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Bolton, Sharon: Schlangenhaus

Posted By Albert On 08/07/2013 @ 08:33 In AutorInnen B,Krimis & Thriller,Neue Artikel,Rezensionen | No Comments

Thriller
Taschenbuch
512 Seiten
Erschienen 2010 bei Goldmann
Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger
Originalausgabe: „Awakening”

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Infos [3]
Inhalt:

Der Schrecken beginnt an einem friedlichen Morgen in einem idyllischen englischen Dorf: Im Bett eines Säuglings wird eine Schlange entdeckt und die junge Tierärztin Clara Benning zu Hilfe gerufen. Es ist der Beginn einer wahren Schlangenplage, bei der es auch zu rätselhaften Todesfällen kommt. Auf der Suche nach einer Erklärung stößt Clara auf eine Spur, die fünfzig Jahre in die Vergangenheit führt. Doch die Menschen, die wissen, was damals geschah, schweigen eisern. Bis die Wahrheit mit tödlicher Macht ans Licht drängt … (Pressetext)

Kurzkritik:

Als in einem kleinen englischen Dorf eine Schlangenplage ausbricht, wird die Tierärztin Clara Benning gezwungen, über sich hinaus zu wachsen. Während ein merkwürdiger Todesfall nach dem anderen (immer in Zusammenhang mit Schlangen) die Einwohner erschüttert, ist es ausgerechnet Clara, die ins Visier der Polizei gerät, als sich einer der Todesfälle als Mord herausstellt.

Der Autorin gelingt es, die düstere Stimmung, die über dem – weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen – Dorf liegt, über die gesamte Buchlänge aufrechtzuerhalten. Das Werk ist ein solider Krimi, aber für einen Thriller fehlt es an Nervenkitzel. Als Leser sorgt man sich zwar um die Protagonistin, hat aber nie richtig Angst um sie.

Von harmlosen Ringelnattern über Kreuzottern bis hin zum gefürchteten Taipan wird einiges an Schlangen aufgeboten, um die Todesfälle zu rechtfertigen. Die Geschichte ist gut erzählt und leicht zu lesen. Vor allem im letzten Drittel ist Kollege Zufall leider viel zu oft mit von der Partie, wodurch sich abzeichnet, wer es bis zur letzten Seite schaffen wird. Auch die Logik muss am Ende Federn lassen. Zum Beispiel dann, wenn das Antiserum plötzlich auch außerhalb des obligatorischen Kühlschranks frisch bleiben kann, damit man es im Notfall “zufällig” dabei hat.

Fazit: ein sehr stimmungsvoller Ausflug an die britische Küste. Leider fällt einem der Abschied letztlich leichter als gedacht, weil die Story gegen Ende an Reiz verliert.

© Albert Knorr – siehe auch www.albert-knorr.com [4]

Infos:

Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. „Todesopfer“, ihr erster Roman, wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Ihrem ersten Triumph folgten mittlerweile vier weitere Thriller, mit denen Sharon Bolton ihr brillantes Können immer wieder unter Beweis stellte. So wurde “Schlangenhaus” als bester Thriller des Jahres mit dem Mary Higgins Clark Award ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.


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