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Zäuner, Günther: Hirngift und Seelenmord

Posted By Eva On 12/11/2009 @ 06:00 In AutorInnen XYZ,Gesellschaft,Rezensionen,Sachbücher | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover Hirngift
Erschienen 2009 als Hardcover bei Goldegg

Kurzkritik:

Das Buch mutet wie eine Aufzählung der Unmengen von „Seelenfängern“ an, so als hätte der Autor es bei der Fülle des Materials irgendwann aufgegeben, die Hintergründe erfassbar zu machen, damit sie auch alle in das Buch reinpassen.

Ich muss zugeben, dass ich irgendwann aufgehört habe, mich da durchzulesen, weil mich die Trockenheit dieser Vorgehensweise nicht mehr berührt hat. Gestört hat mich auch das offenbar flüchtig erfolgte Korrektorat des Buches – der Text ist voller Tipp- und Grammatikfehler.

Besprechung:

Staubtrocken, aber gut verpackt

Dieses Buch hat mich sehr interessiert, weil ich selbst einmal einschlägige Erfahrungen mit Sekten hatte. Ich war also sehr gespannt auf einen kritischen Blick hinter die Kulissen.

Es geht in diesem Buch um Sekten, Psychogruppen, selbsternannte Gurus, destruktive Kulte, (pseudo)religiöse Gemeinschaften und esoterische Vereinigungen, die alle das Ziel haben, Mitglieder zu keilen, mit dubiösen und zum Teil faschistoiden Methoden an sich zu binden, sie abhängig zu machen und, nicht zuletzt, viel Geld zu verdienen.

Unmengen von „Seelenfängern“

Der Autor setzt einen starken Schwerpunkt auf Scientology; dieses 84 Seiten lange Kapitel scheint mir gut und genau recherchiert zu sein. Allerdings wirkt der Text auf mich eher flach, beschreibend, aufzählend, ohne sich wirklich kritisch und einfühlsam mit den Geschädigten auseinanderzusetzen. Leider mutet auch der Rest des Buches wie eine Aufzählung der Unmengen von „Seelenfängern“ an, so als hätte der Autor es bei der Fülle des Materials irgendwann aufgegeben, die Hintergründe erfassbar zu machen, damit sie auch alle in das Buch reinpassen.

Ich muss zugeben, dass ich irgendwann aufgehört habe, mich da durchzulesen, weil mich die Trockenheit dieser Vorgehensweise nicht mehr berührt hat. Gestört hat mich auch das offenbar flüchtig erfolgte Korrektorat des Buches – der Text ist voller Tipp- und Grammatikfehler – aber das vielleicht nur, weil ich da etwas pingelig bin.

Unvorstellbare Abhängigkeiten

Der Autor versucht, herzuleiten, wodurch unser Bedürfnis nach „Seelenheil“ in „Zeiten wie diesen“ herrührt. Aus dieser etwas verworrenen Einleitung erschließt sich mir nicht wirklich, warum z.B. ich damals in den Dunstkreis einer Sekte gelangen konnte. Doch Wege in eine solche Abhängigkeit gibt es wohl viele. Den Weg heraus zu finden ist das eigentliche, das große Problem; da ist dieses Buch nicht wirklich hilfreich.

Die Aufmachung des Covers hat meiner Tochter Angst eingejagt, deswegen musste ich den Umschlag verstecken. Doch inhaltlich konnte das Buch die geschickte Perfidität, mit der Menschen in (vorher und nachher) unvorstellbare Abhängigkeiten gelockt werden, nur unvollständig vermitteln.

Von Eva Schuster
Infos:

Über Günther Zäuner bei www.guenther-zaeuner.at [5].


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