Lauenroth, Frank: Boston Run

16. Dez. 2009 | von

BuchcoverEin Marathon-Thriller auch für Nicht-Lauf-Fans.

schlechthalbwegsmittelgutsehr gut (durchschnittlich 4,50 Punkte von 4 UserInnen)
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Der Sieger steht fest

„Ihr Risiko hält sich in Grenzen“, schrieb mir Frank Lauenroth, als er mir dieses im Eigenverlag herausgegebene Buch nahelegte. Nun habe ich kein Problem mit Books on Demand, außer dass den BoD-Büchern, die ich bisher gelesen habe, ein Lektorat stets gut getan hätte.

Über „Boston Run“ kann ich das nicht behaupten. Es ist professionell geschrieben (und gestaltet).

Brian Harding startet beim Boston-Marathon und weiß, dass er gewinnen wird. Ein neues Dopingmittel macht ihn zur Laufmaschine, die sogar mehrere Aufholjagden locker schafft. Denn Harding tritt nicht nur gegen seine Gegner an, sondern gegen den Geheimdienst NSA, der an diesem Dopingmittel äußerst interessiert ist und seinen Lauf mehrmals stört.

Der Geheimdienst läuft mit

Allerdings kann man Harding nicht einfach aus dem Spitzenfeld abführen, noch dazu wo der Marathonlauf im Fernsehen übertragen wird. Und so müssen sich die NSA-Leute, allen voran Einsatzleiterin Rachel Parker, immer wieder etwas Neues einfallen lassen, weil ihre Pläne stets scheitern.

Mit dem Mastermind hinter dem Dopingmittel haben sie viel leichteres Spiel. Christopher Johnson überwacht den Lauf von einem Schulkeller an der Marathonstrecke aus und ist bald gefunden. Wie der sich jedoch den NSA-Leuten dennoch entzieht, darf hier nicht verraten werden. Auch darüber, ob Harding, wenn überhaupt, vor oder nach dem Zieleinlauf geschnappt wird, bewahre ich selbstverständlich Stillschweigen.

Klassische 42,195 Kilometer

Die Story ist sehr spannend und an sich filmreif, wenn auch der Schluss auf mich allzu konstruiert gewirkt hat. Dass die Charaktere nicht besonders vielschichtig sind, hat mich nicht gestört, zumal sie glaubwürdig bleiben.

Das Besondere an diesem Roman ist auf jeden Fall, dass hier ein Marathonlauf als zeitlich und räumlich scharf eingegrenztes Setting eingesetzt wird. Das hat etwas von einem klassischen Drama – auf 42,195 Kilometern zwischen Main Street und dem John Hancock Tower in gut zwei Stunden –, das in diesem Fall auch an Sport nicht Interessierte fesseln könnte.

Von Werner Schuster


Infos

Erschienen 2008/2009 bei BoD, 2010 bei Sportwelt herausgegeben.

Zur Leseprobe bei Sportwelt.

Über Frank Lauenroth auf seiner Homepage,
über den Boston Marathon bei Wikipedia.

„Boston Run“ bei Amazon.


Kategorie: Krimis & Thriller | Schlagwörter: ,

Kommentare (1)

  1. Rüdiger Bertold

    Also ich hab mir das Buch aufgrund dieser Kritik geleistet und bin schwer begeistert. Selten hat der Satz ‘In der Kürze liegt die Würze’ so woe hier gepasst. Keine unnötigen Sidekicks, kein Geschwafel, das ganze Buch quasi mit Vollgas aufs Ziel zu. Und ein genialer Schlusssatz!
    Eigenartig, dass sich so etwas im Eigenverlag verdingen muss. Ich sage nur: Lesen!

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