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Tropper, Jonathan: Mein fast perfektes Leben

Posted By Werner On 11/05/2009 @ 05:53 In AutorInnen T,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover Tropper - Mein fast perfektes Leben
Roman
Aus dem Englischen von Birgit Moostmüller
Hardcover & Taschenbuch: Knaur, 2007 & 2008
(„How to Talk to a Widower“, 2007)
Inhalt:

Träumen wir nicht alle von der großen, wahren Liebe? Hailey war alles, was Doug sich jemals gewünscht hat – doch nun hat er sie durch einen tragischen Unfall verloren. Und sich direkt dazu. Doug klammert sich wild entschlossen an seiner Trauer fest, dem Einzigen, was ihm vom Glück noch geblieben zu sein scheint. (Pressetext)

Kurzkritik:

Man muss schon ein großes Talent sein, um aus der Geschichte über einen abgrundtief traurigen Witwer ein streckenweise komisches Buch zu machen. Nun, eigentlich ist’s eine Achterbahn der Gefühle. Mal könnte man heulen, dann muss man wieder lachen.

Besprechung:

Schmaler Grat

Man muss schon ein großes Talent sein, um aus der Geschichte über einen abgrundtief traurigen Witwer ein streckenweise komisches Buch zu machen. Nun, eigentlich ist’s eine Achterbahn der Gefühle. Mal könnte man heulen, dann muss man wieder lachen.

Der 29-jährige Journalist Doug hat vor einem Jahr seine geliebte Frau verloren und sich seither voll und ganz seiner Trauer hingegeben. Doch seine Zwillingsschester Claire und sein Stiefsohn Russ tragen das Ihre dazu bei, dass er schließlich sagen kann: „Ich suche gerade nicht nach Happy Ends. Ich versuche bloß, die Dinge wieder zum Laufen zu bringen.“

Sanfter Übergang

Dieser Übergang vollzieht sich nicht groß und mächtig wie in einem Film oder Theaterstück, sondern sanft, aber unweigerlich, und wie in „Zeit für Plan B“ pflegt Jonathan Tropper auch in diesem Roman eine ausgewogene Mischung aus Realismus und Fiktion (es wird beschrieben, was vielleicht wirklich geschehen könnte) mit einer „Bigger Than Life“-Würze und einem scheinbar unschuldig-naiven Erzählton, der den Katastrophen die Schärfe nimmt.

Die Figuren kommen einem, so ungewöhnlich sie auch sein mögen, bekannt vor. Wie die Handlung vereinen sie etwas eher Unvereinbares in sich, sind zynische Alkoholiker und bescheiden-verständnisvoll oder tough und herzlich. Ja, der ganze Roman bewegt sich, so naiv er sich auch geben mag, auf einem schmalen Grat zwischen Unglaubwürdigkeit und Glaubwürdigkeit, Trauer und Freude, Tod und Leben.

Von Werner Schuster
Infos:

Über Jonathan Tropper [5] bei Wikipedia.


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[4] Infos: #infos

[5] Jonathan Tropper: http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Tropper

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