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Munro, Alice: Was ich dir schon immer sagen wollte

Posted By Sabine On 04/05/2012 @ 00:05 In AutorInnen M,Rezensionen,Romane & Erzählungen,Verlage A–D | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

[5]
  • Erzählungen
  • Hardcover
  • 377 Seiten
  • Erschienen 2012 bei Dörlemann
  • Aus dem amerikanischen Englisch von Heidi Zerning
  • Originalausgabe: „Something I’ve Been Meaning to Tell You”, 1974

Inhalt:

In den dreizehn Erzählungen ihres zweiten Erzählbandes „Was ich dir schon immer sagen wollte“ von 1974, der jetzt erstmals auf Deutsch erscheint, stellt Alice Munro ihre präzise Beobachtungsgabe und den ihr eigenen unprätenziösen Erzählstil unter Beweis. Flirrend zwischen Hoffnung und Liebe, Zorn und Versöhnung suchen die Schwestern, Mütter, Töchter, Tanten, Grossmütter und Freundinnen in diesen Geschichten immer neue Wege, ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart und das, was sie von der Zukunft zu wissen glauben auszusöhnen. (Pressetext)

Kurzkritik:

In diesen Erzählungen beschreibt die Autorin präzise Menschen, an denen die Zeit vorübergegangen ist. Die meisten der Geschichten erfassen die Leben von Menschen, die sonst am Rande stehen und nicht weiter auffallen würden. Wenn man sich auf diese Beobachtungen einlässt, wird einem unaufdringlich und umso überzeugender vom Altern, vom Sterben und Verschwinden erzählt.

Besprechung:

Alleine stehen

Sie kann dem Mann ihrer Schwester unmöglich sagen, dass diese als junge Frau Selbstmord begehen wollte, und das wegen eines anderen Mannes. Und noch weniger kann sie sagen, dass die Schwester es vielleicht wieder versuchen könnte, jetzt, wo der andere zurückgekommen ist.

In diesem Dilemma steckt die Protagonistin von „Was ich dir schon immer sagen wollte“, der titelgebenden Erzählung in Alice Munros zweitem Erzählband aus 1974, der erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. Eine alleinstehende, ältere Frau, die sich ihren Lebensunterhalt als Schneiderin verdient, ihrer Schwester und deren Mann im Haushalt hilft. Eine typische Figur für Munro, eine Frau, die rückblickend über ihr Leben nachdenkt, die ein wenig am Rande steht.

Altern, Sterben, Verschwinden

In den 13 Erzählungen beschreibt die Autorin präzise Menschen, an denen die Zeit vorübergegangen ist. Sie denken darüber nach, was etwa ein Kunstflieger damit zu tun hatte, dass sie ihren Mann kennenlernten („Wie ich meinen Mann kennenlernte“) oder über die Ehe zu ihrem ersten Mann, der diese nun in seinen Romanen verarbeitet („Material“). Viele dieser Figuren sind Frauen, ein wenig einsame und sehr zurückhaltende, leise Frauen, aber Munro erzählt auch von den Sommerferien junger Mädchen oder einem Esoteriker, der über das Wasser gehen möchte.

Die meisten der Geschichten erfassen die Leben von Menschen, die sonst am Rande stehen und nicht weiter auffallen würden. Wenn man sich auf diese Beobachtungen einlässt, wird einem unaufdringlich und umso überzeugender vom Altern, vom Sterben und Verschwinden erzählt.

Von Sabine Schönfellner

Infos:

Alice Munro, geb. 1931 in Ontario, gehört zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart und gilt seit Jahren als Kandidatin für den Literaturnobelpreis. Mit ihrem umfangreichen erzählerischen Werk sie hat elf Erzählungsbände und einen Roman veröffentlicht ist sie Bestsellerautorin in ihrem Heimatland Kanada und der gesamten angelsächsischen Welt.Heidi Zerning übersetzt seit vielen Jahren englische und amerikanische Literatur, unter anderem Truman Capote, Steve Tesich, Virginia Woolf und eben Alice Munro, als deren “deutsche Stimme” sie gilt.

Mehr über Alice Munro [6] bei Wikipedia.


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[6] Mehr über Alice Munro: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Munro

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