Dezember

Liebe LeserInnen,

im Dezember 2008 erscheinen – unter vielen, vielen anderen – folgende Bücher erstmals und/oder als Taschenbuch. Die Texte stammen wie gehabt aus den Ankündigungen der Verlage.

  • HARDCOVER

  • Dr. Samuel Johnson von James Boswell bei Diogenes
    Den wahren Biographen, einen Eckermann, einen Boswell, kann man aus seinem Gegenstand gar nicht mehr herausreißen. Eckermanns berühmtes Buch wäre kaum ohne sein gleich berühmtes Vorbild, den Samuel Johnson des Boswell, entstanden – kaum ohne dieses sonderbare Beispiel mimischer Genialität, kraft welcher ein zartnerviger, weichmütiger schottischer Edelmann sich bis zur Identifikation in einen der vehementesten, zornigsten und starrköpfigsten Engländer aller Zeiten verwandelt, so dass sie die Welt nun seit 150 Jahren aus einem dicken, aber in jeder Zeile unterhaltenden Buch ansehen: Samuel Johnson, aus der Lebenssubstanz Boswells wiedergegeben, oder Boswell, der seinen Rhythmus an Samuel Johnson und an dessen unendlich stärkeres Dasein verloren hat. Denn um die mimische Wiedergabe der Existenz handelt es sich, und nicht um die Wiedergabe geistiger Inhalte.
  • Das verspeiste Buch von Franz Hohler und Hans Traxler bei Luchterhand
    Franz Hohlers Urgroßvater machte sich eines Tages auf den Weg nach Basel. Fünf Stunden dauerte der Fußmarsch, und in Basel schaute er sich dann die Herbstmesse an. Besonders das menschliche Schaustück, die „dicke Berta“, gefiel ihm. Bevor er sich am Abend im Mondschein auf den langen Rückweg machte, wollte er sich noch einmal in einem Lokal stärken. Aber wie erstaunt waren Großvater, Kellner und die anderen Gäste im Lokal, als ihm statt einer Wurst ein Buch serviert wird … Liebevoll illustriert von Hans Traxler.
  • Schütze im Steigflug von Cecil Lewis bei Eichborn
    Es gibt Bücher, die eine Art literarischen „Irrtum“ darstellen. Dieses Buch gehört dazu, aber gerade darin liegt sein Reiz. Erst bei der Niederschrift seiner Memoiren verstand Lewis, daß er am Aufbruch in den Wahnsinn Europas ins 20. Jahr Hundert teilgenommen hatte. Als Artilleriebeobachter über der Front war er vom elenden Massensterben dort unten gnädig weit entrückt ‚Äî zu weit, um den Krieg als das zu erleben, was er in Wirklichkeit war: eine Vernichtungsmaschine, in der Menschenleben nur noch als „Material“ dienten.
    „Das ist ein Buch, das jeder lesen sollte. Lewis ist ein Denker, ein Meister des Wortes und so etwas wie ein Dichter.“ (George Bernard Shaw)
  • Deutschland ist Hamlet Ausgewählte Essays von Walter Muschg bei Diogenes
    Der Germanist und Literaturforscher Walter Muschg kam von der Psychoanalyse her und gewann daraus tiefe und überraschend moderne Einblicke in das unbewusste, mythische Wesen literarischer Texte. Dadurch gelangen ihm neuartige, oft provokative, jedoch stets überzeugende Interpretationen. Mit seinem Essayband „Die Zerstörung der deutschen Literatur“ machte er 1956 Furore, als er als Erster nach 1945 auf die „verbrannten Dichter“ des Expressionismus hinwies. Dieser Band versammelt die wichtigsten Essays aus diesem und anderen Werken Muschgs zu „seinen“ Autoren Brecht, Döblin, Goethe, Hebel, Kafka, Barlach, Keller, Stifter u.v.a.m.
  • Die Märchen von Beedle dem Barden von J. K. Rowling bei Carlsen
    Im Dezember 2007 hat J. K. Rowling das Geheimnis um „The Tales of Beedle the Bard“ gelüftet. Das von ihr handgeschriebene und selbst illustrierte Buch enthält fünf Märchen und ist liebevoll mit handgemachten Silberbeschlägen gestaltet sowie mit Mondsteinen verziert. Amazon war in der glücklichen Lage, eines von sieben Originalen zu ersteigern, und es war uns ein Vergnügen, diese Bilder und die dazugehörigen Rezensionen mit unseren Kunden zu teilen. Nun gibt J. K. Rowling Millionen von Harry-Potter-Fans die Chance, ab 4. Dezember 2008 das Buch selbst in den Händen zu halten.
  • TASCHENBUCH

