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Zeit für Muße

Posted By Werner On 19/04/2011 @ 06:00 In 2011,Ratgeber,Rezensionen,Sachbücher | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover Zeit für Muße [5]

  • Gebunden
  • 336 Seiten
  • Erschienen 2011 bei Edition Büchergilde


Inhalt:

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Einen Tag ungestört in Muße zu verleben, heißt einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein“. Im Band „Soll“ erfahren Sie, was Muße ist und was sie nicht ist, mit Texten von Literaten, Essayisten und Philosophen. Im Band „Haben“ erinnern eingestreute Zitate an den Wert der Muße und an das, was sie ausmacht. Gleichzeitig dient er als Skizzen- und Gedankenbüchlein für unterwegs. (Pressetext)

Kurzkritik:

Oh, ja: „wir leben in einer Zeit der Hektik, der ständigen Verfügbarkeit, unter dem Druck der modernen Technik und der permanenten Ablenkung.“

Dagegen setzt die Edition Büchergilde nun zwei Bändchen „Zeit für Muße“. Eines dient als Skizzen- und Gedankenbüchlein mit typografisch gestalteten Zitaten – etwa „Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens“ (John Steinbeck). Das andere bietet kürzere und längere Texte darüber, was Muße ist und was nicht.

Damit sollte gelingen, wozu Herausgeber Mario Früh anregt, zu einer „distanzierten Wahrnehmung des eigenen Selbst, der Gesellschaft und der Natur“.

Besprechung:

Die Kunst des Ausruhens

Vor Kurzem saß ich in der Wiener Staatsoper, 1. Reihe Balkon. Als der Zuschauerraum abgedunkelt wurde, leuchteten aus dem Parterre etliche Handy-Displays, die erst erloschen, als die Aufführung schon längst begonnen hatte.

Ich fragte mich nicht nur, wie wichtig solche Menschen (anscheinend) wohl sind, dass sie an einem Samstag Abend erreichbar sein müssen (– vielleicht mussten sie ja auch nur ihr Statussymbol herzeigen), ich dachte auch etwa an meine 13-jährige Tochter, die den Fernseher laufen hat, während sie sich via Internet mit ihren FreundInnen unterhält, und an mich, der immer ein Auge auf seine E-mail-Eingänge hat und zwischendurch ständig Nachrichten scannt, während er versucht, konzentriert zu arbeiten.

Permanente Ablenkung

Oh, ja: „wir leben in einer Zeit der Hektik, der ständigen Verfügbarkeit, unter dem Druck der modernen Technik und der permanenten Ablenkung.“

Dagegen setzt die Edition Büchergilde nun zwei Bändchen „Zeit für Muße“. Eines dient als Skizzen- und Gedankenbüchlein mit typografisch gestalteten Zitaten – etwa „Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens“ (John Steinbeck). Das andere bietet kürzere und längere Texte darüber, was Muße ist und was nicht.

Seneca: „… dass es … darauf ankommt, … ob du in ständiger Unruhe lebst und dir nie die Zeit nimmst, dich vom menschlichen dem göttlichen Bereich zuzuwenden.“

Vermeidung von Anstrengung

Frank Schirrmacher: „Die Leute wissen nicht mehr, was sie behalten und was sie wegwerfen sollen. Das ist in etwa so, wie es in unserem Kopf aussieht.“

Leszek Kolakowski: „So gilt es also, die Vorliebe zu totalem Nichtstun von einer ideenreichen Vermeidung von Anstrengung zu unterscheiden.“

Henry David Thoreau: „Der Gedanke an eine bestimmte Arbeit geht mir im Kopf herum, und ich bin nicht, wo mein Körper ist – ich bin von Sinnen.“

Ein segelndes Blatt

Fernando Pessoa: „Wie es Leute gibt, die aus Langeweile arbeiten, schreibe ich zuweilen, weil ich nichts zu sagen habe.“

Henrysk Bereska: „Milde, helle Sternennacht. … Stille. Dann und wann ein segelndes Blatt. Zunehmender, aber umrandeter Mond. Schöne Einsamkeit.“

Albert Camus: „… blieb ich unbeweglich und gepannt, wehrlos jedem ungeheuren Überschwang ausgeliefert, der die Welt in meine Hände legen wollte.“

Mit diesen zwei Bändchen sollte gelingen, wozu Herausgeber Mario Früh anregt, zu einer „distanzierten Wahrnehmung des eigenen Selbst, der Gesellschaft und der Natur.“

Von Werner Schuster
Infos:

Mehr über Muße [6] bei Wikipedia.


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[6] Mehr über Muße: http://de.wikipedia.org/wiki/Muße

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