Irving: Letzte Nacht in Twisted River (lt)
LINKTIPP zu einer Buchbesprechung in anderen Online-Medien
„Sympathisch trotz Defiziten“, meint Bruno Jaschke im „Album” (Wiener Zeitung) zu John Irvings eben auf Deutsch erschienenem Roman.
Obwohl „Letzte Nacht in Twisted River“ an Eckpunkte der US-Geschichte anstreift und reale Figuren wie den von Irving verehrten Autor Kurt Vonnegut in Rahmenhandlungen verwebt, obwohl das Buch dem gesellschaftlichen, kulturellen, technologischen und modischen Wandel eines halben Jahrhunderts sicher und schlüssig Rechnung trägt, ist es kein Zeitroman. Es ist vielmehr ein durch und durch literarisches Werk, in der sich eine Fülle von widersprüchlichen, kratzbürstigen, sensiblen, trotzigen, eigenwilligen, harschen, mürrischen, undurchsichtigen und bisweilen auch schlichtweg bösen Charakteren mit tragischen, kuriosen, komischen, mysteriösen oder absurden Handlungswendungen souverän zu einer facettenreichen, dramaturgisch zwingenden Fabel verdichten.
(…)
Das größte Defizit des Buchs liegt indes – befremdlicherweise – im Stil. Abgesehen von der fast penetranten Häufigkeit abgenützer Redewendungen wie „ganz zu schweigen von …“, neigt „Letzte Nacht Twisted River“ zu übermäßigem Erklären: Ein Satz wie „normalerweise lag Danny meist schon im Bett, wenn sie ging“ stellt einem als feinen Stilisten gerühmten Autor kein gutes Zeugnis aus – wie übrigens auch der Übersetzung von Hans M. Herzog nicht.
Zur ganzen Besprechung in der Wiener Zeitung.
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