25/07/2010von 283 Views – 0 Kommentare

Enuresis, Enkopresis

Ich schreibe es nicht der Hitze zu, dass es mir am Donnerstag wieder einmal gereicht hat. Selber schuld, was lese ich auch Foren-Beiträge (auf orf.at und derstandard.at). Zu jeder Nicht-Meldung fällt irgendjemandem irgendeine Unsäglichkeit ein, erst recht zu wirklichen News.

Hinzu kommen noch die von Parteien und ihren Vorfeldorganisationen beauftragten Schreiberlinge, die auch in diesen Foren (für ihre Gesinnung) relevante Themen andauernd an Mann und Frau bringen wollen. Die Rechten machen das „besser“. Sie finden in jeder Bauernsuppe ein Ausländer-Haar und sind penetrant zum Erbrechen.

Vor Kurzem hat ein Bekannter gemeint, man sollte mit diesem Unfug aufhören, d.h. die Leute sollten nur mehr unter ihrem echten Namen posten dürfen. Ich befürchte, es würde sich nicht viel ändern: Das gezielt-untergriffige Gesinnungs-Marketing bliebe, und die Leute, die in der Arbeit keine virtuelle Farm betreuen (können oder dürfen), werden wohl weiterhin ihre meist blöden Meldungen posten.

Nicht-Blödes hat ja in Foren überhaupt keine Chance. Sobald jemand einen Diskussionsbeitrag veröffentlicht, der diesen Namen auch verdient, machen sich die DauerposterInnen mit ihrem Ungeist drüber her. Das ist – in Österreich – wie die Kronenzeitungs-Frage: Sind die Menschen wirklich so? (Nämlich, dass ihnen so eine Zeitung gefällt, oder wurden sie von dieser Zeitung dazu erzogen? – Beides ist eine schreckliche Vorstellung und kann hierzulande mittlerweile auch mit „Oesterreich“ und „Heute“ durchgespielt werden.)

Also: Seid ihr wirklich so? Seid ihr besserwisserisch, intolerant und kleingeistig? Beweist mir, bitte!, das Gegenteil.

Natürlich kann man mir jetzt empfehlen, diesen erbärmlichen Schrott ganz einfach nicht zu lesen. Ignoriere das doch! – Tu ich eh, aber manchmal will man‘s halt doch wieder wissen.

Und was weiß man dann? – Was einmal eine Demokratisierung der Medien werden hätte können, wurde zum Stammtisch der anonymen InkontinenzlerInnen.

Werner Schuster

Mehr bei den Eselsohren

 
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