}.

Er schwärmt Beat von der käuflichen Liebe vor und denkt dann bei sich, „es ist unmöglich, etwas über Dinge wie Sexus zu wissen, geschweige denn zu sagen. Wüßte ich’s, dann müsste ich’s nicht mehr tun“ {199f}.

Dritter Abschnitt

– Der Erzähler versucht, Paris zu beschreiben, und berichtet über seine Ängste.

Dieser Abschnitt setzt mit „Nimm mich an, bring mich hervor“ an. Der Erzähler bedauert, dass er kein Paris-Besucher mehr ist, sondern hier „alltägliches Arbeitsleben“ hat. „Ich konnte auch nicht schreiben in dieser ersten Zeit, ich lebte rückwärtsgekrümmt und vorwärtsparalysiert“ {202}. Er fragt sich, ob er an einer endogenen Depression leide und ob er wie Florian {ehem. Hausgenosse – siehe oben; Anm.) sei. Er erinnert sich an Stolz aus Nizons gleichnamigen Buch, der immer schon von einem „schweigsamen Wald eingekreist gewesen“ war {203–209}.

Dann denkt er an „die vielen, die vor mir … hier angekommen waren und die die Stadt von irgend etwas entbunden hatte“: George Orwell, Ernest Hemingway, Nick Adams, Henry Miller, Joseph Roth, Walter Benjamin und Vincent van Gogh {210f}. Und an den deutschen Maler Sandro Thieme – „menschlich invalid, aber er beeindruckte mich“ {210–220}.

In Paris fühlt(e) sich der Erzähler als „der Verschwindende, die Laus, das Atom, und dieses Hier konnte mich auf Schritt und Tritt auslöschen“ {222}. Er beschreibt eine Busfahrt durch ein ihm bedrohlich vorkommendes Paris {222–244}, spricht währenddessen mit sich selbst „du hast immer Angst vor der Zerstörung … des Rätsels, also des Lebens“ {236}; schließlich hört er die Stimme von Beat: „du suchst ja gar nicht die Klarheit, … alles was du suchst, ist dieses In Dunkelheit Gewiegtwerden, du suchst das Dunkel“ {244}.

Der Erzähler berichtet von seiner früheren Angst vor der Dunkelheit, von einer „schrecklichen Nachtangst“ {244}; zuletzt hat er das in der Provinz Pisa erlebt {244–250}. In Paris war er „noch nicht richtig in meinem neuen Leben angekommen, oder ich wagte es nicht, angekommen zu sein, schon meiner Frau wegen“ {251}.

„Ich war mutlos, ich zappelte im Netz der verschiedensten Ängste, …, ich sah die Peinlichkeit meiner Existenz, ich sah auch das Luxuriöse meiner Zustände“ {251}.

Er erinnert sich an seine Kur in Albano-Terme, an die Kurgäste und an die tiefe Niedergeschlagenheit, an der er dort litt {252–269}. Noch dazu vertraute ihm ein Herr Saurer an, dass er an seinen Memoiren schreibe {264}, was den Erzähler wütend machte.

Das Kapitel abschließend, schreibt er über Paris: „Ich werde nie an dich herankommen, verstoß mich nicht, nimm mich an: Stadt, dein Gefangener“. {270}

Vierter Abschnitt

– Der Erzähler beschreibt seine Art zu schreiben.

Dieser Abschnitt beginnt mit dem Satz „Aber wo ist das Leben?“ (– auch Titel eines Nizon-Lesebuchs aus dem Jahre 1983; Anm.) {271}. Der Erzähler erinnert sich an seine ehemalige Geliebte, die „mich mit dieser Liebesvergiftung infiziert hatte“ {272}, an seine Frau, der er „die mörderische Wahrheit“ bekennen musste {275}.

Er denkt an sein Arbeitszimmer in Zürich mit den beiden Lehrern und Fräulein Murz, daran, dass er von dort zu einem Maler gezogen war. Er beschreibt diesen Karl S. als schweren Trinker und als Magnus („er war weise, er hatte Kenntnisse von Heilkräutern, Gewürzen, Säften, und er konnte mit Tieren umgehen“ {278}). „Ich machte mich ans Schreiben, es war, wie wenn ich nur durch das Schreiben zu sehen, zu atmen, zu kommunizieren vermöchte“ {283}.

Er beschreibt, dass er seine Koffer einfettet: „Diese Köfferchen gehören zu meinem mobilen Haushalt. Jahrelang schleppe ich darin Manuskripte herum, …, und eines Tages geht, wenn ich Glück habe, alles in ein Buch, die Papiere verlassen die Koffer“ {287}. Er erinnert sich an frühere Arbeitszimmer: Die „waren Futterale für die werdenden Arbeiten, und wenn die Arbeit endlich fertig war, wurde die Hülle verlassen, die Haut abgestreift“ {289}.

Er schildert Beat, dass er kein „Bücherhersteller“ sei. Beat meint, dass der Erzähler Bücher „austrage“ {290}. Schließlich gesteht dieser, „mein Problem besteht einzig darin, dass ich nicht schreibe, was ich weiß, sondern vielmehr, um etwas zu erfahren“ und er spricht von einer „geheimsten Thematik“: „Sie wird nicht in der Fabel oder Handlung zum Vorschein kommen, sie wird in einem unteren Bereich wirbeln oder schweigen“ {292f}.

Und: „Ein Buch … muß dermaßen abgelöst sein vom Autor, von der Biographie und vom Ideenmagazin des Verfassers, wie eine Seifenblase …“ {293}.

Beat spricht vom Schreiben als Gewerbe, und der Erzähler sieht alles im Licht von unbezahlten Rechungen; er zitiert Robert Walser – „wer kein Geld hat, ist ein Schuft“ {295}.

