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Moore, Brian: Schwarzrock

Posted By Werner On 21/08/2007 @ 07:20 In 1975-1999,AutorInnen M,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

CoverRoman
Aus dem Englischen von Otto Bayer
Diogenes
(1985)
Inhalt:

Pere Laforgue kommt im 17. Jahrhundert in die Neue Welt, um wie ein Heiliger zu leben. Es misslingt, denn anstatt sie zu erretten, beginnt er die Menschen, die Indianer Kanadas, die er dort vorfindet, zu lieben. (Pressetext)

Kurzkritik:

Ich denke mir, dass ein Buch wie dieses dabei helfen könnte, Vorurteile vieler Art abzubauen. Zum Beispiel, dass Missionare bloß machtgierig gewesen wären oder dass die Indianer die Guten waren.

Besprechung:

Keine Guten, keine Bösen

Und wieder ein hervorragendes Buch, das derzeit nur antiquarisch erhältlich ist: Brian Moore war ein exzellenter Schriftsteller von nüchternem Stil, sein 1985 erschienener Roman “Schwarzrock” beschäftigt sich mit der Missionierung der Indianer. Im Vorwort schrieb Moore: “Anders als die englischen, französischen und holländischen Händler kamen die Jesuiten nicht der Pelze und Eroberungen wegen nach Nordamerika, sondern um die Seelen derer zu retten, die sie “les sauvages” nannten – die Wilden.”

Moore hat für seinen Roman ausführlich recherchiert, schildert auch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Indianerstämmen und verklärt oder verteufelt weder die Missionare noch die Eingebohrenen. Die Jesuiten sind keine abgehobenen, zynischen Bekehrer und die Indianer keine “edlen Wilden”, sondern zum Teil äußerst grausam. Doch dann gibt es Dialoge wie diesen:

Chomina: Kein Mensch sollte sich auf den Tod freuen.
Laforgue: Du irrst. Für uns ist diese Welt die Welt der Nacht.
Chomina: Was redest du da für Bärendreck! Sieh dich um. Die Sonne, der Wald, die Tiere. Das ist alles, was wir haben. Nur weil ihr Normannen taub und blind seid, glaubt ihr, dass diese Welt eine Welt der Dunkelheit (…) ist. Wir, die wir den Wald und die Warnungen des Flusses hören könne, die wir mit den Tieren und den Fischen reden und ihre Gebeine achten, wir wissen, dass dies nicht die Wahrheit ist. Wenn ihr gekommen seid, um uns zu ändern, seid ihr dumm. (…) Und ich trauere jetzt, weil ich sie (die Welt; Anm.) verlasse.

Und man erkennt, dass beide Seiten einander wohl fremd bleiben müssen.

Und ich denke mir, dass ein Buch wie dieses dabei helfen könnte, Vorurteile vieler Art abzubauen. Zum Beispiel, dass Missionare bloß machtgierig gewesen wären oder dass die Indianer die Guten waren. Trennen etwa die Guten ihren Gefangenen Fingerglieder mit Muschelschalen ab?

Von Werner Schuster

Infos:

Über Brian Moore [5] bei Wikipedia.


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[1] Kurzkritik: #kurz

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[4] Infos: #infos

[5] Brian Moore: http://de.wikipedia.org/wiki/Brian_Moore

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