19/04/2014von 391 Views – 0 Kommentare

Vollmann, William T.: Sperrzone Fukushima

Reportage
Taschenbuch
96 Seiten
Übersetzt von Robin Detje
Suhrkamp Verlag, 2011

Werner gibt  ★½☆☆☆ 
Inhalt: Angesichts der Havarie in Fukushima tappten alle wochenlang im dunkeln: Was passierte wirklich in den Reaktorblöcken? War die Kernschmelze bereits eingetreten? Und ganz praktisch: Wie rechnet man eigentlich Sievert in Becquerel um? Kraftwerksbetreiber und Verwaltung schienen überfordert, Medienberichte waren widersprüchlich, selbst den Geigerzählern war nicht zu trauen. In dieser Situation machte sich William T. Vollmann, ausgestattet mit einem Dosimeter und Jodtabletten aus dem Kalten Krieg, Anfang April auf den Weg ins japanische Katastrophengebiet.

Kurzkritik: Ein seltsam unergiebiges Buch. Vollmann beschreibt eine abenteuerliche und gefährliche Reise, bei der nicht viel herausgekommen ist. Er ist kurz nach der Fukushima-Katastrophe in das strahlenverseuchte Gebiet gefahren – man erfährt nicht genau, warum –, und man fragt sich, warum mit einem veralteten, unzulänglichen Messinstrument.

In Japan hat er – unterstützt von einer Dolmetscherin – mit betroffenen Einheimischen gesprochen. Diese schwanken zwischen Selbstbetrug und Angst und sind mehr mit den Folgen des Erdbebens und des Tsunamis beschäftigt als mit Radioaktivität. Dann hat er sich den Reaktoren genähert, die Grenze zum gesperrten Gebiet aber schlussendlich doch nicht überschritten, und ist wieder heimgefahren.

Eine Zeitschrift hätte diese Reportage wohl unter dem Motto „Außer Spesen nichts gewesen“ abgelehnt, aber als angesehenem Autor ist es Vollmann gelungen, seinen Bericht als Buch herauszubringen. Die Interviews sind recht interessant, könnten aber, leicht geändert, in jedem anderen Katastrophengebiet gehalten worden sein. Der Rest ist zu wenig informativ, und die Fakten rund um Fukushima muss man woanders nachlesen.

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