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Haggard, Rider: Sie

Posted By Werner On 28/06/2007 @ 07:34 In AutorInnen H,Rezensionen,Romane & Erzählungen,Verlage A–D,vor 1900 | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Ausführliche Besprechung [3]Infos [4]

Cover Haggard SieRoman
Diogenes, Benu, BoD
(1887)
Inhalt:

Durch die geheimnisvolle Inschrift auf einer alten Scherbe inspiriert begibt sich der junge Leo Vincey zusammen mit seinem väterlichen Freund Horace Holly auf die Suche nach der geheimnisvollen Königin einer längst als untergegangen gewähnten Kultur im Innersten Afrikas. Unwegsames Gelände überquerend dringen sie tief in unerforschte Gebiete ein, müssen schier unvorstellbare Hindernisse überwinden und entkommen mehrere Male mit knapper Not dem Tode. In der verlassenen Totenstadt von Kor, dem Überbleibsel einer Zivilisation, die schon lange vor der Blüte des Alten Ägyptens untergegangen ist, begegnen sie schließlich der ebenso schönen wie grausamen Königin Ayesha, die in Leo Vincey ihren Geliebten aus einem weit zurückliegenden Leben wieder zu erkennen glaubt. Von der schönen »Herrin des Todes« unwiderstehlich angezogen, werden die Helden in ein lebensgefährliches Abenteuer verstrickt. (Pressetext)

Kurzkritik:

Ich habe schon lange kein Buch mehr so verschlungen wie diesen 120 Jahre alten Abenteuerroman, den mir indirekt C. G. Jung empfohlen hat, welcher in der unsterblichen Figur “Sie” ein Modell der Anima sah.

Besprechung:

Die Qualität der Unsterblichkeit

Ich habe schon lange kein Buch mehr so verschlungen wie diesen 120 Jahre alten Abenteuerroman, den mir indirekt C. G. Jung empfohlen hat, welcher in der unsterblichen Figur “Sie” ein Modell der Anima sah.

Auf deren Suche im Inneren Afrikas machen sich der Gelehrte Horace Holly und sein Adoptivsohn Leo Vincey, denn dort, nördlich der Sambesimündung, soll auch ein Ort sein, wo die Lebenskräfte der Welt sichtbar existieren und einem ewige Jugend schenken können.

Natürlich verunglückt das Boot, das sie zu jenem Ort bringt, und dort hausen sonderbare, Menschen fressende Schwarze, aber “Sie” rettet die Abenteurer, weil Leo seinem Urahnen, dem Ägypter Kallikrates, ähnlich sieht, den sie vor gut 2.000 Jahren getötet hat, weil er ihre Liebe nicht erwidert hatte.

Vielschichtige Unberechenbarkeit

Ich gebe gerne zu, dass sich diese Inhaltsangabe ziemlich hahnebüchern liest, und vielleicht ist auch das Buch so, doch geht von diesem eine eigentümliche Anziehungskraft aus, die hauptsächlich in der Figur “Sie” gründet, welche (außer wunderschön und sehr mächtig zu sein) in ihrer vielschichtigen Unberechenbarkeit auch sehr faszinierend ist. Unberechenbar ist auch die Story mit ihren vielen überraschenden Wendungen – inklusive Schluss. – Insgesamt also gute Unterhaltung mit einer Titelfigur, deren “Charakter” das Genre weit hinter sich lässt, was dem Vergnügen allerdings keinen Abbruch tut.

Vielleicht hat das auch C. G. Jung so gesehen, der (wenn ich das richtig verstanden habe) meinte, Rider Haggard habe mit “Sie” die Qualität der Unsterblichkeit hinreichend dargestellt.

Von Werner Schuster
Infos:

Über Rider Haggard [5] bei Wikipedia.


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[1] Kurzkritik: #kurz

[2] Was meinen Sie?: #user

[3] Ausführliche Besprechung: #rezi

[4] Infos: #infos

[5] Rider Haggard: http://de.wikipedia.org/wiki/H._Rider_Haggard

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