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Jelincic, Silvia: Die nackte Elite

Posted By Werner On 03/11/2008 @ 05:47 In AutorInnen IJ,Gesellschaft,Rezensionen,Sachbücher | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover
Wie, wie oft und mit wem Manager Sex haben

Sachbuch
Hardcover: edition a, 2008
Inhalt:

Geld, Macht und Stress wie wirkt sich dieser Mix auf das Liebesleben von Männern aus? Silvia Jelincic hat mit Top-Managern vom Airline-Chef bis zum hochkarätigen Unternehmensberater gesprochen und ein elektrisierendes Sittenbild zusammengetragen. (Pressetext)

Kurzkritik:

Jetzt, nach der Lektüre, frage ich mich, was mich an diesem Buch eigentlich interessiert hat, und wenn ich ehrlich bin, habe ich mir eine Art voyeuristisches Manager-Hasser-Buch erwartet. Aber das ist „Die nackte Elite“ nicht. Im Gegenteil, wir haben es hier mit einem seriösen Interviewband zu tun, der trotz oder wegen seines Themas interessanterweise völlig unerotisch ist.

Besprechung:

Sex, seriös

Jetzt, nach der Lektüre, frage ich mich, was mich an diesem Buch eigentlich interessiert hat, und wenn ich ehrlich bin, habe ich mir eine Art voyeuristisches Manager-Hasser-Buch erwartet. Aber das ist „Die nackte Elite“ nicht. Im Gegenteil, wir haben es hier mit einem seriösen Interviewband zu tun, der trotz oder wegen seines Themas interessanterweise völlig unerotisch ist.

Ausgehend von einer (allerdings nicht streng wissenschaftlichen und auch nicht repräsentativen) Umfrage, der zufolge Manager untreuer sind als andere Männer, „aber“ nicht so stark wie gemeinhin angenommen zu sexuellem Masochismus neigen, hat Jelincic über 30 hervorragende Interviews mit Führungskräften geführt, von denen ein Drittel anonymisiert wurde.

It‘s a man‘s world

Im Kapitel „Sex“, in dem auch eine Psychologin, ein Arzt und zwei Prostituierte zu Wort kommen, geht es vor allem um Nobelbordell-Besuche und ein wenig um Potenzsteigerungsmittel. Zum Kapitel „Moral“ fällt mir das Büchner-Zitat „Moral, das ist, wenn man moralisch ist“ ein (sprich: Es ist ein bisschen langweilig zu lesen, dass Manager Vorbildfunktion haben und deshalb „brav“ sein sollten). Und im Kapitel „Liebesdinge“ berichten Manager über Liebe und Beziehung, wie es Nicht-Führungs-Typen eigentlich auch berichten würden.

Wenn man das alles weiß, fragt man sich vielleicht wie ich, warum man das alles wissen wollte. Meinem Verständnis entzieht sich allerdings, warum die Manager in diesem Buch ausschließlich männlich sind. Es wäre gewiss bereichernd gewesen, wenn auch die weibliche Manager-Minderheit zu Wort gekommen wäre. Aber vielleicht arbeitet Frau Jelincic schon an einem entsprechenden Folgeband.

Von Werner Schuster
Infos:

Über Silvia Jelincic [5] bei Styria-Pichler.


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[1] Kurzkritik: #kurz

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[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] Silvia Jelincic: http://www.styriapichler.at/index.php?template=index&content=3acce6d3155d82487a029987c948efc5&open=908a96de6b15fb46e8cc0bdc707f9447,765528c0befe8d89c46907da9272182b,0bc6e4b6ade8e591a6b5cbef7f8344ca

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