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Dorfmeister, Stephan: Transitmordroute

Posted By Werner On 29/08/2013 @ 06:00 In AutorInnen D,Krimis & Thriller,Rezensionen | No Comments

Der zweite Fall des Paul Karasic

Wirtschaftskrimi
Hardcover, E-Book
340 Seiten
Erschienen 2013 bei Quasi Modo

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]
Inhalt:

Paul Karasic erfolgreicher Unternehmensberater, Workaholic und Genießer ist für einen Auftrag ins Salzkammergut gekommen, wo er zufällig bei einem Kunden aus der Frachtbranche in eine Schlepper- und Mädchenhändlergeschichte involviert wird. Zwei Leichen am Rastplatz in Wels weisen auf ein Österreich-Russland-Mafia-Syndikat hin, das sich bei finanzschwachen Unternehmen in der Region einkauft, um kriminelle Nebengeschäfte umzusetzen … (Pressetext)

Kurzkritik:

Wie bei „Stadtschlösslleichen“ kann man sich auch bei „Transitmordroute“ des Eindrucks nicht erwehren, dass der wirtschaftspolitische Teil der Handlung Fakten beschreibt, die Dorfmeister wohl nicht übertreibt. Und auch für Laien sind die wirtschaftlichen Details verständlich beschrieben.

Besprechung:

Die Mafia in Österreich

Wie in seinem ersten Wirtschaftskrimi „Stadtschlösslleichen“ überzeugt Stephan Dorfmeister auch in „Transitmordroute“ mit einem handfesten Plot. Hat sich Unternehmensberater Paul Karasic im „Stadtschlössl“ mit dem Missbrauch von EU-Förderungen und Nazi-Vergangenheit beschäftigt, so stolpert er im „Transitmord“ in einen Kriminalfall in Tourismus- und Frächterkreisen.

Grob umrissen, geht es darum, dass die russische Mafia in marode Unternehmen in Österreich investiert und deren Inhaber bald zwingt, bei illegalen Geschäften mitzumachen. Wie beim „Stadtschlössl“ kann man sich auch beim „Transitmord“ des Eindrucks nicht erwehren, dass der wirtschaftspolitische Teil der Handlung Fakten beschreibt, die Dorfmeister wohl nicht übertreibt. Und auch für Laien sind die wirtschaftlichen Details verständlich beschrieben.

Wie „Stadtschlössl“ ist auch „Transitmord“ – zu – dialoglastig: Die Figuren erzählen sich oft Dinge, die ihr Gegenüber weiß; die Informationen sind an die LeserInnen gerichtet und würden besser in einem beschreibenden Absatz stehen.

Gewaltfreie Kommunikation

Auch sprechen alle Figuren nicht nur sehr ähnlich, sie scheinen auch zum Großteil Seminare über gewaltfreie Kommunikation besucht zu haben, gehen also verbal sehr freundlich miteinander um. Auch wenn sie streiten.

Mit einer Auseinandersetzung zwischen Paul Karasic und seiner Freundin Sophie Schneider setzt die Handlung auch ein. Paul ist eifersüchtig, ihre Antworten beruhigen ihn nicht und er nimmt sich eine Auszeit. Kurz darauf stolpert er über einen illegalen Flüchtlingstransport, rettet ein Pärchen (die Frau ist schwanger) und schafft es mit Hilfe seiner zahlreichen, großteils einflussreichen Freunde, wirtschaftskriminelle Machenschaften aufzudecken.

Weit verzweigt

Dass es bei der Lösung des auch räumlich weit verzweigten Falles nicht immer wahrscheinlich zugeht, stört mich nicht. Auch nicht die zum Teil hölzernen Dialoge. Ich mag die Figuren – allen voran den rechtschaffenen, engagierten Paul Karasic. Und ich schätze den wirtschaftlichen (und wirtschaftskriminellen) Hintergrund seiner Storys, den man so realistisch in anderen Romanen kaum dargestellt findet. Auch die Beschreibung verschiedener Berufsgruppen (Polizei, Verwaltung) sowie der Verbrecher aus wirtschaftlichen Motiven wirkt auf mich sehr plausibel.

Und natürlich will man wissen, ob das interessante Paar Paul und Sophie wieder zusammenkommt oder nicht.

Von Werner Schuster

Infos:

Stephan Dorfmeister, geboren 1967, stammt aus einer Kaufmanns- und Künstlerfamilie und ist international als Berater tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Transitmordroute ist der zweite Kriminalroman des Privatermittlers Paul Karasic, welcher mit seinem Team rund um die resolute alte Lehrerin Helene Schneider an den ersten Fall „Stadtschlösslleichen“ anschließt.

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