- Literaturmagazin Eselsohren –  - https://www.eselsohren.at -

Moers, Walter: Die 13½ Leben des Käpt‘n Blaubär

Posted By Werner On 26/11/2009 @ 06:00 In 1975-1999,Alles andere,AutorInnen M,Jugendbücher,Kinder- & Jugendbücher,Rezensionen,Romane & Erzählungen,SF, Fantasy, Horror | 1 Comment

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover Die 13 Leben des Käpitn Blaubär von Moers
Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären, mit zahlreichen Illustrationen und unter Benutzung des Lexikons der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller.

Erschienen: Hardcover 1999 (Eichborn), Taschenbuch 2001 (Goldmann), Hörbuch 2002 (Eichborn, später Hörverlag Hamburg).

Inhalt:

Ein Blaubär, wie ihn keiner kennt, entführt den Leser in eine Welt, in der Phantasie und Humor auf abenteuerliche Weise außer Kontrolle geraten sind. In 13 1/2 Lebensabschnitten kämpft sich der Held durch ein märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist – nur nicht die Langeweile! (Pressetext)

Kurzkritik:

Werner: Hätte ich diesen 700-Seiten-Wälzer auch vorgelesen, wenn ich gewusst hätte, dass „Die 13½ Leben des Käpt‘n Blaubär“ derzeit als Hörbuch-Sonderausgabe um etwa 30 Euro (statt 100!) zu haben sind? – Ja. Denn es war eine schöne Zeit (etwa 40 Abende) in Zamonien, mit Flora an meiner Seite.

Flora: Ein wirklich spannendes und total witziges Buch, das ich allen weiter empfehle, die gerne viel Spaß beim Lesen haben. Ich finde außerdem, dass man sich in diesem Buch gut in die Rollen hineinversetzten kann und dass es sich trotz den 703 Seiten lohnt, es zu lesen.


Von Flora empfohlen

Besprechung:

Zamonische Ausschweifungen

Hätte ich diesen 700-Seiten-Wälzer auch vorgelesen, wenn ich gewusst hätte, dass „Die 13½ Leben des Käpt‘n Blaubär“ derzeit als Hörbuch-Sonderausgabe um etwa 30 Euro (statt 100!) zu haben sind? – Ja. Denn es war eine schöne Zeit (etwa 40 Abende) in Zamonien, mit Flora an meiner Seite.

Zamonien? – Zamonien ist ein von Walter Moers erfundener Kontinent mit „erklärungsbedürftigen Wundern, Daseinsformen und Phänomenen“. Und Moers‘ Fantasie ist im Mindesten barock, also üppig und ausladend, jedoch auch humorvoll. Nein: vor allem humorvoll.

Es macht rein gar nichts, dass ich nach und nach – ein bisschen en gros und sehr en detail – vergessen hatte, was Blaubär schon so alles erlebt hatte, also als Zwergpirat, bei den Klabautergeistern, auf der Flucht, auf der Feinschmeckerinsel, als Navigator, in den Finsterbergen, im großen Wald, im Dimensionsloch, in der süßen Wüste, in der Tornadostadt, im Großen Kopf, in Atlantis, auf der Moloch und in Ruhe (– zumal er als Lügengladiator in Atlantis alles kurz wiederholt).

Tratschwellen, Berghutzen, Stollentrolle,
Nattifftoffen, Eydeeten und Haifischmaden

Es macht auch nicht, dass Moers oftmals scheinbar kein Ende findet mit seinen Fantastereien, mit den Fabelwesen Tratschwelle, Tyrannowalfisch Rex, Gallertprinz, Berghutze, Stollentroll, Waldspinnenhexe, Gimpel, Bollog, Nattifftoffe, Eydeet, Haifischmade und Wolpertinger (zum Beispiel).

Man sieht ihm gewissermaßen gerne beim Ausschweifen zu. Zumal dahinter ein Plan ist – manchmal erahnbar, oft auch erkennbar. Moers wusste schon, was er tat: Blaubär begibt sich – absichtlich oder nicht – in eine Gefahr nach der anderen und kommt (oft gerade) nicht darin um. Und nach 13 unglaublichen Abenteuern erlebt er sogar noch ein Happy End.

Geschrieben ist das (mit vielen Wortspielen und Anspielungen) flüssig und angenehm rhythmisch, – deswegen eignet es sich auch wunderbar zum Vorlesen. Und illustriert hat Moers seine Fantasiewelt auch, ohne dass man sich bevormundet vorkäme, nein, eigentlich hat er genau das gezeichnet, was er beschrieben hat: Eine Welt, die für sich selbst steht und doch sehr viel mit der unsrigen zu tun hat.

Flora sieht das so:

Ein Leben beginnt normalerweise mit einer Geburt – aber das Leben von Käpt‘n Blaubär nicht. Er wurde in einer Walnussschale von Zwergpiraten aus dem Meer gefischt. Wie der Name Zwergpiraten schon sagt, sind sie sehr klein. Das bedeutet, dass ein Bär, der wächst, irgendwann mal größer ist als die kleinen Zwergpiraten. Auf einem Floss übers Meer gleitent wird er von Tratschwellen auf gefunden und lernt von ihnen das sprechen. Und dann wird er aus dem Meer gefischt von Klabautergeistern, die übrigens ziemlich unheimlich sind. Er wird zum Star, weil er weinen kann. Das hält aber nicht sehr lang an. Da er die Klabautergeister nicht mag, flieht er. Dann kommt er auf eine Insel –

Ein wirklich spannendes und total witziges Buch, das ich allen weiter empfehle, die gerne viel Spaß beim Lesen haben. Ich finde außerdem, dass man sich in diesem Buch gut in die Rollen hineinversetzten kann und dass es sich trotz den 703 Seiten lohnt, es zu lesen.

Von Flora [5] & Werner Schuster
Infos:

Über Walter Moers [6] bei Wikipedia.


Article printed from Literaturmagazin Eselsohren – : https://www.eselsohren.at

URL to article: https://www.eselsohren.at/2009/11/26/walter-moers-die-13%c2%bd-leben-des-kaptn-blaubar/

URLs in this post:

[1] Kurzkritik: #kurz

[2] Was meinen Sie?: #user

[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] Flora: http://www.eselsohren.at/author/flora/

[6] Über Walter Moers: http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Moers

Copyright & copy; Eselsohren 2013. All rights reserved.