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Palmen, Connie: I.M.

Posted By Werner On 14/12/2007 @ 06:08 In 1975-1999,Alles andere,AutorInnen PQ,Biografien, Erinnerungen,Love & Hard Times,Rezensionen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Buchcover
Erinnerungen
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Diogenes, 1999 & 2001
(1998)
Inhalt:

Im Februar 1991 macht Ischa Meijer, in den Niederlanden als Journalist berühmt-berüchtigt, mit dem neuen Shooting-Star der Literaturszene, Connie Palmen, ein Interview. Es ist zugleich der Beginn einer amour fou. Doch im Februar 1995 stirbt Meijer überraschend an einem Herzinfarkt. “I.M.” ist Connie Palmens bewegende Auseinandersetzung mit einer großen Liebe und einem Tod, der sie selbst fast vernichtet. (Pressetext)

Kurzkritik:

“I.M.” ist ein persönliches Buch von tragischem, bewegendem Inhalt: Palmens Freund Ischa Meijer ist überraschend an einem Herzinfarkt gestorben und sie errichtet ihrer großen Liebe ein Denkmal aus Worten.

Besprechung:

Daran gewöhnen

Connie Palmens Thema ist die Liebe, allerdings nicht nach dem Motto “Das ewige Glück von Stationsarzt und Oberschwester” u.ä., sondern sie untersucht, was Liebe alles sein kann. In ihrem Erstling “Die “Gesetze” etwa möchte die Ich-Erzählerin vor allem am Wissen von sieben Männern teilhaben, Ausgangspunkt für “Idole und ihre Mörder” ist Palmens eigene Erfahrung mit einem Fan, der ihr aus Liebe nach dem Leben getrachtet hat, um sie mit niemand anderem teilen zu müssen.

“I.M.” ist ein persönliches Buch von tragischem, bewegendem Inhalt: Palmens Freund Ischa Meijer ist überraschend an einem Herzinfarkt gestorben und sie errichtet ihrer großen Liebe ein Denkmal aus Worten.

“You’re too much”

“You’re too much”, sage ich dann, oder dass ich davon immer geträumt hatte, so zu jemandem zu gehören, so unzertrennlich mit jemandem zusammenzusein, und dass es vielleicht unheimlicher sei, wenn so ein Traum in Erfüllung gehe, als wenn er seine vertraute Form behalte und bleibe, was er ist, nämlich ein Traum, an den man sich gewöhnt habe und mit dem man leben könne.

Zu dieser Liebe gehören Banalitäten ebenso wie Meijers Untreue und seine Eifersucht auf Palmens Erfolg als Schriftstellerin – und der schwierige Umgang mit Abhängigkeit. Daran erinnert sich Palmen auf 350 Seiten, ihr Leiden an Meijers Gestorben-Sein verdichtet sie für uns alle auf knapp 40 Seiten: “Ich mache die Trauer zur Vollzeitbeschäftigung”, steht da, oder “Auch der Tod meines Vaters sorgt dafür, dass ich wieder mehr werde als der Verlust Ischas”, und zwei jahre nach seinem Ischas Tod, “Ich beginne mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich großen Kummer habe, dass ich einen Abwesenden liebe und damit lebe.”

Von Werner Schuster
Infos:

Über Connie Palmen [5] bei Wikipedia.


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[5] Connie Palmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Connie_Palmen

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