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Tsuji, Hitonari: Der weiße Buddha

Posted By Werner On 19/01/2009 @ 05:58 In AutorInnen T,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover
Roman
Aus dem Japanischen von Ursula Gräf und Kimiko Nakayama Ziegler
Hardcover: Piper, 2008
(„Hakubutsu“, Bungei Shunju, 1997)
Inhalt:

Nichts weniger als eine literarische Meditation über die tiefgründigsten Fragen des Lebens ist dieser so weise und gleichzeitg so moderne Roman von Hitonari Tsuji. Poetisch und dennoch glasklar erzählt der Superstar der japanischen Literaturszene die Geschichte eines Mannes, der als Sohn eines Waffenschmieds auf der südjapanischen Insel Ono das Licht der Welt erblickt und ein Jahrhundert des Krieges, aber auch der Hoffnung und Liebe durchlebt. Und der eines Tages einen großen Wunsch in sich verspürt, der zur Lebensaufgabe reift: Er macht sich daran, den Knochenstaub aller auf der Insel Begrabenen zu sammeln, und errichtet einen imposanten weißen Buddha als Behältnis für die unzähligen Erinnerungen. Denn kein Menschenleben soll je wieder in Vergessenheit geraten. (Pressetext)

Kurzkritik:

„Der weiße Buddha“ handelt das Thema Tod und Sterben umfassend ab. Hitonari Tsuji berichtet in einer einfach gehaltenen, klaren Sprache von einem Mann, der aus dem Knochenstaub Verstorbener einen weißen Buddha errichtet. Diese Menschen sind auf viele erdenkliche Arten gestorben – mitten aus ihren nicht immer geglückten Leben heraus, kaum einmal zu einem (für die Hinterbliebenen) „richtigen“ Zeitpunkt.

Das ereignet sich auf einer japanischen Insel, die klein ist, aber doch groß genug für jede Menge Arten, das Leben zu gestalten. Hauptfigur ist ein Büchsenmacher und Erfinder, den Pech und Niederlagen nicht entmutigen und der Glück und Erfolge gelassen hinnimmt.

Besprechung:

Allerseelen

Dieses Buch wollte ich als Totenfeier für meinen vor einem Jahr verstorbenen Vater lesen, und es ist eine Art Allerseelen daraus geworden – mit den Erinnerungen an meinen Vater als manchmal mehr, manchmal weniger vordergründigem Mittelpunkt.

„Der weiße Buddha“ handelt das Thema Tod und Sterben umfassend ab. Hitonari Tsuji berichtet in einer einfach gehaltenen, klaren Sprache von einem Mann, der aus dem Knochenstaub Verstorbener einen weißen Buddha errichtet. Diese Menschen sind auf viele erdenkliche Arten gestorben – mitten aus ihren nicht immer geglückten Leben heraus, kaum einmal zu einem (für die Hinterbliebenen) „richtigen“ Zeitpunkt.

Jede Menge Arten, das Leben zu gestalten

Das ereignet sich auf einer japanischen Insel, die klein ist, aber doch groß genug für jede Menge Arten, das Leben zu gestalten. Hauptfigur ist ein Büchsenmacher und Erfinder, den Pech und Niederlagen nicht entmutigen und der Glück und Erfolge gelassen hinnimmt.

Im Sterben lässt er seine Erinnerungen vorüberziehen, beleuchtet manches aus seinem Leben mehr, manches weniger, kann vor allem nicht vergessen, dass und wie er als junger Mensch einen feindlichen Soldaten getötet hat.

Alle sterben

Doch alle sterben, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Alte, auch der Büchsenmacher. Wenige Tage vorher sagt er, der Tod besitze „eine Tiefe, die über das menschliche Denken und Sein hinausgeht. (…) Er ist auch im Leben immer ganz in unserer Nähe und gehört ebenso zu uns wie das Leben.”

Das ist gewiss nichts Neues, doch mit diesem wunderbaren Buch leichter annehmbar als gewöhnlich.

Von Werner Schuster
Infos:

Hitonari Tsuji, 1959 in Tokio geboren, ist in Japan als Schriftsteller, Rocksänger, Filmemacher und Fotograf ein Idol. Für seine Romane erhielt er bereits sowohl die wichtigste japanische Literaturauszeichnung, den Akutagawa-Preis, als auch den französischen Prix Fémina. Seit 2003 lebt Hitonari Tsuji mit seiner Frau, der berühmten Schauspielerin Miho Nakayama, und seinem kleinen Sohn Juto in Paris. Im Piper Verlag erschien bereits sein Roman »Warten auf die Sonne«.

Über Hitonari Tsuji [5] bei Wikipedia.


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[4] Infos: #infos

[5] Hitonari Tsuji: http://de.wikipedia.org/wiki/Tsuji

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