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Nizon, Paul: Das Jahr der Liebe

Posted By Werner On 16/02/2009 @ 05:52 In 1950-1974,AutorInnen N,Love & Hard Times,Rezensionen,Romane & Erzählungen | 10 Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover
Roman
Hardcover: Suhrkamp, 2006
Inhaltsangabe von „Das Jahr der Liebe“ [5] bei den Eselsohren, Inhaltsangabe von „Am Schreiben gehen“ [6] (Poetikvorlesungen u.a. über „Das Jahr der Liebe“)

Kurzkritik:

Selbst wenn ich den „Das Jahr der Liebe“-Nizon nicht besonders sympathisch finde, so begeistert und „wärmt“ mich doch seine klare, lyrische Prosa.

Besprechung:

Ein Porträt des Künstlers als sensibler Mann

Meine Beschäftigung mit Paul Nizon ist auch eine Auseinandersetzung mit dem/meinem Kritikerdasein. Man ist ja oft recht schnell mit dem Urteilen, weil man einen Aufhänger sucht, – und schon hat man einem Autor ein Etikett umgehängt. Dieses (oder auch ein von anderen ge- oder erfundenes) braucht man dann nur noch abzuwandeln.

So habe ich Nizon seinen eigenen Satz „Ohne Plot auskommen heißt so viel wie mit dem Leben in erster Instanz verhandeln“ umgehängt, der für „Das Auge des Kuriers“ bestimmt seine Berechtigung hat. Doch seither messe ich alles, was ich von Nizon lese, daran, und das ist unfair.

Egozentriert oder rücksichtslosig

Mittlerweile bin ich zwar zu der Meinung gelangt, dass sich Nizon gern selbst thematisiert, was jedoch nie in Betroffenheitsprosa ausartet. Und er beschreibt, was man sich so unter einem Künstler vorstellt: Egozentriertheit (oder Rücksichtslosigkeit), Empfindsamkeit (oder Wehleidigkeit), Selbstsicherheit (oder Überheblichkeit), und Selbstzweifel.

In „Das Jahr der Liebe“ hat er seine Familie verlassen und ist nach Paris gezogen, wo er sich anhand der Gegenwart und von Erinnerungen „warmschreibt“, wobei ihm seine Nachbarn stören. Gespräche führt er, glaube ich, nur mit Männern, und wenn er nicht wahrnimmt oder schreibt (oder isst und schläft etc.), geht er zu Prostituierten (von denen er annimmt, dass sie ihren Beruf gerne ausüben).

Selbst wenn ich den „Das Jahr der Liebe“-Nizon nicht besonders sympathisch finde, so begeistert und „wärmt“ mich doch seine klare, lyrische Prosa. Das ist noch kein neues Etikett, aber vielleicht brauche ich für den nächsten Nizon ohnedies keines mehr.

Von Werner Schuster
Infos:

Inhaltsangabe von „Das Jahr der Liebe“ [5] bei den Eselsohren, Inhaltsangabe von „Am Schreiben gehen“ [6] (Poetikvorlesungen u.a. über „Das Jahr der Liebe“)

Über Paul Nizon [7] bei Wikipedia.


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[1] Kurzkritik: #kurz

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[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] Inhaltsangabe von „Das Jahr der Liebe“: http://www.eselsohren.at/2010/11/26/nizon-das-jahr-der-liebe-–-inhalt/

[6] Inhaltsangabe von „Am Schreiben gehen“: http://www.eselsohren.at/2010/12/04/paul-nizon-am-schreiben-gehen-1/

[7] Paul Nizon: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Nizon

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