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Le Carré, John: Agent in eigener Sache

Posted By Werner On 19/05/2008 @ 06:03 In ab 2000,AutorInnen C,Krimis & Thriller,Rezensionen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover
Thriller
Aus dem Englischen von Rolf und Hedda Soellner
Taschenbuch: List bei Ullstein, 2002
(“Smiley’s People”, 1979)
Inhalt:

Der legendäre George Smiley, einst Chef des britischen Geheimdienstes und nun im Ruhestand, wird noch einmal aktiv, und zwar in eigener Sache. Es kommt zur Abrechnung mit Karla, dem einzigen ihm ebenbürtigen Gegner. (Pressetext)

Kurzkritik:

Gewiss kann man anmerken, dass diesen anspruchsvollen “Kalter-Krieg”-Thrillern etwas Historisches anhaftet. Doch was wiegt das gegen Le Carrés hohe Kunst der Komposition, seine sprachliche Eleganz und die Komplexität der Charaktere …

Besprechung:

Es ist eine meiner Lieblingsstellen in der Weltliteratur: Sein Leben lang jagt George Smiley vom britischen Geheimdienst seinen russischen Gegenspieler “Karla” und als es ihm gelingt, ihn zu schnappen:

Über Karla war der Fluch von Smileys Mitgefühl gekommen; über Smiley der Flucht von Karlas Fanatismus: Ich habe ihn mit den Waffen zerstört, die ich verabscheute, mit den seinen. (…) Sie wechselten noch einen Blick, und vielleicht sah jeder diese eine Sekunde lang in dem anderen etwas von sich selbst. (…) “George, Sie haben gewonnen”, sagte Guillam, als sie langsam zum Wagen gingen. “Wirklich?” sagte Smiley. “Ja. Ja, es sieht wohl so aus.”

Vielleicht teilt sich meine Begeisterung nicht ganz mit, vielleicht müsste man zuvor “Dame, König, As, Spion”, “Eine Art Held” und schließlich “Agent in eigener Sache” gelesen haben, in denen “der übergewichtige, von moralischen Zweifeln zerfressene scharfsinnige Meister-Spion, der ständig von seiner Frau betrogen wird” (© WDR), zuerst einen Maulwurf in den eigenen Reihen enttarnt, sich dann auf die Suche nach dem Auftraggeber des Maulwurfs macht und diesen schließlich besiegt. Vielleicht muss man noch dazusagen, dass diesen anspruchsvollen “Kalter-Krieg”-Thrillern etwas Historisches anhaftet. Doch was wiegt das gegen Le Carrés hohe Kunst der Komposition, seine sprachliche Eleganz und die Komplexität der Charaktere …

Werner Schuster
Infos:

John le Carré, am 19. Oktober 1931 in Poole, Dorset, geboren, war nach seinem Studium in Bern und Oxford in den sechziger Jahren in diplomatischen Diensten u.a. in Bonn und Hamburg tätig. Mit “Der Spion der aus der Kälte kam”, begründete er 1963 seinen Weltruhm als Bestsellerautor. Er lebt mit seiner Frau in Cornwall.

Über John Le Carré [5] bei Wikipedia.


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[1] Kurzkritik: #kurz

[2] Was meinen Sie?: #user

[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] John Le Carré: http://de.wikipedia.org/wiki/John_le_Carré

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