03/10/2011von 609 Views – 0 Kommentare

Kay, Ben: Das Nest

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Buchcover Kay Nest

  • Taschenbuch
  • 416 Seiten
  • Erschienen 2011 bei Rowohlt
  • Aus dem Englischen von Heike Holtsch
  • Originalausgabe: „Instinct”, 2010


Inhalt:

Ein unterirdisches Laboratorium tief im Dschungel Venezuelas. Die Ruhe trügt: Ein Experiment ist fehlgeschlagen, die Auswirkungen bedrohen die gesamte Welt. Hektisch bemühen sich die Militärs um Schadensbegrenzung. Auch die hinzugezogene Expertin, die Biologin Laura Trent, weiß keinen Rat. Alle Schutzmaßnahmen misslingen, der Weg in die Freiheit ist blockiert. Einziger Ausweg: der Mitteltrakt. Dieser wurde nach einem geheimen Projekt vor zehn Jahren geschlossen. Niemand weiß, was dort unten lauert … (Pressetext)

Kurzkritik:

Aus der Idee mit den gentechnisch veränderten Wespen hätte sich viel mehr machen lassen als die maßlos übertriebenen Supermonster, die einen an die Ungeheuer aus Harry Potter erinnern.

Ob nur schlecht recherchiert wurde oder ob der Autor bewusst alles an Fakten verdreht hat, was die Naturwissenschaften in den letzten hundert Jahren hervorgebracht haben, lässt sich bei der Fülle von Fehlinformationen kaum noch sagen.

Nicht nur den LeserInnen, auch den ProtagonistInnen wird einiges zugemutet: gebrochene Rippen, Gehirnerschütterung, zerfleischte Gliedmaßen und trotzdem müssen sie zwei Seiten später wieder rennen, kämpfen und (noch schlimmer verwundete) Kollegen über die Schulter werfen und sich einarmig abseilen.

Albert gibt  ★★½☆☆  (2,5 von 5 Eselsohren)

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Besprechung:

Werbetexter-Buch mit Werbung

Das Nest hat rund 400 Seiten, von denen einige durchaus spannend sind. Besonders der Mittelteil liest sich sehr flüssig und verlangt nach mehr.

In einem unterirdischen Labor im Dschungel züchten die Amerikaner Rieseninsekten, die sie weltweit als Waffe gegen Terroristen einsetzen. Das geht eine Zeit lang gut, dann entwickeln die Experimente aber ein Eigenleben und die Anlage wird zur Todesfalle für Wissenschaft und Militär. Von einer Mutter und ihrem kleinen Sohn wird schließlich erwartet, die Welt zu retten.

Hört sich nach einer dünnen Story an – ist es leider auch :-(

Gerade zu Beginn fallen die langen Personenbeschreibungen (Äußerlichkeiten) und belanglose Details sehr unangenehm auf.

Inflationäres Produkt-Placement

Dass der Autor in seinem Brotberuf Werbetexter ist, hätte in der Kurzbeschreibung nicht erwähnt werden müssen. So inflationär wie hier, habe ich die Verwendung von Produkt-Placement überhaupt noch nicht erlebt. Statt nur Schokoriegel zu schreiben, oder sich für ein Produkt zu entscheiden, wird gleich die gesamte Produktpalette der jeweiligen Firmen aufgezählt. Für den Fall, dass ein Protagonist nicht alles gleichzeitig haben/verwenden kann (z.B. mehrere Spielekonsolen), hat der Autor auch eine praktische Lösung gefunden: Er leitet einfach über zum nächsten Protagonisten (nächste Konsole) und dann zum nächsten … So bringt er am Ende doch noch alle Produktname im Buch unter. Handlung und Leser haben davon zwar nichts, aber Werbung darf man bekanntlich nicht logisch hinterfragen.

Fülle von Fehlinformationen

Das gilt übrigens auch für den Rest vom Buch. Ob nur schlecht recherchiert wurde oder ob der Autor bewusst (warum?) alles an Fakten verdreht hat, was die Naturwissenschaften in den letzten hundert Jahren hervorgebracht haben, lässt sich bei der Fülle von Fehlinformationen kaum noch sagen. Sei es Chemie (Wirkung von Salzsäure auf Kunststoff), Zoologie (fleischfressende Hirschkäfer, Spinnen als Insekten), Physik (Materialeigenschaften von Saphirglas, Aufprallenergie), Botanik (Photosynthese) in dem Buch ist einfach alles anders, als man es in der Schule lernt.

Zumutungen

Nicht nur den LeserInnen, auch den ProtagonistInnen wird einiges zugemutet: gebrochene Rippen, Gehirnerschütterung, zerfleischte Gliedmaßen und trotzdem müssen sie zwei Seiten später wieder rennen, kämpfen und (noch schlimmer verwundete) Kollegen über die Schulter werfen und sich einarmig abseilen. Hier wird echt keinem etwas geschenkt. Fast schon wie Slapstick wirkt da die Szene, als auch noch ein Werkzeugkasten aus dem Flugzeug fällt und auf dem Kopf eines Überlebenden landet.

Fazit: Jammerschade, denn aus der Idee mit den gentechnisch veränderten Wespen hätte sich viel mehr machen lassen als die maßlos übertriebenen Supermonster, die einen an die Ungeheuer aus Harry Potter erinnern.

© Albert Knorr – siehe auch www.albert-knorr.com

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Infos:

Ben Kay wurde 1973 in London geboren. Er ist ein vielfach ausgezeichneter Werbetexter und Creative Director. Sein Blog ifthisisablogthenwhatschristmas ist bekannt für seine beißende Kritik an der nationalen und internationalen Wirtschaft.

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