  • Der Bingo-Palast von Louise Erdrich bei Suhrkamp
    Lulu Lamartine steckt eines Tages das Fahndungsfoto ihres Sohnes Gerry in einen Bilderrahmen und schickt es ihrem Enkel Lipsha Morrisey, der sich in Fargo herumtreibt. Er soll nicht enden wie sein Vater, sondern nach Hause zurückkehren, ins Reservat der Chippewas. Dort hat Lipshas Onkel das Sagen. Ein reicher Unternehmer, der nicht davor zurückschreckt, auf heiligem Boden, am Ufer des Sees Matchimanito, ein großes Kasino zu errichten, den Bingo-Palast. In Lipsha findet er einen Partner, der seine Leidenschaft für große Geschäfte teilt – und für Shawnee Ray Toose, deren Hochzeit mit dem Onkel erst verschoben, dann abgesagt wird.
  • Sturmerprobt von Einar Kárason bei Btb
    Der Mann ist für viele die Pest, für manche ein Genie und sich selbst gelegentlich ein Rätsel: Eyvindur Jonsson, genannt „Stormur“ (was auf deutsch „Sturm“ bedeutet), macht es seinen Mitmenschen nicht eben leicht. Ein Hang zur Bequemlichkeit zeichnet ihn aus – und eine Neigung, die Frauen seines Lebens für sich arbeiten zu lassen. Man könnte ihn auch als genialen Schmarotzer bezeichnen. Immer auf der Suche nach dem ganz großen Ding, das seinem Dasein die alles entscheidende Wendung gibt. Immer im Besitz genialer Ausreden, wenn es dann doch nicht klappt. Aber weil er immerhin über die glückliche Gabe verfügt, mitreißend und herzerfrischend erzählen zu können, erreicht ihn eines Tages tatsächlich ein ungewöhnliches und viel versprechendes Angebot: Er soll für einen bekannten isländischen Verlag vor den Medien möglichst authentisch den Autor eines Buches mimen, das im Milieu der Obdachlosen und Alkoholiker spielt, aber anderweit geschrieben wurde. Stormur wittert seine große Chance – und verkalkuliert sich wieder mal gewaltig …
  • Der Büchersack und andere Erzählungen von W. Somerset Maugham bei Diogenes
    In „Der Büchersack“, einer der bekanntesten Erzählungen von W. Somerset Maugham, reist der Ich-Erzähler nie ohne großen Büchervorrat durch die Welt aus Angst vor langweiligen Gesprächen. Doch in einem kleinen Outpost in den malaiischen Staaten braucht der Erzähler keines seiner Bücher, als sein Gastgeber Mark Featherstone ihm eine selbsterlebte Geschichte offenbart, die so schön und schrecklich ist, wie es nur die Liebe sein kann.
  • David Golder von Ir√®ne Némirovsky bei Btb
    David Golder hat mit Spekulationen Ende der 1920er Jahre ein riesiges Vermögen angehäuft. Er ist ein mächtiger Mann und er geht über Leichen. Als sein Kompagnon Selbstmord begeht, weil Golder ihn ruiniert hat, ist dies der Anfang des Niedergangs von David Golder. Ihm wird vorgeführt, dass seine Frau, ja selbst seine über alles geliebte Tochter nur hinter seinem Geld her sind. Als Golder längst resigniert und verarmt seinem Ende entgegendämmert, tut sich noch einmal die Möglichkeit eines gewaltigen Geschäftscoups auf. Und Golder will es noch einmal, ein letztes Mal, allen zeigen.
  • Mobbing von Annette Pehnt bei Piper
    Wenn das Schlimmste passiert ist, muss man sich endlich nicht mehr davor fürchten, sagte Joachim. Er warf den Briefumschlag auf den Küchentisch. Und mit einem merkwürdigen Ausdruck der Erleichterung fügte er hinzu, sie haben es geschafft. Was sie gegen ihn vorbrachten, war gelogen. Aber Feinde, Gespenster, Verschwörungen gehörten seit Jahren zu unserem Leben. Jetzt musste er wenigstens nicht mehr über die Arbeit reden, jetzt hatte er keine Arbeit mehr. Was aber würde aus ihm werden, was aus uns?
  • Auf verlorenem Posten von Slavoj Zizek bei Suhrkamp
    Der Kapitalismus, so Slavoj Zizek, gleiche einer Comicfigur, die stolz über den Dachfirst hinaus ins Leere läuft – um dann jäh abzustürzen. In seinem neuen, kämpferischen Buch setzt sich Zizek mit den Perspektiven der Linken auseinander: Er entlarvt die Widersprüche des Neoliberalismus, diskutiert die Positionen von Alain Badiou und Antonio Negri und untersucht, inwiefern die Debatte um den Klimawandel ein Indiz darstellt für ein „Unbehagen in der Natur“. Dabei erweist er sich wieder als das externe Hirn seiner Leser: Er sieht die Filme, registriert die Nachrichten und macht sich darüber die Gedanken, für die wir keine Zeit haben.

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