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Barold, Lina: Liebe, M.A.

Posted By Heike On 21/09/2015 @ 07:30 In 2015,AutorInnen B,Gastbeitrag,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Roman
E-Book
435 Seiten
Erschienen 2015 bei Feelings

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]
Inhalt:

Als Sira nach einigen Monaten der Funkstille ihrem ehemaligen Professor Silvan Heinrich von Lengenfeld wieder begegnet, flammt die Affäre zwischen den beiden erneut auf. Doch welche Absichten verfolgt Silvan dieses Mal? Kann Sira ihm vertrauen? Und dann erscheint plötzlich jemand auf der Bildfläche, mit dem Sira nicht gerechnet hätte; jemand, mit dem so vieles einfacher erscheint als mit Silvan. Neben ihrem Studienabschluss und einem neuen Job muss Sira sich mit der Frage auseinandersetzen, was sie eigentlich vom Leben und der Liebe erwartet. (Pressetext)

Kurzkritik:

Goethes Käthchen, Emilia Galotti und all die anderen tragischen Frauen-Figuren der Literaturgeschichte spiegeln sich in unserer jungen Hauptdarstellerin wider. Und so durchläuft sie gemeinsam mit ihren beiden immer noch besten Freundinnen Vicka und Ama die Höhen und Tiefen des Alltags – sowohl in der Uni-/Arbeitswelt wie auch in Sachen Liebe.

Besprechung:

Arbeit statt Erotik

Der langersehnte 2. Teil zu „Studium Emotionale“ ist endlich erschienen. Wer den 1. Teil noch nicht gelesen hat, dem möchte ich mit dieser Rezension nicht allzu viel verraten – aber das Leben geht weiter. Auch bei der jungen Germanistik-Studentin Sira.

Zur Besprechung des 1. Teils [5]

Nach einem emotional aufwühlenden Silvesterfest mit ihrem großen Schwarm Silvan und Tage voll Trauer und Zweifel stürzt sich die junge Frau wieder in den Alltag. Uni-Prüfungen sind zu meistern und vor allem ihre Masterarbeit beschäftigen Sira rund um die Uhr – was rein ablenkungstechnisch gesehen mehr als perfekt ist.

Doch die Vergangenheit lässt Sira nicht los und ein mysteriöser Verein und vor allem der Name einer Person schleichen sich auf ungeahnten Wegen immer wieder in den Lebensweg unserer leidenden Studentin. Goethes Käthchen, Emilia Galotti und all die anderen tragischen Frauen-Figuren der Literaturgeschichte spiegeln sich in unserer jungen Hauptdarstellerin wider. Und so durchläuft sie gemeinsam mit ihren beiden immer noch besten Freundinnen Vicka und Ama die Höhen und Tiefen des Alltags – sowohl in der Uni-/Arbeitswelt wie auch in Sachen Liebe.

Literarischer Touch

Wer die Figuren und den literarischen Touch im 1. Teil „Studium Emotionale“ lieben gelernt hat, wird auch in Teil 2 rundum glücklich gemacht. Die Geschichte findet endlich ihre Fortsetzung, wenn auch nicht immer ganz so wie erhofft. So rasant erotisch der 1. Teil für mich war, so lähmend wirkten nun oft die Passagen aus der neuen Realität von Sira – ohne prickelnde Erotik, dafür mit viel Arbeit, Freunden, Familie und Zukunftsplänen – das hat doch schon jeder mal von uns durchlebt.

Und dass diese Bereiche nicht immer wahnsinnig spannend ablaufen, das kennt der Großteil von uns wohl auch. Die erotischen Szenen – wenn auch für mich dünn gesät – hatten auch in diesem Buch wieder Stil und regten doch zum Träumen an. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die ständigen Bezüge zu bekannten Filmen und Büchern. Das hat mich als Leserin noch stärker eingebunden und oft dieses „Achja genau“-Gefühl erzeugt.

Entspannte Lesestunden

Für mich war der 2. Teil eine willkommene Fortsetzung der aufregenden ersten Geschichte von Sira und Silvan, wenn auch passagenweise für meinen Geschmack die Luft etwas heraus war. Trotz der Episoden aus dem grauen Alltag ist die Fortsetzung aber wieder durchaus gelungen und bereitet entspannte Lesestunden.

Für mich zeigt „Liebe, M.A.“ einmal mehr, wie schnell ein Leben voll wilder Leidenschaft und geheimnisvollen Affären zu einem ganz normalen und mit banalem Alltag gefüllten Leben werden kann. Denn eines wird hier ganz besonders klar, Beständigkeit mit Vertrautheit oder prickelnde Leidenschaft mit aufregender Ungewissheit – man kann nicht beides haben – oder etwa doch???

Von Heike Rainer

Infos:

Hinter Lina Barold verbergen sich die Literaturübersetzerin Nina Restemeier und die Kulturpädagogin Anna L. Schmidt, beide in den frühen 80ern in Bielefeld geboren und aufgewachsen. Seit den späten 90ern verbindet sie die Freude an Literatur und Lakritz, Theater und Tratsch, Schwärmen und Schreiben. Und Alliterationen. Sie studierten in Düsseldorf, Leipzig, Triest und Bern. Humor und Intelligenz finden sie gleichermaßen sexy wie unterhaltsam. Deswegen schreiben sie darüber.

Mehr über Lina Barold [6] bei Facebook.


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[1] Kurzkritik: #kurz

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[4] Infos: #infos

[5] Zur Besprechung des 1. Teils: http://www.eselsohren.at/2014/06/17/barold-lina-uni-sex-studium-emotionale/

[6] Mehr über Lina Barold: http://www.facebook.com/lina.barold

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