Schließlich: „Ich war immer noch nicht soweit, ich konnte mich noch nicht an mein Buch machen“ {299}.

Schließlich träumt der Erzähler, dass er vielleicht etwas geschrieben hat, ohne dass er davon wusste {300–311}. Er holt die (politische) Realität herein: Libanon, Frankreich, Brasilien, Ostasien {311}, er denkt an Geschichten von Joseph Conrad und Somerset Maugham; er erwähnt den Taubenmann und die Kakophonie in seiner Arbeitsumgebung {314} und dass er neulich eine „Glücksbotschaft“ erhalten habe. In einer Bar habe ihm ein Mann gegen 1 Franc einen Umschlag überreicht mit einer „Message du Bonheur” und einer (esoterischen; Anm.) Personenbeschreibung des Erzählers – „Ich fand, dass er mich erstaunlich gut kenne“ {317f}.

Er denkt an seine Mutter sowie an Florian und Karel, die sich mit seinem Hund gut verstanden hätten (– „ich möchte nie wieder einen Hund haben, ich bin mein eigener Hund“ {321}). Er erinnert sich an seinen ersten Hund, der Flen hieß, „und jetzt kommt Beat herein, er sagt, nun, sagt er, hast du deine Initialriten endlich glücklich hinter dich gebracht, mon écrivain?“
„Ich sage: Beat, sage ich, ich bin müde. Und denke: ,WAS LÄRMT IHR SO UND SEHT DOCH, DASS ICH SCHLAFE.‘“ {322}

Von Werner Schuster


Mehr Infos:

Am Schreiben gehen (Poetikvorlesungen über „Das Jahr der Liebe“)

Zur Besprechung von „Das Jahr der Liebe“ und weitere Nizon-Buchbesprechungen bei den Eselsohren.

Paul Nizon, geboren 1929 in Bern, lebt in Paris. Für sein Werk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, erhielt er zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

Mehr über Paul Nizon bei Wikipedia.

Bei Amazon erhältlich: „Das Jahr der Liebe“ und „Am Schreiben gehen“.


8 Kommentare zu "Nizon: Das Jahr der Liebe – Inhalt"

Trackback | Kommentar RSS Feed

  1. www sagt:

    hai wirklich sehr hlfreich und bringt mich auf jedenfall weiter.
    hab aber auch mal so ne frage, die mir nicht so klar gewurden ist.

    und zwar frag ich mich schon die ganze zeit ob dieser “Beat”, der ja im buch der beste freund sein soll(?) wirklich eine Person an sich ist und nicht eher eine produktion seiner eigentlcihen schizophrenie ist?
    mir kam das irgendwie beim lesen so vor, da dieser “beat” immernur aufzutauchen bzw. erwähnt/befragt wird, wenn der Protagonist sich in einer für ihn fast aussichtslosen lage befindet und nicht recht weiß wie er nun weiter “handeln” soll. leider finde ich die stelle nicht mehr in der es mir zimelich deutlich vorkam…

    da ihr hier ja alle was über das buch such und das soweit ich finden konnte eine der wenigen seiten ist, in denen es auch von JDL handelt, wollte ich euch mal fragen ;P

    • wps sagt:

      In seinen Poetik-Vorlesungen sagt Nizon, seine erste richtige Formidee beim “Jahr der Liebe” war: “ich habe einen Partner”. Mehr sagt er zu Beat nicht. Ich denke, Beat ist ein Vis-a-vis ähnlich dem Taubenmann, wobei der Taubenmann eine reale Vorlage hat. Als Projektion der Schizophrenie sehe ich ihn nicht, eher als Gesprächspartner, damit die Ich-Figur nicht ausschließlich mit sich selbst redet oder sich auch Dinge sagen kann, die sie sich selbst eigentlich nicht eingesteht. Aber es ist schon interessant, dass Nizon über diesen Beat in “Am Schreiben gehen” so gut wie nichts sagt. – Ich hoffe, das hilft ein wenig. W. Schuster

  2. !!! sagt:

    Sollte man noch wichtige Hintergrundinformationen zu dem Roman berücksichtigen? Wie historische oder kulturelle Einflüsse.

  3. sarah sagt:

    sehr gelungen, nur schade, dass die seitenangaben nicht zu dem buch passen..auf jeden fall nicht zu der ausgabe von suhrkamp-

  4. sunsan sagt:

    ich finde die die Inhaltsangabe sehr gelungen jedoch habe ich noch eine frage zu dem buch, welche mit vllt. jemand netter weise hier z.T. beantworten könnte.
    FRAGE: welche rolle hat das Fenster (bzw. welche rolle spielen die fenster) in dem buch das jahr der liebe von pual nizon ??? wäre euch sehr dankbar, wenn mir viele ihre vorschläge und ihr wissen zu dieser frage mitteilen würden!! DANKEEE im voraus

    sunsan

    • wps sagt:

      nizon selbst äußert sich (in “am schreiben gehen”) nicht zum fenster. er sagt, dass er im ersten teil die welt des schachtelzimmers exponiert mit der dazugehörigen schreibsituation aus angst und einsamkeit.
      für mich beschreibt er im JDL, wie durch das fenster die außenwelt (störend) in sein schreibzimmer eindringt. und er beobachtet den taubenmann, eine art spiegelfigur.
      ansonsten gibt es noch fenster bei der zugfahrt im 1. abschnitt (“beugte mich weit hinaus, die Arme warf ich in die Luft”) und bei der busfahrt durch paris im 3. abschnitt, wo der erzähler vor allem beobachter ist.
      hilft das ein bisschen?

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