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Irving, John: Gottes Werk und Teufels Beitrag

Posted By Werner On 05/07/2007 @ 07:29 In 1975-1999,AutorInnen IJ,Rezensionen,Romane & Erzählungen | No Comments

Kurzkritik [1]Was meinen Sie? [2]Infos [3]

Buchcover Irving Gottes WerkRoman
Aus dem Amerikanischen von Thomas Lindquist
Diogenes (1988)
Inhalt:

Homer ist anders als die anderen Kinder im Saint-Cloud’s Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher, zu bleiben – unter der Bedingung, daß er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsstation bei Gottes Werk – dem Entbinden – und bei Teufels Beitrag – dem Abtreiben – assistiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee. (Pressetext)

Kurzkritik:

Meine sich wandelnde Einstellung zu John Irving kann man an meinen Büchern ablesen: “Owen Meany” besitze ich gebunden (weil ich nicht warten konnte, bis der Roman endlich als Taschenbuch herauskam), “Zirkuskind” auch, “Witwe für ein Jahr” ist wieder als Taschenbuch vorrätig. Aber die letzten habe ich beide nicht fertig gelesen. Ich war Irvings dahinschwadronierter skurriler Plots überdrüssig geworden. Und so sind mir auch die Bücher von “Eine Mittelgewichtsehe” bis “Gottes Werk und Teufels Beitrag” die liebsten, weil hier – halbwegs geradlinig – Geschichten erzählt werden, die geschehen hätten können, wenn Gott naiv wäre.

Bis dass ich dich finde

In “Gottes Werk und Teufels Beitrag” bräuchte er dies nicht einmal zu sein, hier bringt Irving seine humanistischen Motive ganz ohne überspannte Phantasie aufs Papier: Das Buch handelt von einem Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsklinik (haben sich “die Amerikaner” über so etwas vor 20 Jahren noch nicht aufgeregt?), der Selbstfindung des Waisenkindes Homer Wells und einer anrührenden Dreiecks-Beziehung zwischen drei befreundeten Menschen.

Dieser Roman macht auf jeden Fall Lust auf mehr. – Vielleicht sollte ich mein Urteil überprüfen, das sich auf zehn Jahre alten Romane von Irving bezieht, und den aktuellen lesen. “Bis ich dich finde” liegt außerdem seit kurzem als Taschenbuch auf.

Infos:

Über John Irving [4] bei Wikipedia.


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[4] John Irving: http://de.wikipedia.org/wiki/John_Irving

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