19/01/2013von 700 Views – 0 Kommentare

Zirnbauer, Thomas: Deutsche Literatur in 60 Minuten

Sachbuch
Hardcover
120 Seiten
Erschienen 2012 bei Thiele

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Inhalt:

Der Autor führt sein Publikum quer durch die Epochen und Genres der deutschsprachigen Literatur. Thomas Zirnbauer folgt nicht der üblichen Chronologie, sondern wählt einen Ansatz, der neue Blickwinkel eröffnet: Große SchriftstellerInnen werden in thematisch ungewöhnlichen Kombinationen vorgestellt. (Pressetext)

Kurzkritik:

Eine vergnügliche Literaturgeschichte aus ungewohnter Perspektive: anhand thematischer Klammern wie NobelpreisträgerInnen, Liebe, Entwicklungsroman, Italien, Familie, Schule, Rech und Unrecht sowie Dorf und Großstadt. Mit profundem Wissen verständlich geschrieben.

Werner gibt  ★★★★½  (4,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Vergnügliche Literaturgeschichte

Eine vergnügliche Literaturgeschichte aus ungewohnter Perspektive: anhand thematischer Klammern wie NobelpreisträgerInnen, Liebe, Entwicklungsroman, Italien, Familie, Schule, Rech und Unrecht sowie Dorf und Großstadt. Mit profundem Wissen verständlich geschrieben.

Thomas Zirnbauer sind mit diesem Büchlein ein paar Kunststücke gelungen. Zum einen hat er es geschafft, eine kurze Einführung in die deutsche Literatur zu schreiben, die auch für Fachleute geeignet ist. Denn er präsentiert Literaturgeschichte aus einer ungewohnten Perspektive: anhand thematischer Klammern wie NobelpreisträgerInnen, Liebe, Entwicklungsroman, Italien, Familie, Schule, Rech und Unrecht sowie Dorf und Großstadt.

Das ergibt interessante Kombinationen (und vermeidet chronologische Langeweile): Was für unterschiedlichen AutorInnen wurde den Nobelpreis zuerkannt und warum? Wozu hat die Liebe die Romantiker, die Minnesänger sowie Brecht, Benn und Lasker-Schüler, Fried und Hahn, Goethe und Schnitzler inspiriert? Wen hat Goethes Bildungsroman „Wilhelm Meister“ wozu angeregt? Warum zog und zieht es die deutschen Dichter nach Italien und nicht nach Griechenland?

Eschenbach und Handke, Rilke und Regener

Wie wurde das Thema „Familie“ etwa von Ruge und Immermann, Mann und Roth, Holz und Schlaf, Fallada und Fontane, Eschenbach und Handke, Wondraschek und Geiger abgehandelt? Wann haben welche Schriftsteller damit begonnen, Schüler von Mitschülern und/oder Lehrern quälen zu lassen? Was haben Schlinks „Vorleser“ und Kleists „Kohlhass“ gemeinsam? Wie weit war der Weg vom Dorf in Ebner-Eschenbachs „Gemeindekind“ in die Städte in Rilkes „Malte Laurids Brigge“ oder Regeners „Herr Lehmann“?

Und dann ist es Zirnbauer gelungen, all diese und noch viel mehr Bücher kurz und prägnant so vorzustellen, dass man neugierig wird auf die vielen Werke, die man noch nicht gelesen hat. Und die, die man schon kennt, findet man nicht nur inhaltlich wohl skizziert, sondern auch stets in verständlichen Zusammenhängen beschrieben. So etwas geht nur mit profundem Wissen weitab von betriebsblindem Akademismus.

Diese „Literaturgeschichte einmal anders“ bereitet großes Vergnügen.

Von Werner Schuster

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Infos:

Thomas Zirnbauer, geb. 1971, studierte Germanistik, Geschichte und Buchwissenschaft in Regensburg und München. Mehrjährige Tätigkeit als Rezensent für Tageszeitungen und freier Mitarbeiter für Verlage. Heute arbeitet er als dtv-Pressereferent.

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