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Oz, Amos: Plötzlich tief im Wald

Posted By Werner On 28/09/2007 @ 06:09 In ab 2000,AutorInnen O,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

BuchcoverMärchen
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler
Suhrkamp, 2006/2007
(2005)
Inhalt:

Nach seinem Welterfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis legt der Bestsellerautor Amos Oz nun eine Geschichte für Kinder und Erwachsene vor. Plötzlich tief im Wald erzählt von Maja und ihrem Freund Matti, die beschließen, das dunkle Geheimnis ihres Heimatdorfs zu ergründen. Wie kam es, daß in einer Winternacht vor vielen Jahren alle Tiere aus dem Dorf verschwanden? Und warum liegt eine so seltsame Traurigkeit über den Bewohnern? (Pressetext)

Kurzkritik:

Schade. Da habe ich noch nie etwas von Amos Oz gelesen und meinte, ein Märchen wäre ein feiner Beginn, aber wenn ich in der Buchhandlung bei den Taschenbuch-Neuerscheinungen ein bisschen nachgedacht hätte, hätte ich mir wohl gesagt, dass moderne Kunstmärchen selten funktionieren, weil da in der Regel die Absichten der Autoren zum Vorschein kommen und das verträgt sich mit der Gattung nicht so recht.

Besprechung:

Absichten

Schade. Da habe ich noch nie etwas von Amos Oz gelesen und meinte, ein Märchen wäre ein feiner Beginn, aber wenn ich in der Buchhandlung bei den Taschenbuch-Neuerscheinungen ein bisschen nachgedacht hätte, hätte ich mir wohl gesagt, dass moderne Kunstmärchen selten funktionieren, weil da in der Regel die Absichten der Autoren zum Vorschein kommen und das verträgt sich mit der Gattung nicht so recht.

Ja, auch Oz will uns mit “Plötzlich tief im Wald” etwas sagen, nämlich: Das passiert, wenn eine Gemeinschaft die Fremden oder Befremdenden ausgrenzt. Es ist gut und schön, dass er das sagt, aber ein Schriftsteller sollte seine Themen nicht so offensichtlich ausbreiten. Vielleicht steckt in seinen Werken mehr, als er zu wissen glaubt. Vielleicht machen die Leser etwas Eigenes draus.

Verschwundene Tiere

Jedenfalls sind in diesem Märchen alle Tiere aus einem Dorf verschwunden, die Erwachsenen hüllen sich in Schweigen, bis sich endlich zwei Kinder in den Wald trauen, um das Geheimnis zu ergründen.

Geschrieben ist das in jenem Märchen-Tonfall, der auch für Gegenwartsautoren obligatorisch scheint. Nur der Schluss ist ganz unmärchenhaft, aber berührend, weil Oz offen lässt, ob sich alles oder etwas zum Guten wenden wird. Doch nicht nur bei Märchen will man, dass die Bösen bestraft werden und die Guten glücklich sind bis an ihr Lebensende.

Von Werner Schuster
Infos:

Über Amos Oz [5] bei Wikipedia.


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[1] Kurzkritik: #kurz

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[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] Amos Oz: http://de.wikipedia.org/wiki/Amos_Oz

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